Cruisin‘ USA

Kalifornien

„Ich sah das Auto, und es war das Coolste, das ich je gesehen hatte“, schwärmt Gil Wesson. Im Jahr 1978, als er 16 Jahre alt wurde, hat er sich seinen ersten Opel GT gekauft. Baujahr 1973, feuerrot, 53.000 Meilen (85.000 Kilometer) auf dem Tacho. „Es war der erste Wagen mit Schaltgetriebe, den ich je gefahren habe – und ich habe ihn geliebt. Er fuhr sich so leicht”, erinnert sich der US-Amerikaner. Wessons Leidenschaft für den GT offenbart sich in jeder seiner Erinnerungen: „Das Design war fantastisch, der Innenraum sah wie das Cockpit eines Flugzeugs aus – es war sehr modern.”

Eine Enttäuschung hielt der GT für den damals jungen Mann aus Kalifornien allerdings bereit, als er die Motorhaube öffnete: „Ich war die großen V8-Motoren gewohnt. Dagegen sah der Vierzylinder-Motor mit 1900 ccm ziemlich klein aus“, sagt er schmunzelnd. Doch das konnte ihn nicht mehr vom Kauf abhalten. Er legte 3.500 Dollar auf den Tisch und fuhr in seinem GT davon. „Ich habe ihn geliebt.”

 

Gil Wesson close up

3.500 Dollar legte Gil Wesson für seinen ersten GT auf den Tisch. Heute besitzt er ein Dutzend.

 

Spott der Highschool-Freunde sorgt für kurze Trennung
Während seine High-School-Freunde in amerikanischen Muscle-Cars vorfuhren, lenkte Gil Wesson stolz seinen Opel GT. Wegen des Spotts seiner Altersgenossen über die angeblich mickrige PS-Ausstattung seines Fahrzeugs, verkaufte er seinen GT und ersetzte ihn durch einen 1970er Chevrolet Camaro. Er stattete den Camaro mit einem L-88 Corvette-Motor aus und fuhr Rennen gegen seine Freunde. Er gewann jedes davon. Seine große Liebe gehörte jedoch dem GT. Und da er nun bewiesen hatte, dass er mit viel PS unter der Haube umgehen kann, konnte er guten Gewissens seiner Leidenschaft nachgehen: Sechs Monate später kaufte er seinen zweiten Opel GT – und er hat es nie bereut.

 

BEI Restaurantbesuchen mit dem GT wird das Essen kalt
Der aus dem kalifornischen Tuolumne stammende Gil ist einer von Tausenden Fans in den USA. Opel verkaufte von 1958 bis 1975 Fahrzeuge in den USA, bevor sich das Unternehmen vom amerikanischen Markt zurückzog. Heute, sagt Gil, sind die Menschen begeistert, wenn sie einen Opel sehen: „Es ist unglaublich, wie viele erhobene Daumen ich bei Fahrern vorbeifahrender Wagen sehe und wie viele Leute Schnappschüsse mit ihren Smartphones machen. Ich fahre mit meinem Opel GT auch nicht mehr ins Restaurant, denn sonst kommen immerzu Leute an meinen Tisch und wollen über meinen Wagen reden. Dabei wird dann mein Essen kalt.”

Gil reiste so oft von Kalifornien nach Rüsselsheim, dass er inzwischen zur Opel-Familie gehört. Seit 1987 besucht er immer wieder Classic Car Meetings in Europa. Seine Reisen nach Europa bieten ihm zudem immer wieder die Gelegenheit, nach seltenen Opel-Ersatzteilen zu fahnden. Dieses Hobby hat er jetzt zum Geschäft gemacht.

 

Opel Olympia Carlisle meeting 2011

Die Opel Classic-Szene in den USA ist groß: Hier ein stolzer Besitzer eines 1950er Olympia bei einem Treffen in Carlisle 2011.

 

Wie aus einem Problem eine Geschäftsidee wurde
Als Elektroingenieur versteht er es, Fahrzeuge zu reparieren. Dieses Können führte dazu, dass er immer mehr Geld und Zeit in seine stetig wachsende Opel-Flotte investierte. „Nach 1980 waren keine Opel-Ersatzteile mehr bei Buick-Händlern erhältlich. Ich wusste, wo ich sie beziehen konnte und auch, wie man die nicht mehr erhältlichen Teile selbst herstellt. Das kostete mich viel Geld, und meine Frau meinte, dass ich doch besser ein Geschäft damit aufbauen sollte. Und das tat ich”, erklärt Gil, und sein Lächeln verrät mehr als Worte je könnten. Es war die Geburtsstunde von Opel GT Source.

