Der elfte Freund

 Die zentrale Frage des Tages in der Rüsselsheimer K48-Halle lautet: Welche Eigenschaft macht den neuen Astra zu einem noch besseren Freund für Fahrer und Insassen?

Es gibt mehrere Wege, sich dem neuen Astra zu nähern. Zum Beispiel über die Tradition der Kompaktmodelle bei Opel. Die Geschichte umfasst zehn Fahrzeug-Generationen. Sie beginnt 1936 mit dem Kadett 1, es folgen ab 1962 der Kadett A und 1991 die Umbenennung zum Astra. Man kann an die elfte und jüngste Generation auch über die Attraktivität der gesamten Opel-Baureihe herantreten: mehr als 24 Millionen verkaufte Exemplare. Wolfgang Meintke begegnet dem Fahrzeug auf seine Weise – mit einem lauten „Wow!“

Eben noch hat Meintke den Astra K langsam umkreist. Die Formen und Linien der Außenhülle begutachtet. Erst den Frontbereich streichelnd, dann die im Seitenverlauf zum Heck hin durchbrochene C‑Säule. Sein Urteil: „Schon auf den ersten Blick, und das ist ja die Visitenkarte, erinnert mich der Wagen an ein perfektes Flamenco-Stück. Denn dieser Astra strahlt mächtig viel Temperament aus, dazu Würde und Stolz.“

 


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Begutachtet das Design: Wolfgang Meintke hat einiges zu der Formgebung des Fahrzeugs zu sagen.

 


 „Schon auf den ersten Blick, und das ist ja die Visitenkarte, erinnert mich der Wagen an ein perfektes Flamenco-Stück.“

Wolfgang Meintke

IST ES DIE OPTIK, DAS LED-MATRIX-LICHT ODER DOCH ONSTAR? 
Der Vergleich kommt nicht von ungefähr. Meintke kann mit Musik genau so viel anfangen wie mit Autos. Er spielt in seiner Freizeit Flamenco-Gitarre und liebt die Feierkultur der südspanischen Region Andalusien. Im Joballtag ist Meintke etwas sachlicher unterwegs, als Teamleiter in der Kaiserslauterer Fertigung, wo er den Schweiß-Zusammenbau von Karosseriekomponenten betreut, auch für den neuen Astra – der in Ellesmere Port und Gliwice gebaut wird. „Ich kenne einzelne Elemente des Fahrzeugs. Aber es ist grandios, es sich in voller Gänze vor den meisten anderen Autofans vorknüpfen zu dürfen.“

Meintke ist einer von fünf Opelanern, die sich als Sieger eines internen Gewinnspiels gemeinsam mit der Opel Post den Astra K anschauen. Offiziell feiert das Auto im Herbst auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt seine Weltpremiere. Doch die fünf Glücklichen machen schon jetzt Sitzproben, diskutieren das Aussehen innen wie außen, die Ausstattung, und sie beschäftigen sich mit dem nun erstmals eingeführten Online- und Service-Assistenten Opel OnStar. Die zentrale Frage des Tages in der Rüsselsheimer K48-Halle lautet: Welche Eigenschaft, welches Feature macht den neuen Astra zu einem noch besseren Freund für Fahrer und Insassen?

DIE FINGER GLEITEN ÜBER DIE SPALTMASSE – „EIN GENUSS“
Wolfgang Meintke setzt bei seiner Antwort auf die Optik. „Zu wissen, dass dieser Wagen bis zu 200 Kilo leichter ist als sein Vorgänger, dabei außen kompakter und innen geräumiger daherkommt, das ist eine Sache“, sagt er. „Richtig durchatmen lässt mich aber das attraktive Design, in das alles gegossen und hochpräzise verarbeitet wurde.“ Die Finger des Karosseriespezialisten, der sich Adleraugen und eine Allergie auf selbst kleinste Wellungen und Kratzer attestiert, gleiten über die Spaltmaße. „Gleichmäßig angelegt, ein Genuss. Man erkennt sofort, dass alle beteiligten Bereiche, auch wir in Lautern, sauber vorgegangen sind.“ Augenzwinkernd fügt er hinzu: „Also dürfen meine Leute aufatmen. Ich werde in der Teamsitzung keine unangenehme Diskussion lostreten.“

 


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Blendfrei unterwegs dank Voll-LED-Matrix-Licht von Opel – wie funktioniert das? Lichtsystem-Experte Frank Langkabel erläutert Monika Loke das IntelliLux-Prinzip.

