Der Bewahrer

Manfred Stadler’s
Opel-Oldtimer-Sammlung


Monza 3.0 GSE

Rekord C Caravan 1700

Rekord C Caravan 2200
6 Zylinder

Rekord 2,0 S Limousine

Rekord E2 Caravan

Commodore A Limousine

Omega B Caravan 2,0 E

Omega B Caravan 2,5 TD

Senator A 3,0E Kombi
(Restaurationsprojekt)

 

In einer ehemaligen Getreidehalle warten weitere Restaurationsprojekte und einige „Organspender“.

Wenn sich einer „Red Fred“ nennt, wird klar, dass ihm Farben am Herzen liegen. Die berufsbedingte Liebe zu Farben hat bei Malermeister Manfred Stadler freilich ganz besondere Akzente: Der Niederösterreicher (aus Ernstbrunn) ist seit seiner Jugend Opel-Oldtimer-Fan und hat sich zusätzlich auf das Erhalten von Fahrzeugen aller Art spezialisiert. Er besitzt die Vertretung eines äußerst erfolgreichen deutschen Korrosionsschutzfettes, das – heiß aufgesprüht – zum Schutz von Unterboden und Hohlräumen dient. „Das verlängert die Lebensdauer um ein Vielfaches“, sagt der Experte und ergänzt: „Bei Opel ist Rost nicht immer ein Thema. Ein Freund hat mir kürzlich einen Zafira A mit 170.000 Kilometern geschenkt und der hatte kaum Rost.“

 

In der Umgebung von Manfred Stadlers Heimatort Ernstbrunn.

Astra Caravan

Ein neues Restaurationsobjekt.

Oldtimer-Sammelleidenschaft

 

Manfred Stadler’s Opel-Oldtimer-Liebe reicht bis ins Jahr 1966 zurück: Da kaufte sein Vater – gleichfalls Malermeister – einen neuen Opel Rekord B Caravan. Wenig später (1982) – als Manfred Stadler 18 Jahre alt wurde – bekam er dieses Auto geschenkt. Und hatte leider nur wenige Wochen Freude damit – weil er mit einem Betonpfeiler kollidierte.

Schon kurz darauf folgte ein restaurationsbedürftiger Olympia P1 Caravan Baujahr 1958. Und ein Jahr später ein Commodore A Coupe GSE. Sowie danach einige weitere Opel-Modelle: ein Rekord B, ein Commodore B, zwei  Rekord C Kombi.

„Die meisten meiner Autos habe ich behalten“, gesteht Manfred Stadler. Kein Wunder, dass er heute eine beachtliche Oldtimer-Sammlung besitzt.

Früh übt sich.

Gegen die
Wegwerfgesellschaft

 

Auch im Malerbetrieb waren zunächst Opel-Modelle angesagt: Als erstes wurde 1992 ein gebrauchter Rekord E2 2,2i Caravan angeschafft, der später durch einen Omega A-Lieferwagen ersetzt wurde. Doch als die Opel-Werkstätte vor Ort zusperrte, hieß es von Opel Abschied nehmen. „Für ein Firmenfahrzeug muss das Service gleich in der Nähe sein“, erklärt Manfred Stadler. Privat hingegen blieb er seiner Vorliebe für Opel treu.

1993 kaufte sein Vater einen neuen Omega A Caravan mit Vollausstattung, um damit auf Urlaub zu fahren und Ausflugsfahrten zu unternehmen. „Den habe ich heute noch. Mit 38.281 Kilometern auf der Uhr“, sagt Manfred Stadler. Und holt aus: „Ich mag alte Autos, weil ich dafür bin Werte zu bewahren. Heutige Fahrzeuge werden mehr und mehr auf Konsum ausgerichtet. Und ich habe etwas gegen diese Art der Wegwerfgesellschaft.“

Viel Zeit und Liebe braucht das Restaurieren eines Autos.

 

Auf der Automesse

Faschingsumzug in Ernstbrunn

 

Korrosionsschutz wird von unten aufgesprüht.

Autos mit
Geschichte

 

Der Anti-Rost-Experte kann alten Autos ganz einfach nicht widerstehen. „Vor einem Jahr habe ich einen 2,2i Rekord E2-Lieferwagen Baujahr 1985 bekommen.“ Dieses Auto war davor – in eigens verlängerter Form – 15 Jahre lang von einer Linzer Bestattung als Leichenwagen verwendet worden. Der Malermeister baute und restaurierte das Sondermodell zu einem Übernachtungswagen um. Er sagt: „Das Auto dient mir auch als kleiner Einkaufstransporter und Werbeträger.“ Die Aufschrift der Korrosionsschutz-Marke ist nicht zu übersehen.

Und schließlich erzählt Manfred Stadler von einem ganz besonderen Auto: „Nach meinem Unfall mit dem Betonpfeiler kaufte mein Vater 1983 einen Rekord E2 Caravan; mit den Worten: ‚Ich habe noch keinen Unfall gehabt so wie du.‘“ Trotz dieser Ankündigung kam es zum Totalschaden bei eisigen Straßenverhältnissen. GottseiDank blieb der Vater unverletzt. Und war nur voll weißer Farbe. So wie das Auto innen, denn er hatte einen Kübel mit Farbe mitgeführt.

 

Zu Besuch in Rüsselsheim

Der Vater bastelte aus diesem und einem anderen Rekord E2 ein vollwertiges Auto und überließ es einem Malerkollegen, der das Fahrzeug zehn Jahre lang nützte und dann in einem Stadel abstellte.

Als vor zwei Jahren ein anderer Opel-Oldtimer-Fan den Stadel mitsamt Auto kaufte, fand der Rekord E2 wieder in die Familie Stadler, zu Manfred Stadler zurück. „Ich habe ihn komplett zerlegt. Jetzt ist er knapp vor der Fertigstellung“, sagt er. Und fügt hinzu: „Man muss halt Zeit finden.“


 

August 2019

Text: Kristin Engelhardt, Fotos: Manfred Stadler