Die Coole und der Mediator

„Die Legenden“ arbeiten vehement daran, ihrem Namen gerecht zu werden: Sie haben zum zweiten Mal hintereinander die Fußball-Werksmeisterschaft am Standort Rüsselsheim gewonnen. Das Team um Özden Celik schlug im Finale „Dynamo Powertrain“ mit 1:0. Im Spiel um Platz 3 behielten die „Power Kickers“ über die „Die Goldjungs“ ebenfalls mit 1:0 die Oberhand.

 

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Opel Fußballturnier

So sehen Sieger aus: Die Legenden machen ihrem Namen alle Ehre und holen nach 2014 dieses Jahr erneut den Titel.

 

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Greifen nach der Trophäe: Die „Power Kickers“ haben das Spiel um Rang drei gewonnen.

Singende Verlierer: Die Spieler von „Dynamo Powertrain“ haben zwar das Finale nicht gewinnen können, freuen sich aber über den Erfolg im gesamten Turnierverlauf.

 

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Insgesamt trotzten 21 Opel-Teams auf dem Sportgelände des SC Rüsselsheim am Sommerdamm der Hitze – und boten sehr ansprechenden Fußball. Wichtiger aber war, dass der Spaß nicht zu kurz kam – „und das war deutlich zu spüren“, freute sich Frank Sunder von „JumpStart“. Die Netzwerkorganisation von Mitarbeitern für Mitarbeiter zeichnete zum zweiten Mal für die Organisation der Rüsselsheimer Fußball-WM verantwortlich – und machte abermals einen klasse Job.

Und das ist unsere „Elf“ dieses Turniers:

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Der Zahlenhüter


 

Opel Fussballturnier auf dem SC Opel Rüsselsheim Gelände

Unter den Finanzexperten werden gemeinhin nicht unbedingt die besten Sportler eines Unternehmens vermutet. Michael Lohscheller, Finanzchef Opel Group, wollte mit diesem Vorurteil endlich aufräumen, stellte sich bei den „Zahlenschubsern“ höchstpersönlich ins Tor und gab auch die Losung aus: „Die Null muss stehen.“ Als ehemaliger Keeper von Borussia Bockholt (A-Liga in Westfalen) verfügt er auch über eine Menge Erfahrung, allerdings drehen sich die Zahlen der Zeit auch für einen Finanzchef weiter. „Unten bin ich halt nicht mehr so schnell, oben aber noch ganz gut“, vertraute Michael Lohscheller ganz auf seine Stärken. Die Gegner freilich nutzten eher die Schwächen. Nach einem vielversprechenden 1:0-Auftaktsieg gegen das Test Center kassierten die Zahlenschubser drei Niederlage in Folge und 13 Gegentreffer. Da half auch alles Rechnen nichts mehr: Nach den Gruppenspielen war Schluss.

 


 Die Sense


Dimitri Smeljanski findet es total ungerecht, diesen Spitznamen bekommen zu haben – „nur, weil ich mal bei einem Trainingsspiel ein paar Gegenspieler ein bisschen umgemäht habe, nennen sie mich jetzt so.“ Eigentlich nämlich sei er ein ganz lieber Kerl. In der Tat: Er war derjenige, der freiwillig den ungeliebten Posten des Torhüters übernahm, als sein Team „Esperanto“ feststellte, dass ihm der Rückhalt fehlte. Mit der Sense im Kasten verpassten die Jungs nur knapp den Einzug in die K.o.-Runde. Rang drei in der Adam-Gruppe war einer zu tief.

