Nichtrauchen ist gesünder

Umfassendes Werbematerial und sogar eine App gibt es für Raucherentwöhnungswillige.

Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz § 30 sieht per 1. Mai 2018 eine Neuregelung zum NichtraucherInnenschutz am Arbeitsplatz vor. Und zwar besteht ein Rauchverbot

 

–  „in Arbeitsstätten in Gebäuden für ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen, sofern NichtraucherInnen in der Arbeitsstätte beschäftigt werden (Abs. 2)“, und

–  „in Aufenthalts-, Bereitschafts-, Sanitäts- und Umkleideräumen (Abs. 3)“.

 

Allgemein gilt, dass der Arbeitgeber dafür zu sorgen hat, dass nicht rauchende ArbeitnehmerInnen vor den Einwirkungen von Tabakrauch am Arbeitsplatz geschützt sind, soweit dies nach der Art des Betriebes möglich ist (Abs. 1).

Opel Wien hat daher alle „Raucherplätze“ im Werk und für RaucherInnen bestimmten Pausenräume entfernt beziehungsweise in Räume für NichtraucherInnen umgewidmet. Wer ab nun rauchen will, muss sich ins Freie begeben. Dazu wurden eigens Raucherplätze im Freien eingerichtet. Diese neuen Raucher-Regelungen gelten für RaucherInnen von Zigaretten und anderen Tabakwaren, von E-Zigaretten und Verdampfern.


Die Vorträge zum Thema Rauchen wurden mit vielfältigem Anschauungsmaterial (inkl. Videos) und umfangreichem Werbematerial gestaltet (im Bild Betriebsärztin Dr. Brigitt Crailsheim).


Arbeitsmediziner Dr. Michael Nickl/AUVA informierte im Werk Aspern zum Thema Rauchen.

Personaldirektorin Barbara Schlosser sagt dazu: „Es war außergewöhnlich – auch in Österreich –, dass man in unserem Werk noch nebenbei an der Produktionslinie beziehungsweise in der Produktionshalle rauchen durfte. Mit all den Schwierigkeiten, die hier für Raucher verbunden sind, ist die Zeit gekommen, dass wir uns der Gesundheitsförderung widmen.“

 

Eine Chance,
mit dem Rauchen aufzuhören

Opel Wien hat die Neuerung zum Anlass genommen eine Informationskampagne zu starten, um RaucherInnen im Werk zu unterstützen, wenn sie mit dem Rauchen aufhören wollen, sowie NichtraucherInnen über die Gefahren des aktiven und passiven Rauchens aufzuklären.

Abgesehen von einer Sicherheitsunterweisung der Arbeitssicherheit, die allen MitarbeiterInnen übermittelt wird, lud die Personalabteilung Experten zu Fachvorträgen ein. An zwei Tagen im April gab es Informationsveranstaltungen von Dr. Michael Nickl/Arbeitsmediziner der AUVA. Wer wollte – RaucherIn oder NichtraucherIn -, konnte sie besuchen.

Der AUVA-Experte bot einerseits mit plastischen Beispielen eine Einführung zu den Symptomen der Raucher-Abhängigkeit und Folgeschäden des Rauchens. Andererseits bot Betriebsärztin Dr. Birgitt Crailsheim mithilfe vielfältigen Anschauungsmaterials (inkl. Videos) einprägsame fachliche Informationen zum Thema Rauchen und Rauch-Entwöhnung. Auch der Hinweis auf eine App zum Thema Raucherentwöhnung fehlte nicht. Informationen zu pharmazeutischen Hilfsmitteln gab es von einer Vertreterin der Asperner Apotheke zum Löwen.


Antiraucher-Information mit viel Engagement und abschreckendem Bildmaterial (im Bild Betriebsärztin Dr. Birgitt Crailsheim).

Ähnliche Informationsveranstaltungen folgen am 16. und 23. Mai: mit Beratung durch Betriebsärztin Dr. Birgitt Crailsheim und Experten-Vorträgen zum Thema „Rauchfrei im Betrieb“ (Dr. Barth/Wiener Gebietskrankenkasse). Eine Vertreterin der Apotheke zum Löwen aus Aspern und die Pharmafirma Johnson & Johnson bieten Informationen zu Produkten, die bei der Rauch-Entwöhnung unterstützen. Die Pharmafirma stellt auch das Gerät zur Verfügung, mit dem Atemluft-Messungen durchgeführt werden können.     Außerdem gibt es Referate zur „Allen Carr-Methode“. Diese Methode der Firma Easyway unterstützt mithilfe von Seminaren bei der Raucherentwöhnung.

 

Ein Lungenfunktionstest überzeugt

Wer noch mehr Information oder Hilfestellung beim Rauchen-Abgewöhnen will, ist eingeladen Betriebsärztin Dr. Birgitt Crailsheim aufzusuchen.

Ab den Informationsveranstaltungen im Mai gibt es im Werksärztlichen Dienst nicht nur ausführliches Informationsmaterial zum Thema Rauchen, sondern auch die Möglichkeit zu Atemluft-Messungen im Hinblick auf CO-Gehalt (mithilfe eines CO-Messgeräts). Weiters kann die Lungenfunktion mithilfe eines speziellen Geräts getestet werden. So erhalten die Probanden Aufschluss darüber, ob ihre derzeitige Lungenfunktion der altersgerechten Norm entspricht.

Jeder Raucher/Jede Raucherin kann für sich entscheiden, ob er/sie mit dem Rauchen aufhören will oder nicht und ob er/sie dabei das Informationsangebot von Opel Wien annehmen will.

Text: Kristin Engelhardt, Fotos: Helga Mayer