Diese beiläufige Bemerkung seiner Frau ließ Gil zu einem Begriff für Opel-Enthusiasten in aller Welt werden. Seine inzwischen 15.000 Kunden kommen aus den USA, Kanada, Japan, Taiwan und anderen Teilen der Welt. Sein Kundenstamm beschränkt sich nicht auf die Besitzer eines Opel GT – Besitzer von Manta, Ascona, Kadett, Rekord und Commodore gehören ebenfalls dazu.

 

Replica Opel GT Conrero

Eine Replik des GT Conrero: Der Wagen ist bis in kleinste Details identisch mit dem Original.

 

In nur zwölf wochen wird aus dem GT ein Conrero
Was passiert, wenn man einen Auto-Fanatiker mit einem serienmäßigen Opel GT zusammenbringt? Man erhält eine Replik des Opel GT Conrero. Gil Wesson hat ihn in nur zwölf Wochen als Tribut an den berühmten italienischen Tuner Virgilio Conrero gebaut. Conrero tunte in den 1950er und 1960er Jahren zunächst Alfa- und später auch Opel-Fahrzeuge. Der Wagen ist bis in kleinste Details identisch mit dem Original. Im Jahr 2013 brachte Gil den Wagen nach Rüsselsheim und stellte ihn Erhard Schnell, dem damaligen Opel GT-Chefdesigner, vor.

 

Gil Wessons GT-Freunde

Der Vier-Sterne-General
Der pensionierte Vier-Sterne-General und Opel GT-Besitzer Donald Kutyna ist einer von Wessons Kunden, mit denen er inzwischen sehr eng befreundet ist. Kutyna ist vor allem für seine Rolle bei den Untersuchungen der Rogers Commission zur Challenger-Katastrophe bekannt. Während dieses Verfahrens freundete sich Donald Kutyna mit dem Physiker Richard Feynman an. Eines Abends erzählte General Kutyna dem Physiker, wie er bei der Arbeit am Solex-Vergaser seines Wagens entdeckte, dass sich einige Dichtungen bei niedrigen Temperaturen auflösen können. Er nahm an, dass dieses Phänomen auch zur Challenger-Katastrophe geführt haben könnte. Professor Feynman griff den Gedanken auf und deckte schließlich auf, dass die Strukturschwäche der O-Ringe an der Challenger zur Katastrophe geführt hatte. Der Wagen, an dem General Kutyna gearbeitet hatte, war sein weißer Opel GT.

 

Number plate Opel

Nevada ist die Heimat dieses Opel GT.

 

Der Schauspieler
Joe Mantegna, auch bekannt als der geniale Senior Supervisory Special Agent „David Rossi” aus der Serie „Criminal Minds”, hat einen eigenwilligen Geschmack bei der Farbwahl für sein Auto. Mantegna kaufte während seines Schauspielstudiums in Chicago einen roten GT. Gil Wesson erzählt, dass Mantegna ihn in Schwarz umlackieren lassen wollte. „Ich habe versucht, ihn davon abzubringen. In Kalifornien ist es ohne Klimaanlage einfach zu heiß für die Farbe schwarz”, bemerkt Wesson. „Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass Mantegna sich im Jahr 2011 dazu entschied, seinen Wagen weiß lackieren zu lassen.” Ob er den Wagen immer noch besitzt? „Ganz bestimmt”, antwortet Gil.

 

Opel petrol cap

Mehr als nur ein Tankdeckel: Ein Design-Statement.

 

Opel Around the World
Die Serie der Opel Post wirft einen Blick auf das Wirken von Opel in Ländern und Regionen außerhalb Europas. Wir machen Sie dabei mit den Geschichten der Menschen vertraut, die hinter unserer Marke stehen – Kunden, Händler, Beschäftigte und Partner. Möchten Sie ein Teil der Serie werden? Haben Sie etwas Spannendes zu erzählen? Sprechen Sie uns an opel.post@de.opel.com – wir freuen uns über Ihren Beitrag.