Opel Fussballturnier auf dem SC Opel Rüsselsheim Gelände

 


Der Techniker


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Bum Kun Cha kommt aus Südkorea, Chen Yang aus China und Shinji Okazaki aus Japan – viele asiatische Kicker fallen vor allem durch Geschmeidigkeit am Ball auf. Das gilt auch für den technisch versierten Nam Huynh von den „Glorreichen Zehn“. Er stammt aus Rüsselsheim, seine Eltern aus Vietnam. Doch Platz vier in der Gruppe „Karl“ war am Ende nicht wirklich glorreich – „aber es hat unheimlich Spaß gemacht.“

 


Der größte Chaot


 In einem Team, das sich „Die Chaoten“ nennt, will eigentlich keiner der größte Chaot sein, auch Jürgen Knöß nicht: „Ich finde, wir sind alle gleich chaotisch.“ Aber er ist einer der drei noch aktiven Gründerväter. „Die Chaoten“ rekrutierten sich nämlich aus dem letzten Ausbildungsjahrgang, der Anfang der 1990er-Jahre in der damals noch Opel-internen Berufsschule seine Lehre abschloss – „und die Chaoten haben wir uns genannt, weil unser Ausbilder uns immer so nannte.“ Sicher wäre der Mann auch auf den aktuellen Auftritt seiner ehemaligen Jungs stolz gewesen: Mit einem souveränen letzten Platz in der Gruppe „Mokka“ machten die Chaoten ihrem Namen alle Ehre.

Opel Fussballturnier auf dem SC Opel Rüsselsheim Gelände

 


Der Bayer


Opel Fussballturnier auf dem SC Opel Rüsselsheim Gelände

Wenn einer Bayer mit Nachnamen heißt – was bleibt ihm denn dann anderes übrig, als Bayern-Fan zu werden? „Okay, Bayer Leverkusen-Fan hätte ich auch werden können, wollte ich aber nicht.“ Steffen Bayer ist sogar so sehr Bayern-Fan, dass er sein Team mit den goldfarbenen Auswärtstrikots der Münchner Bayern ausstattete und es auch noch „Die Goldjungs“ nannte. „Die Hälfte von uns besteht zwar aus Dortmund-Fans, aber Steffen ist sonst ganz in Ordnung, deswegen machen wir da mit“, ließ ein Spieler, der ungenannt bleiben möchte, aus dem Mannschaftskreis verlauten. Die Zweckgemeinschaft funktionierte ausgesprochen gut: Die Goldjungs traten auf wie ihre realen Vorbilder in der Champions League – und scheiterten im Halbfinale. Und Steffen Bayer versprach: „Wenn die Jungs nächstes Jahr BVB-Trikots mitbringen, zieh ich auch eins an.“


Der Coolste 


Nein, Ersin Celik will gar nicht der Coolste seines Teams sein. Auch nicht der Witzigste. Und schon gar nicht der Beste. „Das war ich vielleicht mal – vor 20 Jahren.“ Heute ist er 39. Und gerade dieses Understatement macht ihn so cool, witzig und gut – und zu einem würdigen Vertreter der „MPK All Stars“. Nicht nur, dass sie nach eigenen Angaben das einzige Team waren, das keinen aktiven Fußballer in seinen Reihen haben wollte – ein Großteil der Jungs war direkt von der Frühschicht zum Turnier gekommen. Und hatte einen Riesenspaß, obwohl die Ergebnisse eher bescheiden waren: Null Punkte, 18 Gegentreffer, Platz fünf in Gruppe Adam.

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Die Tänzerin


Opel Fussballturnier auf dem SC Opel Rüsselsheim Gelände

Cooler lässt sich Frauen-Power wirklich nicht auf den Punkt bringen: „Warum soll man sich gegen Männer nicht durchsetzen können?“, fragte Christiane Spengler – und hatte nach zwei Spielen bereits einen Treffer und eine Vorlage in der Statistik stehen. Sie spielt aktiv bei der SG Nassau-Diedenbergen, gehörte zu den wenigen Frauen bei der Opel Fußball-Werksmeisterschaft und war einer der Aktivposten im „Design Team“. Für das erst im Viertelfinale Schluss war, nach einem 5:6 verlorenen Neunmeterschießen gegen den späteren Finalisten Dynamo Powertrain. Den Eindruck, dass die Herren auf sie besonders Rücksicht genommen hätten, hatte sie nicht: „Warum hätte mir einer was schenken sollen? Ich habe auch niemandem was geschenkt.“ Wie gesagt: Cool.

