Statt Fernsehen

 

Die liebste Freizeitbeschäftigung der ÖsterreicherInnen ist Fernsehen – berichtet die Statistik Austria. Nicht so bei Matthias Raab, seit zwei Jahren Qualitätsingenieur bei Opel Wien. Ihm haben es extra-große Puzzles angetan; so ab 2.000 Einzelteilen aufwärts. Möglichst mit schönen Landschaftsmotiven. Damit er sie mit seiner Frau – und manchmal auch mit Töchterchen Sophie – gemeinsam zusammensetzen kann.

„Die soziale Komponente ist mir vor allem wichtig“, sagt Raab. „Mit meiner Frau in Ruhe Zeit verbringen, nett plaudern und dabei puzzeln – das gefällt mir.“ Ah ja, und das Erfolgserlebnis – wenn das Puzzle fertig ist – ist natürlich auch eine feine Sache.

 

14 Monate für 11 Quadratmeter

Der Qualitätsingenieur erzählt: „So weit ich mich erinnern kann, habe ich schon immer gern gepuzzelt. Aber seit zwei Jahren verstärkt.“ Und betont: Es gehe ihm wirklich nur um das Puzzeln selbst, das Zusammensetzen der Bilder. Kein Aufhängen der Puzzles gäbe es da, nur ein kurzes Ansehen nach dem Fertigstellen. Die Hauptsache: „Es geht uns – meiner Frau und mir – einfach darum Zeit gemeinsam zu verbringen.“

Anlässlich des letzten Puzzle-Projekts war das ziemlich viel Zeit: 14 Monate benötigte Matthias Raab mit seiner Frau, um das damals als weltgrößtes verkauftes Puzzle – mit den Maßen 5,80 mal 1,87 Meter, bestehend aus 33.600 Einzelteilen – fertigzustellen.

Das Riesen-Puzzle bestand aus mehreren Einzelteilen.

»Man braucht nur Geduld.«

 


Frau Raab und Sophie Raab beim Puzzeln.

Am 10. Dezember 2016 hatte das Ehepaar das Puzzle – mit Dschungelmotiven und vielen Tierbildern – endlich fertig. Und dann? „Wir haben uns das Puzzle fünf Tage lang angeschaut. Danach haben wir es wieder abgebaut. Und dann haben wir es weiterverkauft.“  Puzzles mit 2.000 oder 3.000 Einzelteilen kosteten schon mal 50 Euro oder mehr, berichtet Matthias Raab. Dieses hingegen habe für 33.600 Teile nur 250 Euro gekostet.

33.600 Einzelteile

Das Zusammensetzen des Riesenpuzzles hat bei Matthias Raab auf jeden Fall starke Eindrücke hinterlassen: „Das Puzzle war zum Glück auf zehn Zwischenteile aufgeteilt. Die haben wir – auf viele Platten verteilt – im Wohnzimmer zusammengebaut. Erst am Ende haben wir die Segmente aneinandergefügt.“ Und: „Ich muss gestehen, dass wir zwischendurch einige ‚schwierige‘ Momente hatten. Im Sommer war die Motivation nicht immer sehr hoch.“ Jedoch zuletzt: „Umso stolzer sind wir, dass wir das Puzzle auch wirklich abgeschlossen haben.“


Das nächste Puzzle-Projekt folgt

An welchem Puzzle er und seine Frau derzeit arbeiten? Matthias Raab mit einem Lächeln: „Derzeit an keinem. Wir haben Nachwuchs bekommen. Sobald sich unser Familienleben wieder eingespielt hat, werden wir sicher wieder mit dem Puzzeln loslegen.“

Zum Schluss hat der Qualitätsingenieur noch einen Tipp für künftige Puzzle-Fans: „Man braucht keine besonderen Fähigkeiten. Nur Geduld. Und die Fähigkeit nicht aufzugeben.“

Matthias Raab mit Töchterchen Sophie beim Puzzeln

Matthias Raab mit Töchterchen Sophie beim Puzzeln.

Geschafft! Matthias Raab neben dem fertigen Riesenpuzzle.


Puzzle – Daten


Das Puzzle-Spiel wurde 1767 in England vom Kupferstecher und Kartenhändler John Spilsbury erfunden.

Beim 3. Deutschen Puzzletag in Ravensburg am 28. September 2008 wurde das bisher größte Puzzle der Welt gelegt (Guiness-Buch der Rekorde): 15.500 Menschen setzten in fünf Stunden aus 1.141.800  Teilen ein 600 m2 großes Puzzle zusammen.

29. Jänner ist Internationaler Puzzletag.

 


 

Text: Kristin Engelhardt, Fotos: Helga Mayer