Einer wie keiner

Der Opel ADAM macht Individualisten glücklich. Und er inspiriert. Maria Luisa Engels zum Beispiel. Engels ist in Rüsselsheim im Finanzbereich tätig und in ihrer Freizeit Malerin. „Stimmungsvolle Licht- und Farbkompositionen“, sagt sie, „haben großen Einfluss auf meine Kunst.“ So auch bei ihrem ADAM, dessen Hülle die Kollegin eindrucksvoll verwandelt hat: Dank einer Spezialfolierung präsentiert sich das Auto nun in der Farbe „Dschungelgrün“, komplett überzogen mit tropischen Pflanzen und bunt gefiederten

Papageien. Der Anstoß zu diesem Projekt kam von einem Bekannten, berichtet Engels. „Meine Acryl-Gemälde lasse ich gerne auf andere Objekte drucken, ob Jacken und Regenschirme oder Schals und Tücher“, sagt sie. „Da hörte ich eines Tages die Frage: Warum gestaltest du nicht einmal ein Auto mit einem deiner Motive?“ Die Idee gefiel Engels, und sie erkundigte sich bei Bertram Sabais, Leiter Technische Grafik und Service, ob und wie ein solches Vorhaben in der Praxis umsetzbar sei.


Maria Luisa Engels und der von ihr gestaltete ADAM: Dank einer Spezialfolierung präsentiert sich das Auto nun in der Farbe „Dschungelgrün“, komplett überzogen mit tropischen Pflanzen und bunt gefiederten Papageien.


Für die Umsetzung des farbenfrohen Vorhabens wandte Maria Luisa Engels sich an Opel Special Vehicles (OSV).

 

„ES KONNTE NUR DIESES FRECHE AUTO SEIN“
„Mit der Unterstützung von Bertram Sabais wurde der Plan immer konkreter“, sagt Maria Luisa Engels heute. Anhand ihres bereits fertiggestellten Papageien-Gemäldes erstellte der Grafikspezialist eine erste Animation. Der Entwurf zeigte, wie das Dschungelmotiv auf einem Auto aussehen könnte. „Das Resultat überzeugte mich sofort“, sagt Engels. Ebenfalls schnell war der Entschluss gefasst, einen ADAM zur rollenden Leinwand ihres Tropenmotivs zu machen. „Es konnte einfach nur dieses freche Auto sein.“

 


 

Folierungsexperten sind am Start
Für die technische Umsetzung wandte Engels sich an Opel Special Vehicles (OSV). Die Opel-Tochter hat sich in den vergangenen beiden Jahren mit Folierungen ein neues Geschäftsfeld aufgebaut und gibt erfolgreich Kleinserien und Kampagnenfahrzeugen einen individuellen, qualitativ hochwertigen Look. Für Engels’ Einzelauftrag empfahlen die OSV-Experten, HR Folientechnik ins Boot zu holen; das Steinbacher Unternehmen hat für Opel unter anderem schon Fahrzeuge für IAA-Präsentationen und Rallyes beklebt.

Heckansicht: Die Papageienfamilie findet auch hier einen Unterschlupf.

 


Die Folierer machten sich dran, die Dschungel- und Papageienwelt von Maria Luisa Engels als Kunststoffhülle für den ADAM anzulegen. Ein aufwendiger Prozess, wie die Künstlerin anmerkt. „Denn mit einfach einscannen und in passender Größe als Folie ausdrucken war es nämlich nicht getan.“ Zunächst einmal zeigte sich, dass das Format des Originalbildes sich nicht einfach so auf das einer Fahrzeugfolie übertragen ließ. Maria Luisa Engels musste das Bild noch einmal malen. Dann galt es, den passenden Bildzuschnitt zu finden. Denn die Papageienfamilie sollte sich auf der Fahrertür präsentieren, ohne dass einer der gefiederten Köpfe im Türgriff verschwand. Dazu Engels: „Wir haben viel Zeit und Schweiß in die Feinarbeit investiert – Kompliment an meine Mitstreiter.“

 

„Ich suche und finde meine Motive oft im Süden“
Das künstlerische Resultat auf dem ADAM repräsentiert sehr anschaulich das Gesamtwerk der gebürtigen Spanierin. „Ich suche und finde meine Motive oft im Süden“, sagt Maria Luisa Engels. Gerne zeigt sie Sonne und Licht, nicht unbedingt aber romantische Idylle. Oft gibt sie Eindrücke aus südlichen Ländern wieder, die sie selbst bereist hat. Die Gemälde heißen „Favela Boys“ oder „Tango“. Mit einem sicheren Blick für Details, Bildkomposition, Räumlichkeit und Bewegung fängt sie Charakter und Atmosphäre eines Ortes ein.


Oft gibt sie Eindrücke aus südlichen Ländern wieder, die sie selbst bereist hat. Die Gemälde heißen „Favela Boys“ oder „Tango“.


Die 44-Jährige stammt aus dem spanischen Oviedo. „Ich hab schon als Kind gerne gezeichnet“, erzählt sie. „Richtig gepackt hat mich die Malerei dann das erste Mal mit 20, als mir meine Mutter eine Staffelei und Ölfarbe schenkte.“ Engels sagt, sie habe „wegen der Perspektive“ statt Kunst doch lieber Volks- und später Betriebswirtschaft studiert, in Saragossa, Maastricht und Dortmund. Nach dem Studium hatten Beruf und Familie Vorrang.

Die ersten Vernissagen waren erfolgreich
Doch da gab es immer noch etwas anderes, etwas, das über all die Jahre in ihr schlummerte – und kurz nach ihrem 40. Geburtstag entschloss sie sich, es wieder hervorzuholen. Abends, wenn die Kinder im Bett sind, und an mindestens einem Tag am Wochenende, packt Engels nun Staffelei, Farben und Pinsel aus und beginnt zu malen. So entstand ein beachtlicher Bilderreigen, der auch in der Kunstszene zunehmend Beachtung findet. Ihre ersten Vernissagen waren sehr erfolgreich, demnächst wird sie in Sulzbach und Wiesbaden ausstellen.

Ihre künstlerische Seite wiederentdeckt zu haben, macht vor allem sie selbst glücklich. „Ich finde, jeder von uns sollte mal überlegen, was er als Kind gerne gemacht hat – dann würde auch er vielleicht sein ganz besonderes Talent wiederfinden.“

 


August 2014