Spassbremsen
unerwünscht

 

Eco-Training, das klingt ja erst mal ziemlich spaßfrei. Doch weit gefehlt. Es geht nicht darum, im Schneckentempo über das Opel Test Center in Dudenhofen zu schleichen. Vielmehr findet man sich unversehens in einer Steilkurve wieder, die stark an eine Carrera-Bahn erinnert. Und der Erlkönig in Camouflage-Design, der gerade mit 240 km/h links vorbei zieht, lässt den Puls weiter ansteigen.

Das Opel Eco-Training in vier Schritten:


1. AM ANFANG STEHT DIE THEORIE


 

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Was steht heute an?: Instruktor Ali Kocak gibt den Einweiser.

 

Im Schulungsraum sitzen den vier Teilnehmern des Trainings – allesamt Opel-Mitarbeiter, die den Kurs bei einem internen Gewinnspiel gewonnen haben – vier erfahrene Instruktoren gegenüber. Zuerst gibt es ein paar Spritsparinfos: zum Beispiel Stromerzeugung im Auto reduzieren und Reifenluftdruck kontrollieren. Im ersten Durchlauf sollen sich die Teilnehmer an das Fahrzeug und den Kurs mit Marterabschnitten, Performance Areas und Höchstgeschwindigkeitskurs gewöhnen.

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IRGENDWO IM MITTELGEBIRGE
Dabei sollen sie in ihrem ganz normalen Fahrstil die Vergleichsbasis für die Folgerunden legen. Der Kurs ist der Realität nachempfunden und könnte irgendwo in einem Mittelgebirge liegen. Dann geht es auch schon raus auf die Strecke. Jedes Zweierteam bekommt einen 192 PS starken Astra Sports Tourer mit Sechsgang-Schaltgetriebe in der Dieselversion.


 2. EinFACH MAL drauflos


 

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Nicht langsamer, sondern effizienter fahren.

 

Während der Fahrt gibt der Instruktor Geschwindigkeiten und Stellen zum Anhalten vor. Dabei werden unterschiedliche Messwerte aufgezeichnet. Nachdem das Diagnosegerät ausgelesen wurde, besprechen die Teams die individuellen Optimierungsmöglichkeiten. Im Fokus stehen Fahrzeit, Motordrehzahl, Beschleunigung, Bremsen, Schaltungen und natürlich der davon abhängige Verbrauch. Bei den möglichen Anpassungen geht es aber keinesfalls darum, langsamer zu fahren, sondern effizienter und damit spritsparender. Als Referenz dient eine Fahrt, die von einem der Trainer vorgelegt wurde. Einsparpotenzial ist in beiden Teams vorhanden.

Tipp: Weniger bremsen, weniger beschleunigen.

ERGEBNISSE NACH DER ERSTEN RUNDE
Martina Stahl
, Capacity Analystin und seit 39 Jahren bei Opel, liegt beim Verbrauch mit 61 Prozent deutlich über der Vorgabe. Sie ist verblüfft, denn sie hatte nicht das Gefühl, übermäßig Gas gegeben zu haben. Die Analyse zeigt, dass die Beschleunigungsphasen zu lang waren. Trainer Sven Albrecht rät: „Weniger bremsen und weniger beschleunigen. Einfach laufen lassen und durch den Parcours segeln.“ Jedes Bremsmanöver vernichte Energie und mache erneutes Beschleunigen notwendig, so seine Erklärung. Eigentlich wie beim Fahrradfahren: Ohne viel Kraft die Geschwindigkeit halten und dort, wo es möglich ist, den Schwung ausnutzen.

Tobias Hellbauer, GMS-Koordinator und seit 1999 bei Opel, liegt beim Verbrauch 53 Prozent über dem Referenzwert. Hellbauer hat wegen des ungewohnten Kupplungsspiels einiges beim Anfahren liegen lassen. Das will er beim nächsten Durchgang besser machen.

Beim zweiten Team mit Jörg Pohlers, der als Maschinenbau-Ingenieur in der Pressenplanung tätig ist, schaut es bereits ein bisschen besser aus – er liegt 41 Prozent über der Referenz. Und Juliane Bremerich, die im Bereich Component Sales arbeitet, erreicht mit einem Mehrverbrauch von 32 Prozent im ersten Durchgang das beste Erstergebnis.


