Die Bayern feiern, das Werk wächst

 

 


Bei Opel geht’s rund
Mit Vollgas ins Millennium


Wir schreiben das Jahr 1999. Opel stellt die Weichen in die Zukunft. Der Vorstand beschließt den Bau eines neuen Werks in Rüsselsheim. Auch sonst ist richtig viel los im Unternehmen. Die Automobilproduktion ist 100 Jahre alt geworden, auch das will ausgiebig gefeiert werden. Und: Der FC Bayern München ist im zehnten Jahr seiner Partnerschaft mit Opel  zum 15. Mal Deutscher Meister geworden, was ebenfalls einige spezielle Veranstaltungen nach sich zieht – beispielsweise wird „Das aktuelle Sport-Studio“ zu diesem Anlass aus dem Adam Opel Haus übertragen. Womit sich der Opel Post-Redaktion reichlich Stoff für eine abwechslungsreiche, proppenvolle Juni-Ausgabe bietet.

 


 100 Jahre Automobilproduktion
Die größten Rennsporterfolge


Legenden: Walter Röhrl und sein 206 PS-Ascona.


Zum Hundertjährigen gibt die Opel Post ordentlich Gas. Schon im Jahr zuvor hat die Mitarbeiterzeitung eine 20-teilige Serie gestartet, die die wichtigsten Opel-Modelle des Jahrhunderts vorstellt. Im Juni 1999 erscheint Folge 19. Diese lässt die erfolgreichen Rennsportjahre der späten 60er- und 70er-Jahre Revue passieren. Da gibt’s ein Wiedersehen mit Kadett, Commodore und Ascona – und natürlich mit Legenden wie Walter Röhrl, der 1974 für Opel die Rallye-EM gewann, in einem 206 PS starken Ascona. 1969 hatte sich das Unternehmen übrigens nach 30 Jahren Pause erstmals wieder im Rennsport engagiert. Einige Opel-Modelle hatten schon zuvor für Furore auf den Pisten gesorgt, pilotiert von Privatfahrern ohne offizielle Unterstützung. Insbesondere der wendige Kadett hatte sich dabei als Favoritenschreck und Abonnementssieger seiner Klasse profiliert.


Meisterlich: Die Bayern feiern bei Opel
Sport-Studio talkt im Opel Foyer


Die Bayern kommen, und das ZDF zieht nach Rüsselsheim um. Seit wann heißt der Empfangschef im Adam Opel Haus Michael Palme? Wieso erklingt an einem Samstagabend um Punkt 21.50 Uhr im Foyer diese bekannte Melodie des Frankfurter Jazzers Volker Kriegel? Und wer hat diese Bahnhofsuhr installiert? Ganz einfach: „Das aktuelle Sport-Studio“ des ZDF ist komplett mit Personal und Ausstattung vom Mainzer Lerchenberg nach Rüsselsheim umgezogen. Weshalb? Der FC Bayern München ist kürzlich zum 15. Mal Deutscher Meister geworden, und das im zehnten Jahr seiner Partnerschaft mit Opel – dem Unternehmen, das gerade 100 Jahre alt geworden ist. Dies darf auch mal in den Räumen des Sponsors gefeiert werden. Moderator Wolf-Dieter Poschmann heißt die nahezu komplette Mannschaft mit Trainer Ottmar Hitzfeld und Management im Foyer willkommen und entlockt den Kickern im Talk jede Menge informative Details. Etwa, mit welchem isotonischen Getränk sich Mario Basler am liebsten fithält: „Erdinger Weißbier“.

 

Sign your name: Stefan Effenberg schreibt Autogramme im Werk.

 

Achtung, Aufnahme: Die Bayern talken im Opel-Foyer. 500 Mitarbeiter waren mit dabei.

 

Im Mainzer Bruchwegstadion kommt es in diesen Tagen außerdem zu einem Freundschaftsspiel zwischen dem FC Bayern und dem AC Mailand, der in dieser Saison ebenfalls mit Opel-Trikots aufgelaufen ist – und in Italien Meister wurde. In diesem Rahmen besuchen die Spieler beider Teams auch das Rüsselsheimer Werk, um fleißig Autogramme zu schreiben.


 „Grüne Wiese“ kann doch jeder
Das neue Opel-Werk entsteht im alten


Im Mai 1999 wird’s offiziell: Opel baut in Rüsselsheim ein neues Werk. Aber nicht irgendwo abseits auf der grünen Wiese, was vieles vereinfachen würde. Unmittelbar am Stammsitz, parallel zur laufenden Produktion, sollen bis 2002 ein neuer Karosseriebau sowie eine neue Fertig- und Endmontage entstehen.

Im Rahmen einer großen Pressekonferenz erklärt Vorstandschef Robert W. Hendry den aus ganz Deutschland angereisten Medienvertretern, weshalb: „Wir haben in Rüsselsheim eine gewachsene, qualifizierte und sehr motivierte Belegschaft, auf deren Know-how wir aufbauen können. Und im Zusammenspiel von Produktionswerk, Komponentenfertigung, ITEZ, Einkauf und den anderen Zentralbereichen verfügen wir hier über eine Infrastruktur, wie wir sie nirgends sonst in Europa antreffen.“

„Unser Ziel ist: eine schlanke Produktion mit höchster Qualität und einem konsequent auf das nötige Maß reduzierten Bedarf an Zeit, Fläche, Lager- und Transportkapazität pro Einheit“, ergänzt Werksdirektor Michael J. Wolf. Da das Unternehmen mit seiner bisherigen Erweiterungsstrategie an die Grenzen des Machbaren gestoßen sei, „richten wir das Werkslayout konsequent auf den Produktionsablauf aus.“

 


 Kurven-Star
  Opel Speedster geht in Serie 


 

Puristischer Zweisitzer: Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 217 km/h.

 

Die Opel Post-Redaktion nennt ihn neckisch den „Opel-Flitz“. Gemeint ist der Opel Speedster, ein Roadster, der zuvor auf dem Automobilsaison in Genf als Concept Car vorgestellt worden war und einiges Aufsehen erregt hatte. Jetzt gibt Opel bekannt: Der unter 900 Kilogramm schwere Zweisitzer geht in Serie. Die Kombination aus Aluminium-Chassis und glasfaserverstärkter Kunststoffhülle beschert ihm sein geringes Gewicht. Der Mittelmotor, ein 108 kw/147 PS-Aggregat, beschleunigt den puristischen Zweisitzer in etwa sechs Sekunden auf Tempo 100 und sorgt für Fahrspaß pur.

Im März 2001 verlässt der erste gefertigte Opel Speedster das Lotus-Werk in Hethel/England. Auf der Insel kommt er als Vauxhall VX 220 auf den Markt. Bis Juli 2005 werden 7.207 Exemplare hergestellt.


Hier können Sie die komplette Opel Post-Ausgabe
vom Juni 1999 herunterladen.

 

 

Juni 2019

Text: Eric Scherer