Die Eisprinzessin und Miss Pinky

 

Ashley Chaudiere aus dem 17.000-Seelen-Dorf Bonney Lake südlich von Seattle im US-Bundesstaat Washington ist keine typische 31-Jährige: ,,Ich bin etwas anders und stolz darauf“, sagt sie selbst. Sie liebt es zu jagen (Großwild) und zu angeln (vor allem Lachse und Heilbutt). Sie liebt das Bergwandern, Eishockey – und ihren Opel GT, ihr erstes Auto überhaupt, den sie nun seit 15 Jahren fährt. Sie hat ihn in ihrer Lieblingsfarbe lackiert und ihm den entsprechenden Namen verpasst: Miss Pinky.

Miss Pinky ist schon seit 1981 im Besitz ihrer Eltern. In ihr hat Ashley Autofahren gelernt und ihre Führerscheinprüfung gemacht. „Noch vor meinem Highschool-Abschluss habe ich sie so umgestylt, dass sie so ist wie ich.“ Pink, schrill, lange Wimpern, die nun die lasziven Schlafaugen zieren. „Zum Abschluss haben mir meine Eltern ein Geschenk gemacht, dass das Sahnehäubchen war: personalisierte Nummernschilder mit meinem Spitznamen: Pinky.“


Pink ist Trumpf: Chaudiere fährt ihren GT bereits seit 15 Jahren durch den Nordwesten der USA.

 

Ashley Chaudiere


GEBURTSJAHR  1987
GEBURTSORT  Redmond, Washington
WOHNSITZ  USA Bonney Lake, Washington, USA

BERUF  Eislauflehrerin und Buchhalterin
LEIDENSCHAFT Eiskunstlauf und Eishockey, Jagen und Fischen (mit Freund Chris und Hund Olive)

 


Miss Pinky


Modell Opel GT

Baujahr 1971

Motor  nicht mehr der originale 90-PS-Motor: Nach 107.000 Meilen kam eine Motorrevision mit scharfer Nockenwelle und einem moderneren Weber-Vergaser. Der Motor bekam eine höhere Verdichtung und etwas mehr Leistung.

Besonderheit  die Farbe und die langen Wimpern auf den lasziven Schlafaugen

 


 

In Watte gepackt wurde Miss Pinky nie. Ashley hat „sie“ zum Pendeln genutzt – von Bonney Lake ins benachbarte Kanada, jede Woche 125 Kilometer, einfache Strecke. Dort frönt sie ihrer zweiten Leidenschaft: dem Eislaufen. ,,Es ist jeden Tag wieder eine interessante Übung, meine ganze Ausrüstung in Miss Pinky unterzubringen.“ Ashley ist Eishockeyspielerin und Eiskunstläuferin. Sie unterrichtet sogar Eislaufen, leitet die „Washington Ice Emeralds Synchronized Skating Organization“ und läuft Wettkämpfe im „Adult Synchro Team“.

Besonders stolz ist Ashley, wenn sie Miss Pinky auf lokalen Autoausstellungen präsentiert – nebst rosa Plastikflamingos. ,,Miss Pinky ist ein Spiegel meiner selbst. In der Highschool habe ich damit sogar den Preis gewonnen: ,Auto, das am besten zum Charakter passt‘. Miss Pinky steht für Einzigartigkeit, Spaß und eine Prise Schrulligkeit. Und für meine Wurzeln.“ Ashleys Urgroßvater kam aus Deutschland. Ihre Eltern haben ein Faible für deutsche Wertarbeit und insgesamt schon sechs Opel besessen. ,,Die sind hier in der Gegend alles andere als üblich. Es macht Spaß, damit unsere deutsche Herkunft zu unterstreichen.“

Auf Kufen: Wenn sie nicht gerade in ihrem GT sitzt, ist Ashley Chaudiere mit ihrem Eiskunstlauf-Team unterwegs.


 

GT LOVE

Das Porträt von GT-Fan Ashley Chaudiere stammt aus „GT LOVE: 50 Jahre Opel GT“, erschienen im Delius Klasing Verlag. Der Bildband von Jens Cooper, Mitarbeiter der Classic Werkstatt, und Harald Hamprecht, Opel Kommunikationsdirektor, feiert die Designikone auf 300 Seiten – unter anderem mit weiteren Geschichten von GT-Liebhabern auf der ganzen Welt.


September 2018

Text und Fotos: GT Love