Das treibt Opel an

Rüsselsheim TechDay (11.-14. Juni 2018): Rund 240 Journalisten, Finanzanalysten, Zulieferer, Händler, Politiker und Mitarbeiter erfahren, welche Schlüsselrolle das Forschungs- und Entwicklungszentrum Rüsselsheim im globalen Engineering-Netzwerk der Groupe PSA übernimmt.

Auch wenn die Elektrifizierung der Opel-Modellpalette eine tragende Säule des PACE!-Plans ist, heißt das noch lange nicht das Ende des Verbrennungsmotors. Im Gegenteil. Zur Verdeutlichung wirft Dr. Matthias Alt im Workshop „Modernste Antriebstechnologien für niedrigste CO2-Emissionen“ einen dezidierten Blick in die automobile Zukunft des Jahres 2030: „45 Prozent aller Autos werden mit elektrifizierten Antrieben unterwegs sein, mehr als 80 Prozent davon als Hybrid, also in Kombination mit einem Verbrennungsmotor.“ Daher erwartet der Opel Global Engine Chief Engineer, dass die Zahl an Verbrennungsmotoren perspektivisch sogar zunimmt. „Außerdem spielen Verbrennungsmotoren aktuell – neben der Elektrifizierung – eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Emissionen zu reduzieren.“

Künftig werden sich Alt und seine Kollegen auf gleich vier Systeme konzentrieren: den Batterie-elektrischen Antrieb (BEV), den Hybridantrieb, Brennstoffzellen und den Verbrennungsmotor. „Durch die Zusammenarbeit mit der Groupe PSA erreichen wir eine hervorragende Kosteneffizienz, da wir die Stückzahlen steigern und die Produktionskosten somit senken können“, so Alt.


Quartett der Antriebe: Dr. Matthias Alt erläutert, welche Kompetenzzentren die Groupe PSA im Bereich Antriebssysteme im Rüsselsheimer Engineering Center ansiedelt.


State of the Art: Alt erklärt das neue 1.5 BlueHDi Diesel-Aggregat, das 102 bis 130 PS leistet, den Euro 6d-TEMP-Standard erfüllt und mit 100 Prozent digitalem Design und Engineering glänzt.

Die Bedeutung von Opel in puncto Antriebssysteme unterstreiche dabei die Ansiedlung der Centers of Competence für manuelle Schaltgetriebe, Wasserstoff & Brennstoffzellen, Alternative Kraftstoffe sowie die Entwicklungsverantwortung für eine neue globale Benzinmotoren-Familie.

„Dank unserer jahrelangen Erfahrung, haben wir in diesen Bereichen nun die globale Verantwortung für den gesamten Konzern erhalten. Die Vier-Zylinder-Turbo-Motoren werden für alle Märkte und Marken der Groupe PSA entwickelt und 2022 eingeführt.“

 

„Unsere Motoren sind bereits heute zukunftssicher und darüber hinaus wird jede künftige Pkw-Modellreihe in Europa elektrifiziert.“

– Dr. Matthias Alt –

 

Durch die Zusammenarbeit entstehe eine „Win-Win-Situation“ für den gesamten Konzern. „Somit haben wir eine klare CO2-Strategie, um das EU-Ziel von 95 Gramm im Jahr 2020 zu erreichen. Unsere Motoren sind bereits heute zukunftssicher und darüber hinaus wird jede künftige Pkw-Modellreihe in Europa elektrifiziert.“


↑ Video: Modernste Antriebstechnologien für niedrigste CO2-Emissionen


„Engine of the Year“: Der 1.2 PureTech Direct Injection Turbo, der bis zu 130 PS und 230 Newtonmeter leistet und die Euro 6d-TEMP-Norm erfüllt.

 

 

Anschließend gibt Dr. Burkhard Milke einen Über- und Ausblick, wie sich Opel in puncto Elektrifizierung und -mobilität strategisch aufstellt. „Nach dem Ampera und dem Ampera-e, die jeweils führend in der Industrie waren und sind, müssen wir nach vorne schauen“, so der Director Electric & Electronic Systems.

Bis 2020 werde es bei Opel vier elektrifizierte Modellreihen geben, bis 2024 gelte dies für alle Pkw-Modellreihen in Europa. „Durch die Multi-Energy-Plattformen können wir mehrere Fahrzeuge in kurzer Zeit elektrifizieren.“

Erklärt die Strategie des Center of Competence für Alternative Antriebe: Dr. Burkhard Milke, Director Electric & Electronic Systems.


Für jeden Zweck: Batterie-elektrische Antriebe (BEV) sind perfekt für den Stadtverkehr, Plug-in Hybridantriebe (PHEV) sind zusätzlich prädestiniert für Autobahnen, während Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) ohnehin Alleskönner sind.


Der Elektro GT von 1971: Auf dem Weg zur Strategie der Zukunft unternimmt Milke einen Abstecher in die Vergangenheit.

 

Zunächst werde der Grandland X 2020 als PHEV (Plug-in-Hybrid) in Eisenach vom Band rollen. „Der PHEV wird dort mit dem Grandland X auf einer Fertigungslinie produziert und das gleiche Platzangebot bieten“, erklärt Milke weiter.

Gleiches gelte auch für den neuen Corsa, der in Saragossa 2020 auch als eCorsa vom Band laufe und keine Kompromisse im Platzangebot machen werde. „Im gleichen Jahr startet die Elektrifizierung des Portfolios unserer leichten Nutzfahrzeuge.“

 

„Der PHEV wird in Eisenach mit dem Grandland X auf einer Fertigungslinie produziert und das gleiche Platzangebot bieten.“

– Dr. Burkhard Milke –

 

Batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV) sollten in Zukunft jedes Szenario abdecken können, so Milke: „BEV bieten nicht nur für Pkw wie den kommenden eCorsa im Stadtverkehr Vorteile, sondern sind aufgrund der fortschreitenden Batterietechnologie inzwischen auch erste Wahl für den Transport hoher Lasten im CO2-sensiblen Umfeld. Wir werden das Portfolio unserer Light Commercial Vehicles deshalb entsprechend ausrüsten.“ Trotz der verbesserten BEV-Leistung, habe auch die PHEV-Technologie eine vielversprechende Zukunft. „PHEV ist natürlich auch für den innerstädtischen Betrieb geeignet, bietet aber zusätzlich die Option der hohen beziehungsweise unbegrenzten Reichweite“, sagt Milke.


Stand Juni 2018

Fotos: Opel