Das Beste aus zwei Welten

Rüsselsheim TechDay (11.-14. Juni 2018): Rund 240 Journalisten, Finanzanalysten, Zulieferer, Händler, Politiker und Mitarbeiter erfahren, welche Schlüsselrolle das Forschungs- und Entwicklungszentrum Rüsselsheim im globalen Engineering-Netzwerk der Groupe PSA übernimmt.

Wie moderne Installationen thronen die beiden Stargäste des Rüsselsheimer TechDays im Präsentationsraum des Design Centers. Links auf der Seite liegend in Weiß, abgesetzt mit tiefem Rot und Orange präsentiert sich die Efficient Modular Platform (EMP2), rechts im kompletten Metall-Look auf vier Stützen die Common Modular Platform (CMP). Es sind die beiden Multi-Energy-Plattformen der Groupe PSA, auf denen alle künftigen Opel-Modelle basieren werden; Opel Combo und Opel Grandland X tun es bereits. Bevor der Workshop startet, studiert ein Besucher – es ist der Rüsselsheimer Manager ME &Launch Thomas Bukowski – die Grundkonstruktionen ganz genau.

 

„Zwei Plattformen statt neun – wir agieren auf einem neuen Niveau, das uns ermöglicht, zu wettbewerbsfähigen Kosten zu entwickeln und fertigen.“

 

– Dr. Flavio Friesen –

 

„Das ist bis ins Detail durchdacht und deutlich effizienter herstellbar als unsere bisherigen Plattformen“, nickt Bukowski anerkennend. Bei ihm  also können die Konstruktionen auf Anhieb punkten. Zwei Experten – Dr. Flavio Friesen fürs Engineering und Holger Weyer fürs Design –  sind da, um den übrigen Besuchern aufzuzeigen, wie effizient die modularen Plattformen der Groupe PSA auch einsetzbar sind. Und gleichzeitig dem Design völlig neue Freiheiten einräumen.


Stargast II: Auf der größeren Basis, der Efficient Modular Platform (EMP2), sind bereits der Grandland X und der Combo entwickelt worden. Es gibt zusätzlich die Option des Hybridantriebs. Hier wird der Grandland X als allradangetriebener PHEV 2020 debütieren.


Um die Neuartigkeit des Plattform-Duos zu verstehen, hilft ein Blick zurück. Denn Opel habe bislang sehr komplex entwickelt, sagt Dr. Flavio Friesen, Director Engineering & Quality. Es gab neun Plattformen für 13 Fahrzeuge, zehn Motoren- und zwölf Getriebefamilien – macht insgesamt 47 Motor-Getriebe-Kombinationen. „Jetzt agieren wir auf einem völlig neuen Niveau“, so Friesen. Denn es gibt nur noch vier Motorenfamilien und zwei Plattformen, auf denen jeweils 13 Pkw-Varianten gefertigt werden können. „Diese Variabilität und Freiheit in der Entwicklung ermöglicht uns es, hochqualitative Fahrzeuge zu wettbewerbsfähigen Kosten zu entwickeln und fertigen.“ Immerhin macht die Plattform etwa 60 Prozent der Materialkosten aus.

 

 

„Hardware, Software, die Auswahl der Module, verschiedene Abstimmungen und die jeweilige Kalibrierung – all dies hilft, einen markenspezifischen Charakter zu schaffen.“

– Christian Müller –

 

Und das ohne Badge Engineering. Entwicklungschef Christian Müller unterstreicht: „Hardware, Software, die Auswahl der Module, verschiedene Abstimmungen und die jeweilige Kalibrierung – all dies hilft uns dabei, einen markenspezifischen Charakter für jedes einzelne Fahrzeug zu schaffen. Damit stellen wir die spezifische Opel-DNA sicher – für jedes unserer Modelle.“ Dabei lassen sich auf den modularen Plattformen unterschiedliche Karosserievarianten für verschiedene Segmente und internationale Märkte entwickeln: Vier- und fünftürige Limousine, Kombi, Van, SUV, Cabrio oder Coupé sind machbar.


↑  Video: Multi-Energy-Plattformen für eine effiziente Modellvielfalt


Und nicht nur die Karosserievarianten sind vielfältig. Die neuen Plattformen eröffnen den Designern völlig neue Freiräume. „Diese beiden PSA-Plattformen bieten uns Designern einen besonders großen Spielraum. Wir können damit ein aufregendes Fahrzeug-Portfolio schaffen, das den vollen Charakter unserer Marke ausdrückt“, erklärt Opel-Designer Holger Weyer. Viel mehr noch: „Wir werden jetzt die spezifischen Design-Attribute von Opel als deutsche Marke noch mehr herausarbeiten und betonen.“ Der Schlüssel zum Erfolg sei es, sich auf die Firmenhistorie und die Markenwerte „deutsch, nahbar und aufregend“ zu besinnen.

 

„Wir können in unserer Design-Sprache jetzt expressiver und gleichzeitig puristischer werden, als wir es bisher waren.“

– Holger Weyer –

 

Doch welchen Einfluss hat eine Plattform überhaupt auf das Design? Ein Blick auf die Details zeigt: einen großen. Bereits im Grunddesign der Groupe PSA-Plattformen wurde beispielsweise berücksichtigt, dass weit nach außen gesetzte Räder den Fahrzeugen einen sportlichen Ausdruck verleihen können. Darüber hinaus erlaubt die sehr kompakte Anordnung aller Aggregate eine niedrige Motorhaube. Hierzu passen die Absenkung des Karosseriebodens und der Sitzplätze um bis zu 20 Millimeter im Vergleich zu älteren Plattformen.

 



Der Opel GT Concept: Die Studie von 2016 zeigt die Richtung auf – aufregendes Design und Präzision pur.

„Damit erscheint die Seitenansicht flacher, dynamischer, ohne dass sich die Passagiere bei Raumkomfort und Sicht einschränken müssen“, so Weyer. Zugleich verbessert dies den Luftwiderstand aufgrund der geringeren Stirnfläche – eine klassische Win-Win-Situation.

 

„Die neue Concept Studie besticht vor allem durch gute Proportionen, die Formgebung wird klar und gleichzeitig sehr emotional sein.“

– Holger Weyer –

 

Opel setze auf zeitloses, pures Design. „Weniger ist mehr“, so Weyer. Der Designer kündigt „schon bald“ ein Manifest der Opel Design-Philosophie auf Basis der neuen Plattformen an. „Die neue Concept Studie wird vor allem durch eines bestechen: gute Proportionen, gepaart mit einer klaren und expressiven Formgebung.“


Stand Juni 2018

Fotos und Grafiken: Opel