Von Schweißrobotern und klarem Wasser

12 Prozent

der Mitarbeiter im Werk Eisenach sind Frauen

Bundeskanzlerin Angela Merkel lädt traditionell einen Tag vor dem Girls’ Day zur Auftaktveranstaltung ins Kanzleramt ein. Die Diplom-Physikerin und promovierte Naturwissenschaftlerin macht dabei Schülerinnen und jungen Frauen Mut, „naturwissenschaftliche und technische Berufe anzustreben“.

Diesem Engagement der Bundeskanzlerin steht Uta Großheim in nichts nach. Seit 1994 verantwortet sie die Ausbildung im Werk Eisenach. Mit Erfolg, immerhin rund 12 Prozent der Mitarbeiter sind Frauen. Und von den ab September vergebenen 20 Lehrstellen gehen wiederum fünf an weibliche Interessenten – zwei Elektronikerinnen, eine Fahrzeuglackiererin und zwei Fertigungsmechanikerinnen.

 

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Von trüb zu klar: Die Schülerinnen lernten, wie das im Produktionsprozess anfallende Wasser wieder von Inhaltsstoffen befreit wird.

 

 


Corsa oder ADAM?

Evelyn Kiel, 16 Jahre alt, 10. Klasse Gymnasium, Gerstungen

 

Mit welchen Erwartungen seid Ihr zum Girls` Day gekommen?
Evelyn: Ich interessiere mich für technische Dinge und wollte Einblicke in die technischen Berufe bekommen.

Nadine: Ich wollte sehen, wie ein Auto hergestellt wird.

 

Warum habt Ihr Euch für den Besuch des Opel-Werks entschieden?
Nadine: Meine Mama hat mir den Vorschlag gemacht, aber für mich kam auch nichts anderes in Frage. Ich war die Erste bei der Anmeldung.

Evelyn: Mein Vater arbeitet im Werk in der Produktionssteuerung. Ich hätte mich aber auch so für Opel entschieden, weil ich die Autos so schön finde – und es könnte für meine Zukunft wichtig sein.

Corsa oder ADAM?
Evelyn: Das kommt ganz darauf an, ADAM S und Opel OPC gefallen mir am besten.

Nadine: Ich finde den grünen ADAM mit dem weißen Dach super! Noch schöner wäre er mit einem durchsichtigen Dach.

 

Was hat euch beim Girls` Day am besten gefallen?
Nadine: Das Experiment, bei dem wir das schmutzige Wasser gereinigt haben.

Evelyn: Zu sehen, wie die automatischen Maschinen arbeiten. Das war spannend.

 

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Nadine Knierim, 12 Jahre alt, 6. Klasse, Obersuhl

 

 


5 der 20

zu vergebenen Lehrstellen im Werk Eisenach im September gehen an Frauen.

 Zum diesjährigen Girls’ Day begrüßte Werkleiterin Elvira Tölkes in Eisenach 20 Mädchen aus den Schulklassen 5 bis 10 aus Eisenach, Bischoffroda, Treffurt, Obersuhl, Gerstungen, Wildeck, Erfurt und Herleshausen im Eisenach Werk. Sie gab ihnen einen Überblick über das Werk, seine Mitarbeiter und Produkte. Nach einer Einführung und Sicherheitsunterweisung ging es in die Produktion. Im Rohbau beobachteten die Mädchen die vollautomatischen Schweißroboter, die immerhin 3.400 Schweißpunkte setzen. Außerdem erfuhren sie, dass eine Karosse aus 350 Teilen besteht. In der Fertig- und Endmontage staunten die Mädchen nicht schlecht, als sie Abschnitte der 1,5 Kilometer langen Linie entlang gingen, an denen Corsa und ADAM an 211 Stationen und in unzählig vielen Varianten montiert und geprüft werden. Zu guter Letzt bekamen die Schülerinnen in der Wasseraufbereitung einen Einblick, wie das im Produktionsprozess anfallende Wasser wieder von Inhaltsstoffen befreit wird.

 

Aus wie vielen Teilen besteht eine Karosserie? Die Mädchen kennen die Antwort: 350.

 

Zum Abschluss des dreistündigen Rundgangs gab es neben einer kleinen Stärkung noch zusätzliche Informationen über Ausbildungsberufe und Bewerbungsabläufe. Und eine coole Sonnenbrille, die bei strahlendem Sonnenschein gleich zum Einsatz kam.

 

Text: Jens Hirsch, Fotos: Marcel Krummrich

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In drei Stunden erlebten die Mädchen Höhepunkte der Automobilfertigung.