Erfolgsstory in fünf Akten

Am Anfang war der Opel Kadett. Ein Kleinwagen, erdacht und gemacht für die Mobilisierung breiter Gesellschaftsschichten, zu einer Zeit, in der Autofahren noch echter Luxus war. Mit dem Kadett stellte Opel bereits 1936 ein erwachsenes Auto zum erschwinglichen Preis vor. Mit Kadett A und B startete die Marke mit dem Blitz in den Wirtschaftswunderjahren der Sechziger und frühen Siebziger dann so richtig durch. Schnell stiegen dabei die Ansprüche der inzwischen immer zahlungskräftigeren Kunden. Der Kadett legte entsprechend an Größe und Leistung zu und verabschiedete sich Version für Version in Richtung Mittelklasse. Womit sich unterhalb des klassischen Einsteigermodells der Rüsselsheimer eine Lücke auftat. Es wurde also höchste Zeit für einen neuen, einen echten Kleinen – Zeit für den Corsa.

 

 

 

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Erster Akt: 1982 bis 1993
Der Opel Corsa A debütierte mit knackig kurzen 3,62 Meter in der Länge, einem rekordverdächtigen Luftwiderstandsbeiwert von cw 0,36 und frech herausgestellten Radhäusern im Stile eines Rallye-Wagens. Chefdesigner Erhard Schnell hatte einen sportlichen Kleinen gezeichnet, der knackig und kantig auch den Mann im Hause überzeugen sollte. Highlight war der Corsa GSi mit saftigen 100 PS; außerdem kam der erste Diesel unter die Haube. Zunächst nur als Zweitürer mit Schräg- oder Stufenheck gebaut, kam 1985 auch der populäre Fünftürer hinzu. Der Corsa A mauserte sich zum umjubelten Topseller und wurde insgesamt 3,1-millionenmal gebaut.

 

 

Corsa B

Zweiter Akt: 1993 bis 2000
Trotz des Erfolges von Corsa Nr. 1 entschied man sich in Rüsselsheim, den Nachfolger als echten Frauenliebling zu positionieren. Also machte sich Design-Legende Hideo Kodama an die Arbeit und gestaltete einen wesentlich runderen, weicheren Corsa, dessen Scheinwerfer als hübsche Kulleraugen voll dem Kindchenschema entsprachen. Kodama: „Bei der zweiten Generation waren rundere Formen gefragt. Die gingen auch auf das Konzeptfahrzeug Junior von 1983 zurück. Damals haben wir mit großen Fensterflächen und schmalen Dachsäulen einen Ausblick gegeben.“ Der Corsa B legte zehn Zentimeter an Länge zu und wurde im Innenraum deutlich geräumiger. Zudem sorgte er mit der Stotterbremse ABS, Seitenaufprallschutz und vorderen Airbags für neue Sicherheitsstandards in seinem Segment. Für spezielle Märkte stellte Opel der Schräghecklimousine einen Kombi, einen Pick-up und erneut eine Stufenheckversion zur Seite. Die Benzinmotoren verfügten bereits über Einspritztechnik und Katalysatoren, im GSi tanzte ein Ballett von 16 Ventilen und der Diesel bekam Turboaufladung. Der zweite Corsa hatte weltweiten Erfolg und knackte bei den Verkäufen die Vier-Millionen-Marke.

 

 

Corsa C

Dritter Akt: 2000 bis 2006
Getreu der Devise „Never change a winning team“ war es erneut Hideo Kodama, der die Form des Corsa C bestimmte. Die Linienführung orientierte sich bewusst an dem so erfolgreichen Vorgänger. Das neue Auto wuchs erneut um zehn Zentimeter in der Länge, stand auf breiterer Spur und einem längeren Radstand. Damit verbesserte sich das Innenraumangebot wesentlich. Die Karosserie war erstmals vollverzinkt. Moderne Vierventil-ECOTEC-Benziner und neue Direkteinspritzer-Turbodiesel sorgten für viel Leistung, wenig Verbrauch und niedrigste Abgaswerte – alle Varianten entsprachen bereits der strengen Abgasnorm Euro 4. Auch aus dem Corsa C wurde ein Topstar mit insgesamt 2,5 Millionen verkauften Autos.

 

 

 

Corsa D

Vierter Akt: 2006 bis 2014
Ab jetzt gehen Drei- und Fünftürer deutlich getrennte Wege: Der eine ist stark coupéhaft gezeichnet und spricht sportlich orientierte Kunden wie einst der Corsa A an. Der Fünftürer hingegen ist das geräumige Vollwertauto für die ganze Familie. Dabei kratzt der noch aktuelle Corsa D bereits an der Viermetermarke, ist auf präzise 3,999 Meter in der Länge gewachsen. Mit der ecoFLEX-Technologie von Opel erhält der Corsa Start-Stop-Systeme und hocheffiziente Triebwerke; als 1.3 CDTI ecoFLEX kommt der Kleinwagen so gerüstet mit 3,3 Liter Diesel im kombinierten Verbrauch aus, was einen CO2-Ausstoß von lediglich 88 g/km entspricht. Die vierte Generation Corsa läuft gerade auf der Zielgeraden und wurde bislang 2,8-millionenmal verkauft. Insgesamt sind dies also 12,3 Millionen verkaufte Corsa, davon stolze 11,7 Millionen allein in Europa.

 

 

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Fünfter Akt: ab 2014
Zum Jahresende werden sich die ersten Kunden über den neuen Corsa E freuen können. Die fünfte Generation wird erneut im spanischen Opel-Werk in Saragossa sowie in Eisenach als Drei- und Fünftürer vom Band laufen. Dort in Thüringen wird auch der Opel ADAM gebaut, mit dem der Corsa inzwischen selbst einen kleinen Bruder bekommen hat – so wie einst der Kadett mit dem Corsa. Es ist wohl der Lauf auch der automobilen Zeit: Aus Kindern werden eben Leute. Über die Gestaltung der fünften Baureihe sagt Designchef Mark Adams: „Der Corsa E gibt unsere Designphilosophie perfekt wider: Skulpturales Design trifft deutsche Ingenieurskunst.“ Dafür sorge etwa die neu gestaltete Front mit flügelförmigen Scheinwerfern, hinzu komme der sportlich geprägte Grill mit dynamischer Spange. „Die Fahrzeugseiten zeigen die Opel-typische, prägnante Sichelgrafik. Weit auseinandergezogene Rücklichter und horizontale Linien strecken das Heck optisch und lassen den Corsa visuell breiter auf der Straße stehen.“

Stand Juli 2014