Was tun, wenn?

Seit 2014 gibt es den Arbeitssicherheits-Parcours „Safety Land“ bei Opel Wien, der jedes Jahr von den Arbeitssicherheitsexperten liebevoll mit neuen Stationen ausgestattet wurde, um möglichst viele Aspekte der Arbeitssicherheit zu beleuchten und hautnah erfahrbar zu machen. Insgesamt 308  Trainings wurden in den vergangenen vier Jahren absolviert. Jedes Jahr durchliefen fast alle MitarbeiterInnen des Werks Aspern die aktuellen Informationsveranstaltungen.

 

Wimmelbild und Bremsweg

2018, im fünften Jahr des Bestehens, erfolgte eine Neuausrichtung. Nicht nur an einem neuen Standort in der Lehrwerkstätte, sondern auch mit einem neuen Motto. Mit nur wenigen Stationen ist Konzentration auf die wesentliche Frage angesagt: Was tun, wenn?

Da ist einmal die Station mit dem Wimmelbild. Jeder der Trainings-Teilnehmer bekommt einen Marker in die Hand gedrückt und ist aufgefordert, Arbeitssicherheits-Fehlverhalten, das er auf dem Bild erkennen kann, einzukreisen. Falsches Verhalten im Verkehr, falsche Lagerung …

 

Besucher des Arbeitssicherheits-Trainingszentrums „Safety Land“ werden von einem virtuellen Mitarbeiter begrüßt.


Auch zum Thema Verkehr gibt es ein Wimmelbild, auf dem Fehler mit einem Marker anzukreuzen sind (Markus Zangl/Arbeitssicherheit (l.), Lehrwerkstätten-Ausbilder Michael Berger).


Peter Czetina bei der Demonstration zum Thema „Aufprall“.

An der Station „Innerbetrieblicher Verkehr“ gibt es Informationen zu Bremsweg und Signalen.

Dem Thema Verkehr gilt die nächste Station: zuerst mit einem Video, das die Länge eines Bremswegs illustriert, und einer augenscheinlichen Darstellung des Aufpralls bei einem Zusammenstoß. Nach dieser Einstimmung sind die Trainings-Teilnehmer aufgefordert sich mit den einzelnen Regeln für richtiges Verhalten im Verkehr zu befassen. Diese sind auf Informationstafeln dargestellt.

 

So ist’s richtig

Eine weitere Station zielt auf alltägliche Situationen ab. Jeder Trainings-Teilnehmer hat zu den Bildern eines Videos Fragen zu beantworten wie: Welche Arbeitssicherheitsmaßnahmen muss ich beim Umgang mit Spänen treffen? Oder wenn ich mit Druckluft arbeite? Und: Welche persönliche Schutzausrüstung benötige ich in dieser Situation?

Die Bandbreite der Antworten ist weit gespannt und wird – was die persönliche Schutzausrüstung anbelangt – mit Anschauungsexemplaren untermauert: verschiedene Sorten von Schutzbrillen, Handschuhen, Helmen, Gesichtsschutz, verschiedenen Sorten von Sicherheitsschuhen u.s.f. sind ausgestellt. So sollen die MitarbeiterInnen auf ihren Alltag aus Arbeitssicherheit-Sicht eingestimmt werden.

 


An der Station „Persönliche Schutzausrüstung“ leuchten auf dem Bildschirm unterschiedliche Arbeitssituationen auf, zu denen richtige Schutzmaßnahmen und -ausrüstung zu bestimmen sind (Markus Katsulis).


Stress hat viele Gesichter

Neuland im „Safety Land“ ist schließlich die Station zum Thema Stress. „Dieses Thema haben wir bisher noch nie beleuchtet“, sagt Peter Czetina/Arbeitssicherheitsexperte. Dabei wirke sich Stress sehr stark auf die Arbeitssicherheit aus. Stress aufgrund von Termindruck, Überstunden, Rufbereitschaft, Erfolgsdruck, schlechter Arbeitsplatzausstattung, hoher körperlicher Belastung u.s.f.

„Wir wollen mit dieser Station die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter für dieses Thema erhöhen“, erklärt Peter Czetina und demonstriert die zwei Übungen, die die Teilnehmer nachdenklich machen sollen: Einmal wird ein Teilnehmer aufgefordert mit zwei Bällen zu jonglieren und bekommt plötzlich einen dritten zugeworfen. Die Erfahrung: Unerwartetes und Veränderungen machen Stress und lösen Fehler aus.

Bei der zweiten Übung treten zwei Teilnehmer gegeneinander an. Jeder hat die Aufgabe aus Holzteilen einen Turm zu bauen. Die Lektion, die dabei vermittelt wird: Angesichts von Leistungsdruck, Termindruck passieren leichter Fehler.

 

Peter Czetina hilft bei der Auswahl der richtigen persönlichen Schutzausrüstung (v.l.n.r.: Peter Czetina, Niklas Koch, Nikola Jelisavac, Markus Katsulis).


Die Lehrlinge Niklas Koch (l.) und Nikola Jelisavac (Hörbiger Ventilwerke) präsentieren ihre Auswahl für die persönliche Schutzausrüstung.


Für persönliche Schutzausrüstung gibt es viele verschiedene Möglichkeiten

Für jede Gelegenheit den richtigen Sicherheitsschuh

Einen Holzturm bauen, um den Einfluss von Stress zu erkennen … (v.l.n.r.: Nikola Jelisavac, Markus Zangl, Markus Katsulis, Niklas Koch).


Im Blitztempo

„Die fünf Stationen im neuen Safety Land waren schnell aufgebaut“, berichtet Peter Czetina. Eine fünfte Station gilt dem Thema Abfalltrennung. Sie wurde von Umweltmanager Gregor Trunk gestaltet. Der bisher von der Lehrwerkstätte für die Vorbereitungsarbeiten für die Lehrabschlussprüfung genutzte Bereich wurde im Jänner 2018 geräumt.

Von der Lehrwerkstätte (die auch Trainer für das Safety Land stellt) kam noch mehr tätige Unterstützung: Einige Lehrlinge bauten unter Anleitung von Ausbildner Erich Schneemayer im Schweißkurs die Station „Innerbetrieblicher Verkehr“ zusammen.

Am 12. April fand das Training der Trainer statt, am 16. April gab es das erste Training für MitarbeiterInnen. Dauer: eine halbe Stunde.

Jonglieren zur Bewusstseinsbildung, wie Unvorhergesehenes zu Fehlern führen kann (Nikola Jelisavac (l.), Markus Katsulis).

Stand April 2018

Text: Kristin Engelhardt, Fotos: Helga Mayer