Auf Sophies Spuren

Rosalie lässt den Roboter tanzen. Je nachdem auf welche Steuerungsmatte sie springt, vollzieht die Maschine mit Greifarm komplexe dreidimensionale Bewegungen. Kommt die Schülerin dem Arm zu nahe, stoppt er. „Ein Auto … zu entwickeln … ist ja gar nicht schrauben … und Öl … und so … sondern voll cool“, lautet ihre Erkenntnis während sie von Matte zu Matte springt. 200 Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren haben am Girls‘ Day (28. März) in Rüsselsheim erkundet, warum Autos zu entwickeln so spannend ist wie nie – mit exklusiven Einblicken und jeder Menge Spaß an Technik.

 

„Herz und Hirn“ des Mädchentags: Julia Schad (links) und Celine van de Loo organisieren den Girls‘ Day bei Opel.

 

 

Weibliche Wurzeln

Die Pionierin und Unternehmerin Sophie Opel war es, die Opel zu einem der erfolgreichsten Automobilunternehmen in Europa weiterentwickelte. Für den Autobauer mit dem Blitz ist es Ehrensache, sich beim Girls‘ Day zu engagieren. Seit 2007 unterstützt Opel das Ziel, Frauen für die Berufe im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu gewinnen.

„Die Anforderungen in der Automobilindustrie wandeln sich: Wir werden elektrisch und entwickeln uns zum Mobilitätsdienstleister. Kreativität und Ideen sind gefragt“, sagt Kommunikationschef Harald Hamprecht zur Begrüßung der Mädchen im Auditorium, bevor die in die diversen Workshops Richtung Entwicklungszentrum, Berufsausbildung oder zum SWE-Training aufbrechen.

 

Autobauer sucht Frau?

Ja, denn die Diversität der Gesellschaft soll sich möglichst auch in der Zusammensetzung der Mitarbeiter widerspiegeln. „Die Mädchen sollen sich an diesem Tag abseits von Geschlechterklischees über Berufe informieren können“, sagt Julia Schad. „Wir möchten ihnen ermöglichen, freier und mutiger ihre Berufswahl zu treffen“, sekundiert Celine van de Loo. Die Projektleiterinnen Talent Acquisition/HR planen seit drei Jahren nicht einfach nur die Anmeldung und den reibungslosen Ablauf des Tags bei Opel – sie sind „Herz und Hirn“ der Veranstaltung. Sie möchten den Mädchen die Angst vor der Technik nehmen. „Zumal in der modernen Automobilentwicklung die Netzwerkarbeit, aber auch Sprachkompetenzen eine immer wichtigere Rolle spielen“, sagt Julia Schad. Die Abläufe sind fest eingespielt: Drei Monate Planung, zehn Kollegen im Kernteam und nochmals 60 Kollegen, die die Workshops planen und durchführen. Ihr Anspruch: Die Projektleiterinnen möchten den „Girls‘ Day“ „jedes Jahr ein bisschen besser und effizienter machen.“

 

 

Im Lichttunnel:Ingenieur Volker Dörr erklärt wie die Reflexionslinien auf der Oberfläche dabei helfen, Blechteile zu optimieren.

 

 

Der Lichttunnel perfektioniert nicht nur Bleche – er ist „most instragrammable“ .

Eine Neuerung 2019: Es gibt ein üppiges Lunchpaket statt eines Kantinenbesuchs. Celine van de Loo: „Das macht den Tag kompakter und auch ein Stück weit gemütlicher.“ Statt nun also den Workshop zu unterbrechen und in die Kantine zu laufen, sitzen an diesem Donnerstag zur Mittagszeit Mädchen mit ihren Vollkornschnitten Seite an Seite mit dem kollaborativen Roboter, in der Werkstatt von Aftersales oder mit Blick auf den Lichttunnel im H-Bau.

 

Potenzielle Fotokulisse

Pia und Sheima fachsimpeln gerade darüber, dass man im Lichttunnel super Fotos machen könnte. „Most instragrammable“ nennen sie die potenzielle Kulisse für das beliebte Fotonetzwerk – so können die Mädchen auch auf dem Opel-Ausbildungskanal von Instagram während des Tages ihre Fotos posten. Aber wissen die Schülerinnen auch, wofür der Tunnel eigentlich da ist? „Klar“, setzt Sheima an, „die Lichtstreifen helfen, die Qualität der Oberflächen von Blechteilen von neuen Autos noch besser zu machen.“ „Die neuen Autos heißen Prototypen“, ergänzt Pia. Der Ingenieur Volker Dörr von ME Body Systems lächelt zufrieden: „Besser hätte ich es auch nicht erklären können.“

 


April 2019