Leichte Geburt

„Eltern-Check soll die wesentlichen Informationen zusammenfassen und dabei einen zeitlichen roten Faden anbieten.“

Herr Voss, vor einigen Monaten haben Sie eine Website für werdende Eltern veröffentlicht. Was steckt dahinter?
Erst einmal viel Arbeit. (lacht) Nein, im Ernst: Die Seite soll werdenden Eltern während und schon vor der Schwangerschaft als Ratgeber und Leitfaden dienen. Denn wenn man sich online zu dem Thema informieren möchte, liefert Google sofort mehrere Millionen Treffer aus. Da steht man natürlich erst einmal wie der Ochse vorm Berg und weiß gar nicht wo man anfangen soll.

Welchen Vorteil bietet die Seite gegenüber anderen Ratgebern?
Informationen rund um das Thema Schwangerschaft gibt es im Internet natürlich wie Sand am Meer, sei es vergraben in endlosen Forenbeiträgen oder in Form von Schwangerschafts-Apps. Der Sinn von Eltern-Check ist jedoch, die wesentlichen Informationen zusammenzufassen und dabei einen zeitlichen roten Faden anzubieten. Zum Beispiel, wann eigentlich ein guter Zeitpunkt ist, um sich um einen Kita-Platz zu kümmern.

Wann, weshalb und wie: David Voss gibt (werdenden) Eltern mit seinem Schwangerschaftsratgeber hilfreiche Tipps.

„Es ist gar nicht so leicht, unter den Milliarden von Informationen überhaupt in Google aufzutauchen.“

Welchen Service bietet die Website genau?
Zunächst gibt es eine zeitliche Auflistung der einzelnen Checkpunkte während und auch nach einer Schwangerschaft. Werdende Eltern können den errechneten Geburtstermin eintragen und erhalten so alle Informationen und Empfehlungen persönlich zugeschnitten. Die Checkliste kann man auch ausdrucken und nach und nach abhaken. Zudem haben wir ein Quiz mit zehn Fragen, die verschiedene Themenfelder aufgreifen. Und wer Erinnerungen und weitere Informationen erhalten möchte, der kann sich für den Newsletter anmelden.

Wie sind Sie bei der Konzeption dann vorgegangen?
Ich habe erst einmal geschaut, welche Fragen für werdende Eltern wichtig sind. In welcher Geburtsklinik soll das Kind geboren werden? Welche Erstausstattung braucht man überhaupt für ein Kind? Die relevanten Informationen habe ich online und aus Ratgeberbüchern gesammelt, chronologisch sortiert und in eine Checkliste überführt. Nach etlichen Stunden war unser persönlicher Eltern-Check fertig. Dieser hat für meine Frau und mich dann so gut funktioniert, dass wir uns gefragt haben, ob nicht auch andere werdende Eltern daran Gefallen hätten. So war die Idee geboren.

Welche Erfahrungen hatten Sie zuvor mit der Erstellung von Webseiten?
Wenig, ich wusste kaum etwas über das Erstellen einer Website. Ich habe zwar Informatik studiert, aber meine Programmierkenntnisse waren schon stark eingerostet. Glücklicherweise sind Websites aber kein Buch mit sieben Siegeln mehr und so kam ich dann doch dahinter. Die Arbeit – also das Programmieren der Seite, Verfassen der Texte und Formulieren des Leitfadens – hat dann etwa vier Wochen gedauert. Das war eine sehr spannende Erfahrung und aktuell lerne ich, wie man eine Website überhaupt sichtbar macht. Denn es ist gar nicht so leicht, unter den Milliarden von Informationen überhaupt in Google aufzutauchen.

Wie gelingt das?
Ich bin kein Experte auf dem Gebiet, aber der Text sollte möglichst so formuliert sein, dass sich wichtige Keywords wiederholen. Aber auch Textformatierungen, dass man bestimmte Überschriften in bestimmten Mustern auf der Website platziert. Ziel ist, dass Google oder andere Suchmaschinen die Seite und dessen Mehrwert besser verstehen.

 


↑ VIDEO: Eltern-Check.net – der Ratgeber für werdende Eltern


„Die Seite muss und wird sich immer weiterentwickeln – zum Beispiel auch, wenn es eine neue Gesetzgebung gibt.“

Beim Öffnen der Website fällt sofort ein Video ins Auge, das gewissermaßen an die How-To-Videos erinnert, die Sie für Opel erstellt haben …
Ich denke auch, dass man den Bogen zu Opel spannen kann. Im Bereich Customer Experience habe ich bis Sommer 2018 im Team Voice of the Customer gearbeitet. Dort haben wir uns mit den Problemen unserer Kunden beschäftigt und es stellte sich immer wieder heraus, dass es beim Thema Bedienbarkeit unserer Autos, vor allem der Infotainment-Systeme, noch Nachholbedarf gibt. Daher haben wir dann unsere How-To-Videos aufgesetzt. Da die Eltern-Check-Website schon recht viele Infos bietet, habe ich auch hier ein solchen Clip erstellt. Dieser erklärt in einer Minute, um was es auf der Seite geht.

Wie ist das Feedback, das Sie bislang zu der Seite bekommen haben?
Sehr gut. Wir haben sogar schon zwei Partner gewonnen, die unsere Inhalte streuen – ohne finanzielle Gegenleistung natürlich. In einer Online-Umfrage haben wir auch gutes Feedback unserer Nutzer bekommen.

Können Sie ein paar Beispiele nennen?
Einige Besucher unserer Seite wünschen sich zum Beispiel weitere Eltern-Checkpunkte für die ersten Jahre des Kleinkindes. Andere weisen auf die regionalen Unterschiede hin, etwa bei der Suche nach einer Geburtsklinik. In Berlin beispielsweise ist diese deutlich schwieriger als in Frankfurt. Oder zuletzt hat auch unsere Werksärztin bei Opel, Frau Dr. Albuszies, den Hinweis gegeben, dass der Arbeitgeber schon vor der 13. Schwangerschaftswoche in Kenntnis gesetzt werden muss, falls der Arbeitsplatz für Mutter oder Kind schädlich sein könnte. Allgemein muss und wird sich die Seite immer weiterentwickeln – zum Beispiel auch, wenn es eine neue Gesetzgebung gibt.

Die vielleicht wichtigste Frage zum Schluss: Wie lautet Ihr Rezept für eine gute und entspannte Schwangerschaft?
Generell sollte man sich nicht verrückt machen oder machen lassen. Jede Schwangerschaft ist auf ihre Art sehr individuell und man sollte die Sache mit gesundem Menschenverstand angehen, sich auf das Wesentliche konzentrieren und buchstäblich auf sein Bauchgefühl vertrauen – und diese besondere Zeit genießen.

Vielen Dank für das Gespräch.


Mai 2019

Text: Maximilian Köhling; Fotos: Andreas Liebschner; Video/Grafiken: www.eltern-check.net