 


„Mich interessiert um einiges mehr, wie alltagstauglich der Wagen daherkommt.“

Monika Loke

 

 

So hat jeder Teilnehmer seinen eigenen Blick auf das Auto. Im Gespräch mit Monika Loke, tätig im After Sales, konzentriert sich Meintke vor allem auf das Außendesign des neuen Astra. Besonders der Frontbereich hat es ihm angetan. „Hier fließt die doppelte Grillspange optisch in die Scheinwerfer, das lässt das Auto breiter dastehen und verpasst ihm eine ordentliche Dosis Athletik.“

Monika Loke hat einen anderen Fokus: „Mich interessiert um einiges mehr, wie alltagstauglich der Wagen daherkommt.“ In erster Linie geht es ihr um den Fahrkomfort und die Sicherheit, wenn sie bei Dunkelheit unterwegs ist. Aktuell fährt Loke einen Corsa E, in dem das AFL+ zum Einsatz kommt. Das findet sie klasse, doch der Lichtsysteme-Vergleich, an dem sie im Zuge der Astra-Präsentation eben teilnahm, „hat mir sozusagen die Augen geöffnet“.

DETAILS LIEFERT DER KONFIGURATIOR AUF DER OPEL-WEBSEITE 
Die neue Technologie, das LED-Matrix-Licht, genannt IntelliLux, arbeitet wie AFL+ im Zusammenspiel mit der Opel-Frontkamera. Den Clou an IntelliLux, dank des neuen Astra erstmals in der Kompaktklasse verfügbar, hat Loke sich von Exterior Light-Ingenieur Frank Langkabel erklären lassen: „Erkennt die Kamera entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge, werden einzelne LEDs gezielt deaktiviert, das Umfeld bleibt jedoch hell erleuchtet. Auf diese Weise macht das Matrix-Licht für die Insassen des eigenen Fahrzeugs die Nacht zum Tag, ohne den Gegenverkehr zu blenden.“

Deshalb, aber auch wegen eines Features im Innenbereich, will Loke den neuen Astra im Konfigurator-Tool auf der Opel-Webseite ganz genau unter die Lupe nehmen. „Der ergonomische Sitz hat es in sich“, sagt sie und ist damit sehr nah bei Jürgen Scheppler. Der 52-Jährige, der als Typprüfer Vivaro- und Movano-Fahrzeugen den Weg zur Zulassung ebnet (Homologation), mag es hinterm Steuer bequem, vor allem während langer Urlaubsreisen.

 

 


Noch ein wenig skeptisch nimmt Scheppler Platz im Sitz mit dem AGR-Prüfsiegel (Aktion Gesunder Rücken e.V.). Links von ihm befindet sich der „Glücklichmacher-Knopf“, wie er wenige Sekunden später feststellen wird. Als die Massagefunktion des Sitzes aktiviert wird, verändern sich die bis dahin angespannten Gesichtszüge Schepplers. „So eine kleine Wellness-Session tut gut“, sagt er und lächelt.

Kollege Tilo Richter schnippt kurz mit den Fingern. „Na komm, wir sind zum Analysieren hier“, sagt er mit gespielter Strenge. Den Kernteamleiter des Getriebewerks will prüfen, wie hochwertig das Armaturenbrett gestaltet ist.

 

„So eine kleine Wellness-Session tut gut.“

Jürgen Scheppler

 

Wenige Augenblicke reichen, um Richter zufriedenzustellen. „Die Anzahl der Schalter und Knöpfe wurde auf ein Minimum reduziert.“ Ob Touchscreen des Infotainment-Systems oder Funktionen der Klimaanlage, die Mittelkonsole ist seiner Meinung nach übersichtlich angelegt. Richters Gesamteindruck: „Die Einrichtung im Cockpit erinnert mich an ein iPad und andere Apple-Geräte. Da stecken jede Menge Funktionen drin, zugleich ist alles einfach bedienbar und fühlt sich in der Haptik edel an.“

Wellness für unterwegs: Frank Scheppler testet unter Anleitung von Horst Bormann, Director Vehicle Performance, die Massagefunktion des ergonomischen Fahrersitzes. Rade Grbic (rechts oben) verfolgt die Anleitung aufmerksam.