 


Die Wüstenrennmaus


Dass er wieder dabei war, hat seine Mitspieler von Dynamo Powertrain besonders gefreut – und das nicht nur, weil er in jedem Spiel unermüdlich auf und ab rennt. Frank Weber hatte sich bei der Fußball-Werksmeisterschaft vergangenes Jahr einen Kreuzbandriss zugezogen. Jetzt war er wieder dabei – hundertprozentig genesen. Und die Wüstenrennmaus lief und lief und lief – mit ihrem Team bis ins Finale. Jetzt überlegen seine Mitspieler, ob sie Frank Weber in „Lazarus“ umtaufen sollen – ein von der Bibel inspirierter Spitzname für ganz besondere Stehaufmännchen: Lazarus wurde gemäß dem Johannesevangelium von Jesus von den Toten auferweckt.

Opel Fussballturnier auf dem SC Opel Rüsselsheim Gelände

 


Der Mediator


Opel Fussballturnier auf dem SC Opel Rüsselsheim Gelände

Bei der Opel/Vauxhall-Fußball-WM im vergangenen Jahr war er derjenige, der sich beschwichtigend dazwischen warf, wenn im Eifer des Gefechts die unterschiedlichen Temperamente aneinander gerieten. Diesmal griff Kamal Belkini selbst an – als Stürmer des JumpStart-Teams, das die Organisatoren an den Start schickten. Stürmen hat er schließlich gelernt, beim FC Eschborn hat Kamal schon Oberliga Hessen gekickt. Als guter Gastgeber wusste er aber, was sich gehört. Die JumpStarter ließen den anderen den Vortritt – und verabschiedeten sich nach den Gruppenspielen aus dem Turnier.


Mr. Sportsgeist


Viel zu erben gab’s für sein Team nicht: Mit null Punkten und 30 Gegentreffern musste sich das Test Center aus dem Turnier verabschieden. „Wir haben in Dudenhofen ein paar gute junge Fußballer, aber die sind schon in Urlaub“, erklärte Yigitbilek Nevzat – und versuchte dennoch, mit seinen schon leicht angegrauten Mitspielern mitzuhalten, so gut es ging. Das ist eben Sportsgeist – und ein Beispiel für die jungen Kollegen, die Senioren beim nächsten Mal besser zu unterstützen.

Opel Fussballturnier auf dem SC Opel Rüsselsheim Gelände


Der Styler


Opel Fussballturnier auf dem SC Opel Rüsselsheim Gelände

Dass seine Mitspieler vom FK Bleifuß über ihn sagen, er sei der schnellste von ihnen, hält Sascha Kimpel für ein Missverständnis: „Ich bin nur am schnellsten müde.“ Auf jeden Fall aber war er der Turnierteilnehmer mit der schönsten Frisur. Wegen seines Cascada-Cuts – oben extrem luftig – dürften ihn viele Kicker angesichts der hochsommerlichen Temperaturen beneidet haben. Denn die Haarlos-Variante ermöglicht es, dem Haupt auf direktem Weg Frischluft und Kühlwasser zuzuführen. Und Fußball braucht nun mal Frisur, wie wir seit Günter Netzer und Paul Breitner wissen. Ein entscheidender Vorteil, den sein Team hätte nutzen können, erwuchs Sascha Kimpel daraus jedoch nicht. Der FK Bleifuß schaffte es zwar bis ins Viertelfinale, scheiterte da jedoch am späteren Turniersieger „Die Legenden“. Sich an Ergebnissen aufzuhängen, ist aber auch nur Haarspalterei…

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Text: Eric Scherer, Fotos: Alexander Heimann, Volker Dziemballa

Stand Juli 2015