Von der Savanne
in den Schneesturm


Opel im Schnee
und in Afrika


Diesmal blicken wir in die Doppelausgabe Januar/Februar 1951. Die Nachkriegszeit hat das Unternehmen gut überstanden, was die Redaktion zu einem Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre nutzt. Schon im Juli 1946 war die Produktion wieder angelaufen, bis Ende des Jahres sollten noch 839 Opel-Blitz montiert werden und die Schlagzahl erhöhte sich rasant: 1950 waren in Rüsselsheim bereits 72.746 Personen- und Lastwagen produziert worden. Die Opel Post startet ins Jahr 1951 mit einem Schneeidyll auf dem Titelbild. Im Heft jedoch werden Horizonte in sonnigere Gefilde erschlossen, denn schließlich boomt auch das Exportgeschäft. Allein im Januar 1951 sind 4192 Opel in alle Welt verschifft worden. Ein Land, in dem Opel seit dem 1. Januar 2018 wieder seine Fahrzeuge verkauft, steht auch damals schon besonders im Fokus: Südafrika.


DER opel KAPITÄN UND 
das geheimnis DEr 1000 KISTEN


Die „Bloemfontein“ hat gerade die Anker geworfen. Die Reporterin steht mit Kamera bereit, um die Entladung im Bild festzuhalten.

Die geheimnisvolle Ladung: Kisten, nichts als Kisten.

 

Auf einer bildstarken Doppelseite lüftet die Opel Post „das Geheimnis der 1000 Kisten“, die mit der „Bloemfontein“ in Port Elizabeth eingetroffen sind. Es handelt sich um gut verpackte Opel-Komponenten, die bei GM-Südafrika zusammengebaut werden sollen. Die Methode, teure Zölle zu sparen, indem man nicht komplette Fahrzeuge exportiert, sondern lediglich die Bauteile dafür, ist also schon 1951 bekannt. Zusammengebaut ergeben die Komponenten eine cremefarbene Opel Kapitän-Flotte. Das Modell ist gerade ist dabei, sich in dem Land den Markt für „mittelschwere Wagen“ zu erobern.

 

Und das ist der Inhalt: ein Opel Kapitän.

 

 

 


IM OPel
durch Südafrika


Daran schließt sich ein Reisebericht eines Herrn namens Hammerschmidt an, der mit seiner Frau und seinem Kapitän mit einem holländischen Schiff von Antwerpen nach Kapstadt aufbrach, um dort an Land zu rollen und zu einer gewaltigen Rundreise aufzubrechen: 17.000 Kilometer in sechs Wochen. Sie sollen durch den berühmten Krüger-Nationalpark führen, aber auch an die Grenzen des Betschuanenlandes, des

damaligen Süd-Rhodesien und Mozambique. Der Opel Kapitän muss sich dabei unter anderem bewähren, als ihm bei 120 km/h der linke Vorderreifen platzt, er sich aber dank seiner guten Straßenlage in der Spur halten kann. Die Opel Post druckt den spannenden Reisebericht mit freundlicher Genehmigung der „Dello-Post“ nach, der Werbezeitschrift eines Hamburger Opel-Händlers.

 

Die mit Teer-Asphalt belegten „National Roads“ lassen eine stattlich Geschwindigkeit zu.

 


FRAU ROSENtreter
erzählt eine Geschichte


 

Sich seiner sozialen Verantwortung zu stellen, ist dem Unternehmen seit Gründerzeiten ein Anliegen. Und der Grundsatz gilt auch in den Nachkriegsjahren. Im Dezember 1950 hat die Opel-Kindertagesstätte wiedereröffnet – die Opel Post würdigt das Ereignis mit einem beschaulichen Bilderbogen aus dem Nachwuchshort. Unter anderem wird die Leiterin, Frau Rosentreter, gezeigt, wie sie ihren Schützlinge „eine spannende Geschichte“ erzählt. Ob es am Ende die ist, wie der erste Darracq seinen Weg nach Rüsselsheim fand?

 


KURZROMAN
Monsieur Brauda und sein Darracq


Wer tuckert so spät durch Nacht und Wind? Es ist Monsieur Brauda, ohne Kind, dafür aber mit einem Modellwagen aus seiner Fabrik, unterwegs von Paris nach Rüsselsheim. Doch die Nacht ist kalt, der Winter ist hart, Schneesturm rüttelt an den Läden, und in einem ganz bestimmten Haus am deutschen Fluss Main sitzt die Mutter mit der Familie am Kamin und sehnt besorgt den besonderen Gast herbei. Bestehen Monsieur Brauda und sein Gefährt die beschwerliche Reise nicht, könnten Zweifel aufkommen an dem Geschäft, das die Opel-Brüder mit dem Herrn des Hauses Darracq planen, und ein bedeutendes Stück  Automobilgeschichte würde ungeschrieben bleiben…

Okay, es ist kein wirkliches Geheimnis, wie die Geschichte ausgeht, aber wie sie geschrieben ist, ist großartig. Das einleitende Kapitel des Opel-Fahrzeugbaus als abgeschlossener Kurzroman – ohne Frage das Highlight der Opel Post Ausgabe Januar/Februar 1951.

 


Hier finden Sie die komplette Ausgabe der
Opel Post vom Januar/Februar 1951 zum Download.

 


Stand Januar 2018

Text: Eric Scherer