Der Ball ist rund und
der Rekord hat 90 PS

Kein Freund des Feilschens: Sepp Herberger hat den Wagen ohne irgendeinen Rabatt bar bezahlt. Von Sponsoring wollte er nichts wissen, er habe sogar die Angebote von anderen Marken ausgeschlagen, einen Wagen gratis zu fahren. Es sollte eben ein Opel sein, ein ehrliches und zuverlässiges Auto, ganz so wie der Fußballmeister selber von jenen beschrieben wird, die ihn kannten. 

Vor 60 Jahren ist die deutsche Fußballnationalmannschaft mit ihrem 3:2 Sieg im Endspiel gegen Ungarn Weltmeister geworden – und hat in Brasilien nun wieder den Pokal geholt. Herberger und Löw, die beiden Erfolgstrainer von damals und heute könnten unterschiedlicher kaum sein. Auch in Sachen Führungs- und Fahrstil. Der damalige Bundestrainer Sepp Herberger hatte seinen Führerschein nie abgeben müssen und war ein Mann, der die Mannschaft mit strenger Hand führte und auch privat höchsten Wert auf Zuverlässigkeit gesetzt hat. Deshalb entschied er sich während seiner Laufbahn für einen Opel Rekord, B 1900, der heute die Sammlung der Classic Werkstatt in Rüsselsheim ziert. Schon zur Fußball-Europameisterschaft 2004 meisterte der rüstige Rentner eine Reise zur Stätte des Ruhms, ins Wankdorf-Stadion in der Schweizer Hauptstadt Bern. Die fast 1.000 Kilometer hat der Oldie ohne Murren bewältigt. In die Maracana-Arena wird er nicht fahren. Vielleicht jedoch beflügeln die Fotos der Schweizer Reise Jogi und seine Jungs, wenn es um Sieg oder Niederlage geht.

Stand Juli 2014