Mal rüber schauen

 

„Die Kollegen haben das sehr schön gemacht. Was mir gefallen hat, ist der Stolz auf die Marke und den Standort, der bei allen rübergekommen ist.“

Beate Utzig, Marketing-Expertin

 

Schon Anfang der 90er-Jahre gab es erste Überlegungen das Areal im Norden des Motoren- und Getriebewerks Wien-Aspern für den Wohnbau zu nutzen. Etwa zwanzig Jahre später – im Juni 2011 – war Baubeginn; mit dem „aspern IQ“, einem Technologiezentrum der Wirtschaftsagentur Wien. Heute – Anfang 2016 – befindet sich eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas mitten in der ersten Etappe von insgesamt drei Bauabschnitten; bereits rund 6.000 neue Nachbarn haben sich nördlich des Werks angesiedelt. Bis 2028 sollen in der Seestadt Aspern auf der Fläche von etwa 340 Fußballfeldern Wohnungen für 20.000 Menschen und ebenso viele Arbeitsplätze entstehen.

Schon bald nachdem die ersten Seestadt-Bewohner eingelangt waren, suchte Opel Wien das Gespräch; vor allem mit den allernächsten Anrainern. So kam es im Jahr 2015 – mit Assistenz der Wien 3420 AG – zu einigen Hausbesuchen durch Vertreter des Werks. Im Jahr 2016 ging Opel Wien einen Schritt weiter und lud Anrainer zu einem Besuch im Werk ein. Elisabeth Schuller/Manager Communications berichtet: „Auch hier war die Unterstützung von Wien 3420 sehr wertvoll. Es gab Aushänge in den nächstgelegenen Häusern und Ankündigungen im Blog meine.seestadt.info sowie über Facebook. Interessenten konnten sich mit dem Stichwort ‚Seestadt-Führung‘ telefonisch bei uns anmelden.“


326A5741_web


Auf dem Dach.

 

Wie ein Werk läuft

Rund hundert Interessenten meldeten sich an. Sie besuchten/besuchen das Werk an fünf Terminen von Ende Jänner bis Anfang März; mit je rund zwanzig Besuchern. Mit einem eigens gestalteten Besuchsprogramm, das von den sonst üblichen Werksführungen (für Schüler, Studenten, andere Interessenten) abwich und – im Hinblick auf die nahe Nachbarschaft – vor allem auf Umweltfragen Bezug nahm.

Am 26. Jänner zum Beispiel bat Alfred Hajek/Manager Manufacturing Engineering, Launch Management & Facility Management die Besucher – nach den Hinweisen zur Arbeitssicherheit – zuerst zu einer einführenden Präsentation über das Werk, in der er – gemeinsam mit den Umweltingenieuren Josef Fangl und Gregor Trunk – die Umweltaktivitäten des Werks darstellte.

Der nachfolgende Rundgang führte durch den Motorbau und danach auf das Dach des Werks, um den Besuchern an Ort und Stelle alle Maßnahmen zur Vermeidung von Emissionen zu erläutern. Der Rückweg führte durch den Sechsgang-Getriebebau.

Die Besucher stellten viele interessierte Fragen und kamen kaum aus dem Staunen heraus – vor allem weil gerade vor ihren Augen die Anlieferung zweier tonnenschwerer Absaugvorrichtungen auf dem Werksdach erfolgte.


326A5793-Bearbeitet_1_web


Blick vom Werksdach auf die Seestadt Aspern.

