Davon profitiert die
gesamte Groupe PSA

Rüsselsheim TechDay (11.-14. Juni 2018): 240 Journalisten, Analysten, Zulieferer, Händler, Politiker und Mitarbeiter erfahren, welche Schlüsselrolle das Forschungs- und Entwicklungszentrum Rüsselsheim im globalen Engineering-Netzwerk der Groupe PSA übernimmt.

Rüsselsheim TechDay: Entspanntes Halbdunkel, bequeme Sessel, eine gigantische Leinwand. Im Virtual Reality-Room des Design Centers herrscht Kinoatmosphäre. Der Titel des exklusiven Trailers lautet „Forschung & Entwicklung in Rüsselsheim für die gesamte Groupe PSA“. In den Hauptrollen: Brennstoffzellen, Testautomatisierungen und Sitzkonstruktionen. Denn Kollegen des Entwicklungszentrums nutzen die Veranstaltung, um Journalisten, Händlern und Mitarbeitern aufzuzeigen, welche Schlüsselrolle Opel innerhalb der Groupe PSA einnimmt.

Das bedeutet eine Stunde voller Informationen, Vorträge, Charts und Videos. Die Botschaft: „Unser Engineering Center bringt typische Opel-Stärken in den globalen Entwicklungsverbund des Unternehmens ein“, sagt Frank Jordan, Director Innovation & Advanced Engineering und verweist auf insgesamt 15 sogenannte Centers of Competence (CoC), die am Stammsitz angesiedelt sind. „Davon profitiert die gesamte Groupe PSA.“ Mögliche Konkurrenz im Hinblick auf die weiteren Konzernmarken Peugeot, Citroën und DS Automobiles sieht Jordan keine.

 

„Jede Marke innerhalb der Groupe PSA hat eigene Kundenprofile. Klar ist: Ein Opel wird immer ein Opel bleiben.“

– Frank Jordan –

 

„Jede Marke hat eigene Kundenprofile, und wir ergänzen die französischen Marken bestens. Klar ist: Ein Opel wird immer ein Opel bleiben“, erklärt er. Das Rüsselsheimer Entwicklungszentrum garantiere für Opel die Verbindung von deutscher Ingenieurskunst, Präzision und Innovationen, die der Kunde sich leisten kann.


Gebündeltes Know-how: Frank Jordan erklärt, welche 15 Kompetenzzentren am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim angesiedelt sind.


Stefan Koob leitet als Senior Manager Seat Development das Center of Competence der Sitzentwicklung.

Als eines der 15 Kompetenzzentren zeichnet die Sitzentwicklung im Engineering Center künftig für alle Sitze der Groupe PSA verantwortlich. Stefan Koob, Leiter des CoC in Rüsselsheim, betont das Rüsselsheimer Know-how, das man unter anderem durch jahrzehntelange Entwicklungsarbeit für den US-amerikanischen Markt erworben habe. „Die Ansiedlung des Kompetenzzentrums in Rüsselsheim ist daher ein logischer Schritt“, so der Senior Manager Seat Development, der Flexibilität und Komfort als die zentralen Stärken der Opel-Sitze nennt.

 

„Ob Peugeot, Citroën, DS Automobiles, Vauxhall oder Opel – die Sitze kommen aus Rüsselsheim, aber natürlich behält jede Marke ihre eigene Sitz-DNA.“

– Stefan Koob –

 

Die größte Herausforderung der nun in Rüsselsheim gebündelten Entwicklungskompetenz liege derweil in den Spezifika von Peugeot, Citroën und DS Automobiles. „Generell möchten wir natürlich die DNA aller Groupe PSA-Marken beibehalten, da jeder Kunde weiterhin den für sein Auto typischen Sitz wiedererkennen soll. Die Kundenzufriedenheit steht für uns an oberster Stelle.“


„In einem topmodernen Oberklassewagen stecken zehnmal mehr Software-Programmzeilen als in einem Verkehrsflugzeug“, sagt Dr. Marco Moebus, Business Planning Manager Engineering & Quality. Demnach sei es kein Wunder, dass traditionelle Entwicklungskonzepte längst an ihre Grenzen gestoßen sind. Das CoC für Testautomatisierung in Rüsselsheim entwickelt daher innovative Validierungsmethoden auf drei großen Themengebieten: dem autonomen Fahren, der Konnektivität sowie an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Um Entwicklungszeiten zu verkürzen, werden in Rüsselsheim beispielsweise Infotainment-Systeme bereits automatisiert über Nacht oder übers Wochenende getestet.