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In der Theorie: Martina Stahl will es genau wissen.

 

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In der Praxis: Instruktor Sven Albrecht gibt Tipps.

 

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Digital: Instruktor Gottfried Barth mit dem Diagnosegerät.

 

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Analog: Jede Fahrt wird ausgewertet.

 


 3. JETZT GILT‘S


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Der optimale Drehzahlbereich?
Zwischen 1.200 und 3.000 Umdrehungen.

 

Mit den individuellen Vorgaben der Instruktoren starten die Teilnehmer in die zweite Runde.  Der Ehrgeiz der Teilnehmer ist geweckt: Alle wollen sich jetzt so nah wie möglich an die Referenzwerte herantasten. In dieser zweiten Runde gibt der Instruktor die meisten Anweisungen: Auf den optimalen Drehzahlbereich zwischen 1.200 und 3.000 Umdrehungen achten, hochschalten, auskuppeln, rollen lassen, vor dem Berg Schwung holen und Geschwindigkeit halten.

Wie schon in der ersten Runde geht es über Kopfsteinpflaster aller Art, kleine und große Bodenwellen, alte Betonbeläge und neuen Flüsterasphalt, durch Haarnadelkurven, mit 140 km/h in die Hochgeschwindigkeitskurve, eine Auffahrt mit 30 Prozent Steigung hoch und danach wieder runter. Bei dem Versuch, weniger zu bremsen und möglichst viel der Rollenergie auszunutzen, geht es dann deutlich flotter durch die Kurven als gewohnt. Nach der zweiten Runde sind alle Teilnehmer auf ihre neuen Daten gespannt. Und tatsächlich: die liegen bis zu 17 Prozent unter den Werten der ersten Runde.


 4. das FINALE


Es ist nicht damit getan, ein spritsparendes Auto zu kaufen – man muss es auch vernünftig fahren können.

Noch schnell ein paar Tipps, dann geht es auch schon in die finale Runde, in der das bisher Erreichte nochmals verbessert werden kann. Zum Abschluss der Halbtagesveranstaltung werden die Messwerte aller Runden gegenübergestellt und dokumentiert. Die Verbesserungen durch die nun geschulte Fahrweise liegen im Vergleich zum ersten Durchgang bei allen Teilnehmern im zweistelligen Bereich – in der Spitze sogar bei knapp 30 Prozent. 

Für Jürgen Ziller, verantwortlich für die Kundenkommunikation im Opel Test-Center, sind diese Ergebnisse völlig normal. „Sie belegen, dass es nicht damit getan ist, ein spritsparendes Auto zu kaufen – man muss es auch vernünftig fahren können. Wir zeigen jedem Interessierten auf, wie das in der Praxis funktioniert.“

 

Opel Eco Fahrertraining auf der Teststrecke Dudenhofen

 


 LUST AUF EIN TRAINING im Opel Test CENTer?


 

Neben dem Opel Eco-Training für 75 Euro bietet Opel auch ein ganztägiges  Fahrertraining für 175 Euro an, bei dem Lenk- und Bremstechnik sowie die Reaktion geschult werden. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat hat das Fahrertraining zertifiziert; es kann somit von der Berufsgenossenschaft bezuschusst werden. Einige wenige Fahrertrainingsplätze können für das laufende Jahr noch gebucht werden. „So viel Spaß auf einer echten Teststrecke ist für so kleines Geld anders kaum zu haben“, sagt Jürgen Ziller. Und das auch als Geschenk:

Für beide Trainings kann man Gutscheine erwerben. Besonders wichtig ist Ziller, dass mit den Trainings eine emotionale Markenbindung aufgebaut wird. Deshalb sind für ihn die Opel-Händler eine besonders interessante Zielgruppe: „Das Training ist ein ideales Geschenk zur Kundenbindung. Bevor ich einem Kunden beim Neuwagenkauf 150 Euro nachlasse, spendiere ich ihm doch lieber einen Erlebnistag mit Erinnerungswert, über das er mit Begeisterung in seinem Bekanntenkreis spricht und damit zum Multiplikator wird.“

 

Weitere Informationen zum Eco-Training sowie alle weiteren Opel-Fahrtrainings finden Sie hier.

 

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Stand Oktober 2015

Text: Uli Erler, Fotos Alex Heimann (Vollformat)