Am Anfang steht die Skizze

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Erhard Schnell, hier am Clay-Modell, hat epochenmachende Ikonen wie den GT oder den Calibra gezeichnet. Im Hintergrund hängen einige Design-Skizzen.

Eine Skizze ist eine Ausdrucksmöglichkeit, bei der es nicht zuallererst auf Genauigkeit ankommt, sondern auf die markante Darstellung. Und es ist eine Kunst. Eine, die Erhard Schnell auch heute noch perfekt beherrscht. Ganz in Schwarz gekleidet betritt die 87-jährige Design-Legende das Opel Design Center in Rüsselsheim. Das Center feiert 50. Geburtstag, erstmalig überhaupt können Opel-Mitarbeiter die ansonsten streng abgeschirmten Hallen betreten. Erhard Schnell lässt es sich nicht nehmen, auf eine Stippvisite vorbeizuschauen. „Die heutige Arbeit unterscheidet sich nicht von der damals“, sagt er mit Blick auf den Zeichentisch. Am Anfang des kreativen Prozesses stehe nach wie vor die von Hand gezeichnete Skizze. Lediglich die Arbeitsmittel haben sich geändert. „Waren es früher Stift und Blatt sind es heute Hightech-Computerprogramme, doch auch diese Programme brauchen den kreativen Input.“

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Zum 50. Geburtstag des Design Centers hat Erhard Schnell alle kreativen Köpfe des Opel-Designs der vergangenen fünf Jahrzehnte auf einem Fahrrad vereinigt.

 

Erhard Schnell hat epochenmachende Ikonen wie den GT, CD, GT2, TECH1 oder den vielfach ausgezeichneten Calibra gezeichnet. Viele der Entwürfe sind erhalten. Eine Auswahl ziert die Wände des Design-Studios. Es sind Skizzen, die mitunter auch den Zeitgeist widerspiegeln. Hinter einem futuristischen Fahrzeug, das zu schweben scheint, steigt eine Rakete in den Himmel. „Die Mitte der 60-er Jahre allgegenwärtige Faszination der Möglichkeiten der Raumfahrt fanden in den Skizzen ihren Niederschlag“, sagt Schnell. Auch heute noch beherrscht Schnell die Kunst der markanten Linien: „Ich habe meine Arbeit auf mein Zuhause übertragen. Gestalte den Garten oder mein Haus. Oft aquarelliere ich auch noch. Ganz werde ich die Finger wohl niemals davon lassen können.“ Zum 50. Geburtstag des Design Centers hat Schnell alle kreativen Köpfe des Opel-Designs der vergangenen fünf Jahrzehnte auf einem Fahrrad vereinigt. Schnell: „In Anlehnung an das berühmte Foto, das alle fünf Opel-Söhne auf einem Quintuplet zeigt.“

 

Hunderte zeitlos schöne Skizzen sind in den vergangenen fünf Jahrenzehnten im Opel Design Center entstanden. Exklusiv für die Leser der Opel Post steht hier eine Auswahl der schönsten Design-Skizzen zum Download bereit.

 

Opel Design-Skizzen GT

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Opel Design-Skizzen C-Kadett

Design-Sketch-08

 

Opel Design-Skizzen USA Influences

Design-Sketch-20

Die Besten ihres Fachs

25 Jahre alt war Erhard Schnell, als er 1952 nach einer Ausbildung zum Grafiker und einem Kunst-Studium bei Opel seine eindrucksvolle Laufbahn startete. 1964 wurde er Leiter des neu gegründeten Advanced Studio.

Die Abteilung im N10 bot die Möglichkeit, sich frei von der täglichen Designarbeit mit dem auseinanderzusetzen, was nicht morgen oder übermorgen auf die Straßen rollen sollte, sondern Möglichkeiten und Chancen für Produkte zu entwickeln, die erst Jahre später das Interesse der Kunden wecken könnten. Diese Aufgabe machte das Opel-Designstudio einzigartig in Europa.

Das Opel Design Center entwickelte sich zu einer europäischen Schule für Automobildesign, die eine magische Anziehungskraft auf die Besten ihres Faches ausstrahlte. Neben Erhard Schnell waren das unter anderem Anatole Lapine, George Gallion, Charles M. ‚Chuck‘ Jordan, Herbert Killmer, Chris Bangle, Murat Nasr oder Hideo Kodama.