Der etwas andere
Schülerpraktikant

Portrait

Ein Teenager steht vor dem Adam-Opel-Haus in Rüsselsheim, im Hintergrund ist das GM Design Center zu sehen. Entspannt schaut der junge Mann in die Kamera, in der einen Hand hält er ein Mikro, in der anderen ein Notizblatt. „Hallo, my name is Noé, I’m 14“, sagt er und stellt sich als Praktikant in der Kommunikationsabteilung von Opel vor. Das ist der Auftakt zu einem rund Dreieinhalb-Minuten-Video-Clip.


Noés Making-of-Video wurde bereits über 12.000 Mal angeschaut.


 

Noé sagt in Richtung der Zuschauer, dass das Kommunikationsteam gerade sehr beschäftigt sei. Der Grund: die Markteinführung des Insignia Grand Sport. Er habe den Dreh zum „Design Walk Around“ des neuen Flaggschiffs selbst begleitet, um ein Making-of der aufwendigen Produktion mit Opel-Designchef Mark Adams zu erstellen. Es folgen lässige Musik, eingeblendete Schlagworte, Zeitrafferszenen der Dreharbeiten, garniert mit Bildern aus der Vorbereitungswerkstatt. Dazu immer wieder Noé, der den Reporter gibt und Infos liefert. Das Besondere an dem Film: Der Schüler hat ihn innerhalb von vier Tagen selbst produziert.

„Okay, dann mach mal“
Der 14-Jährige tritt dabei nicht nur vor der Kamera als Reporter auf, er ist zugleich auch Regisseur, Tontechniker und Cutter. „Als Noé bei uns loslegte, wurde uns schnell klar, dass er mehr wollte und konnte als die meisten seiner Altersgenossen, die ein einwöchiges Schülerpraktikum absolvieren“, sagt Malina Dragu, Assistant Manager im Team Social-Media-Content bei Opel.

Er wollte sich nicht damit zufriedengeben, einfach nur die Arbeitswelt zu beobachten und ein wenig mitzuhelfen. „Noé verschaffte sich schnell ein Bild vom Tagesgeschehen und kam prompt mit der Idee, einen eigenen Film zu drehen. Wir dachten uns: Okay, dann mach’ mal.“ Das Resultat findet Dragu „in jeder Hinsicht beeindruckend“.

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„In jeder Hinsicht beeindruckend“: Noé als Videoreporter, Regisseur, Produzent, vor der Kamera und vor dem Bildschirm

 

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Talent, Erfahrung und Krimskrams
Die größte Herausforderung des Projekts war für den Schülerpraktikanten weder die Planung noch die Technik. „Anfangs hatte ich ziemlich große Scheu, auf die Erwachsenen zuzugehen“, sagt er rückblickend. Da waren Designchef Mark Adams, eine PR-Crew, das Filmteam – Dutzende Menschen im Arbeitsmodus. „Jeder sah so beschäftigt aus, und dann kam ich mit meinen Fragen, Wünschen und der Kamera. Doch da alle trotz der Belastung locker waren, begann ich schnell, mich wohlzufühlen, und legte los.“

Dass Noés Film so professionell wurde, hat zweifellos mit seinem Talent zu tun, aber auch mit seiner erstaunlichen Medienerfahrung: Seit zwei Jahren betreibt der 14-jährige Franzose aus dem elsässischen Colmar in seiner Freizeit das Online-Journal Brik@Brak (zu Deutsch: Krimskrams), in dem es um Literatur, Wissenschaft und Musik geht. „Social Media und Videojournalismus“, sagt Noé, „sind mein Ding.“

Opel fahren ab 16
Das gilt auch für Opel. „Ich bin praktisch in einem Meriva großgeworden und stehe auf die Marke“, berichtet er. Jetzt habe er gemerkt, dass auch die „Menschen, die dahinterstecken, einiges draufhaben. Blöd finde ich nur, dass ich die Autos, die sie produzieren, noch nicht selbst testen kann“. Das will Noé in knapp zwei Jahren nachholen. In Frankreich dürfen junge Leute vom 16. Lebensjahr an hinters Steuer – nach der theoretischen Prüfung und 21 Fahrstunden.

Text: Andreas Wollny, Video: Noé Maetz