 

 

 


Weniger ist mehr: Tilo Richter findet die reduzierte Anzahl der Knöpfe und Schalter überragend, ebenso die einfache Bedienung des Infotainment-Systems (kleines Foto).

 


OnStar wird aktiviert.

  „Die Einrichtung im Cockpit erinnert mich an ein iPad.“

Tilo Richter

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„Hier spricht Esther, was kann ich für Sie tun?“: Tilo Richter und Rade Grbic (r.) machen sich ein Bild vom Online- und Service-Assistenten Opel OnStar.

 

 


Als Rade Grbic dazukommt, ist es Zeit für den letzten großen Test: Was hat der Online- und Service-Assistent OnStar drauf? Grbic ist Testfahrer in Dudenhofen. Er kann bestätigen, dass die neuen Motoren und die Gewichtsreduzierung dem Astra richtig gut tun. „Es ist so, als ob ein Mensch drei Jahre lang täglich im Fitnessstudio war und nun bereit ist für neue Herausforderungen.“ Doch Opel OnStar ist bisher Neuland. Was tun also? Im Zweifel den blauen „On“-Knopf über der Mittelkonsole betätigen.

Gute Entscheidung. Im nächsten Moment erklingt im Auto eine weibliche Stimme, aufgeweckt und freundlich. „Guten Tag, hier spricht Esther, was kann ich für Sie tun?“ Grbic, deutlich beeindruckt, reagiert erst mal nur mit einem „Uff.“ Er atmet durch und spricht das Offensichtliche aus: „Das ist ja wie K.I.T.T. aus der Serie Knight Rider, nur schöner.“ Esther amüsiert sich hörbar über den Kommentar und erklärt, dass sie ein echter Mensch sei und in der Opel-Telefonzentrale im englischen Luton sitze.

DIE APOTHEKE IN DEN ALPEN
Zusammen mit Kollege Richter stellt Grbic Fragen. Pannenservice in ganz Europa, Ferndiagnosen, etwa für Motor oder Reifendruck, dazu Navigationsauskünfte, all das und vieles mehr ist möglich. Grbic prüft die Sache mit den Navi-Dienstleistungen, nennt die Adresse seiner Ferienwohnung in den Alpen und erkundigt sich nach der dort nächstgelegenen Apotheke. Fünf Sekunden später erscheint die Adresse auf dem Display. Esther bedankt sich für die Anfrage und wünscht einen schönen Tag.

Der Kaiserlauterer Kollege Wolfgang Meintke hat diese und die anderen Szenen mitverfolgt. Inzwischen ist er sich nicht mehr so sicher, ob das stylish-frische Aussehen für ihn die wichtigste Eigenschaft am neuen Astra ist. „Ich denke“, sagt er, „wir alle werden an diesem Fahrzeug noch einiges zu entdecken und zu staunen haben.“

 


Enthüllung des Neuen: Im Rahmen einer Pressevorführung bekamen auch die fünf Opel-Kollegen den Astra K zu Gesicht.

 

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Auch in der Rückansicht: Das Auto kommt athletisch daher.

 

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Vorstellung: Horst Bormann referiert über die Gewichtsreduzierung.

 

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Kann sich sehen lassen: Mit einer Gesamtlänge von 4,37 Metern ist der Astra K knapp fünf Zentimeter kürzer als sein Vorgänger, die Höhe nimmt um 2,6 Zentimeter auf knapp 1,46 Meter ab. Maße, die sich auf die Aerodynamik und damit auf die Effizienz auswirken. So glänzt der neue Astra mit einem Luftwiderstandsbeiwert von unter 0,30 – ein Top-Wert bei Kurzheck-Fahrzeugen.

 


Text: Andreas Wollny, Fotos: Thorsten Weigl

Stand Juli 2015