326A5793-Bearbeitet_2_web

326A5793-Bearbeitet_3_web


Seestadt Aspern – Daten & Fakten

 

  • 240 Hektar Gesamtfläche
  • Neubauten mit einer geplanten Bruttogeschoßfläche von mehr als 2,6 Millionen m2
  • Gesamtinvestitionsvolumen: rund 5 Milliarden Euro
  • Entwicklungshorizont 2028: mehr als 20.000 Seestädterinnen und 20.000 Arbeitsplätze
  • 2012: Eröffnung Technologiezentrum aspern IQ
  • 2013: Standortentscheidung des Technologiekonzerns HOERBIGER Holding AG
  • Seit 2013 U-Bahn U2-Anbindung mit den Stationen „Aspern Nord“ und „Seestadt“ (daneben gibt es Linienbusse 84A, 88A, 88B, 89A, 95A, 99A, 99B und Straßenbahn 26)
  • September 2014: erstes Wohngebäude übergeben
  • Juli 2015: Eröffnung von See und Seepark der Seestadt Aspern
  • Herbst 2015: Eröffnung des ersten Teils des Bildungscampus der Stadt Wien für 770 Kinder (11 Kindergarten-Gruppen,

1 Ganztagesvolksschule mit 17 Klassen, 8 Klassen für Kinder mit besonderen motorischen Bedürfnissen)

  • Ab 2015/2016: Bündelung von elf Geschäftsfeldern von Wien Work in der Seestadt (rund 600 Personen in Beschäftigung und Ausbildung)
  • Ab 2016: rund 2.600 Wohneinheiten für rund 6.100 Menschen und 2.000 Arbeitsplätze
  • Ab Herbst 2017: Bundesschulgebäude mit AHS/BHS für weitere 1.100 Kinder/Jugendliche

„Sehr spannend. Sehr speziell. Ich kenne Fahrzeugfertigungen. Aber Motoren- und Getriebefertigung ist doch anders.“

Beate Utzig  Marketing-Expertin

 

Mit Fakten überzeugen

Eine der Besucherinnen, Marketing-Expertin Beate Utzig, brachte die Grundstimmung der Anrainer-Visite auf den Punkt: „Sehr spannend. Sehr speziell. Ich kenne Fahrzeugfertigungen. Aber Motoren- und Getriebefertigung ist doch anders.“ Und stellte zur Führung selber fest: „Die Kollegen haben das sehr schön gemacht. Was mir gefallen hat, ist der Stolz auf die Marke und den Standort, der bei allen rübergekommen ist.“


Geschichte von Wien-Aspern

 

  • Jungsteinzeitliche und bronzezeitliche Besiedlung
  • 1208 erste urkundliche Erwähnung von „Asparan“
  • Mai 1809: Schlacht von Aspern – die österreichischen Truppen unter Erzherzog Karl besiegen die französischen Truppen unter Napoleon
  • 1880: erster Flugversuch auf dem Flugfeld Aspern
  • 1912: Errichtung des Flughafens Aspern (Ausgangspunkt der Flugpostlinie Wien –Lemberg – Kiew)
  •  1914: im Ersten Weltkrieg Stützpunkt der Luftschutztruppen
  • 1920: Ausbau für den internationalen Flugverkehr
  • 1931: Landung des Luftschiffs Graf Zeppelin am Flughafen Wien-Aspern
  • 1939: im Zweiten Weltkrieg Luftwaffenstützpunkt
  • ab 1945: Sitz der Kommandatur der russischen Besatzung
  • nach Abzug der russischen Besatzung: Flughafen unter Führung des österreichischen Aero Clubs
  •  ab Ende der 1950er-Jahre: Austragungsort von Flughafenrennen für Rennwagen, Tourenwagen, Motorräder, Go-Karts („Preis von Wien“; Jochen Rindt und Niki Lauda als Teilnehmer)
  • 1977: Schließung des Flughafens
  • 1982: Gründung des Motoren- und Getriebewerks Wien-Aspern
  • 1987: Pflanzung des Gedächtniswalds zum Gedenken an die während des Zweiten Weltkriegs ermordeten jüdischen Wienerinnen und Wiener
  • ab 2001: ÖAMTC-Notarzthubschrauber-Stützpunkt

 


masterplan-stand-2015


Masterplan der Seestadt Aspern. Copyright: Wien 3420 Aspern Development AG

 

 

 

Text: Kristin Engelhardt, Fotos: Helga Mayer