 

„Das Ziel: Ein automatisiert fahrendes Auto muss besser sein, als der Mensch.“

– Dr. Marco Moebus –

 

Und auf dem Weg zum autonomen Fahren geht an neuen Validierungsmethoden sowieso kein Weg vorbei. Zu groß sind die Datenmengen, die erfasst und ausgewertet werden müssen. Um allein für die Autobahn-Automatisierung eine ausreichende statistische Signifikanz zu erreichen, sind 120 Millionen (!) Testkilometer nötig. Ein Aufwand, der sich für jede neue Funktion – und sei es nur eine neue Sensortechnologie – wiederholen würde. Ohne innovative Validierungskonzepte gebe es kein autonomes Fahren, so Moebus.  „Denn ein automatisiert fahrendes Auto muss besser sein, als der Mensch“, wie Moebus betont. „Wir müssen dem Fahrzeug vertrauen können. Denn wer würde seine Kinder bei einem unsicheren Fahrer mitfahren lassen?“

Dr. Marco Moebus erklärt beim TechDay 2018 die Aufgaben des CoC für Testautomatisierung.


↑ Video: Forschung & Entwicklung in Rüselsheim für die gesamte Groupe PSA


Dr. Lars Peter Thiesen geht beim TechDay 2018 auf die Tradition und Zukunft der Brennstoffzellen-Technologie bei Opel ein.

Den Stand der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie thematisiert Dr. Lars Peter Thiesen, Manager Advanced Technology Strategy, und erläutert, was genau dahinter steckt: nämlich getankter, hochkomprimierter Wasserstoff (H2), der mit dem Sauerstoff (O2) aus der Umgebungsluft bei etwa 80 Grad Celsius Elektrizität erzeugt, die wiederum den Elektromotor des Autos antreibt. Wasserdampf (H2O) kommt als einziges Produkt aus dem Auspuff.

„Brennstoffzellenfahrzeuge kombinieren in einzigartiger Weise drei Eigenschaften: Sie emittieren kein CO2, haben eine hohe Reichweite und können in drei Minuten betankt werden“, so Thiesen. Das neue Kompetenzzentrum „Wasserstoff & Brennstoffzelle“ in Rüsselsheim könne auf eine langjährige Opel-Erfahrung auf diesem Gebiet bauen. Denn: Opel unterhielt von 1997 bis 2012 ein Entwicklungszentrum für diese Technologie in Mainz-Kastel. Hier, in unmittelbarer Nähe zu Rüsselsheim, entwickelten 250 Experten Elektroantriebe mit Batterie und Brennstoffzelle.

 

„Brennstoffzellenfahrzeuge kombinieren drei Eigenschaften: Sie emittieren kein CO2, haben eine hohe Reichweite und können in drei Minuten betankt werden.“

– Dr. Lars Peter Thiesen –

 

Für die meisten der einst offenen Fragen – etwa die Wasserstoffspeicherung, die Betankung und die Dauerhaltbarkeit des Systems – habe man inzwischen Antworten gefunden. „In puncto Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit ist ein Brennstoffzellenfahrzeug heute vergleichbar mit einem herkömmlichen Auto. Selbst der Kaltstart bei minus 20 Grad und die Drei-Minuten-Betankung stellen kein Problem mehr dar“, erklärt Thiesen. Die Kosten für das Antriebssystem und der Ausbau der Tankstelleninfrastruktur seien die beiden verbliebenen großen Herausforderungen. Mehr als 20 Jahre nach dem Beginn der Entwicklungsarbeiten, aus der drei Fahrzeuggenerationen hervorgingen, habe Opel eine breite Expertise auf dem Gebiet von Wasserstoff und Brennstoffzellen. „Wir haben uns mit allen Aspekten dieser Technologie beschäftigt. Darauf wollen wir aufbauen.“


Digitalisierung lässt grüßen: Die Komplexität eines Systems oder Produkts lässt sich an Software-Programmzeilen ablesen – und das Auto fährt in diesem Ranking vorneweg.


Stand Juni 2018

Fotos und Grafiken: Opel