Mit dem Olympia nach Olympia


Gekauft hat sich Ralf Krämer das Olympia A Coupé 1700 bereits 1988. 21 Jahre alt war er damals und in einer Clique unterwegs, die sich selbst die „Opel-Gang“ nannte. Irgendwann landete der Wagen, Baujahr 1970, abgemeldet in der elterlichen Garage. Erst als 2004 die Olympischen Spiele in Athen ausgetragen wurden, entstand die Idee, den Olympia wieder herzurichten – und mit ihm nach Olympia zu rollen. Bis zur Umsetzung gingen einige Jahre ins Land. Vor allem der Unterboden musste erneuert werden. Da dem Sozialarbeiter und Paartherapeut aus dem rheinhessischen Gau-Odernheim weder Hebebühne noch Grube zur Verfügung standen, kippte er das gute Stück auf die Seite, um den Fahrzeugboden bearbeiten zu können. Die Lackierung ließ er von fremder Hand besorgen – „ich wollte das Cabrio picobello dastehen haben.“

 

Großes Vertrauen in die Technik

 

Am 17. Juli 2017 ging es los. Ehefrau Claudia war sich bewusst, dass sie ein wenig Leidensfähigkeit mitbringen musste, verfügt der Klassiker doch über keine Klimaanlage. Ralf Krämers Vertrauen in das Auto war zu jeder Zeit unumstößlich: „Ich war absolut überzeugt, dass der Olympia auf der Strecke keine größeren Probleme bekäme – und die kleineren würde ich in den Griff bekommen.“ Die kleineren – das waren das Überkochen der Kühlflüssigkeit bei 50 Grad Außentemperatur und ein lockerer Auspuff. Ansonsten lief alles bestens. 17 Tage und 5.200 Kilometer waren die Krämers unterwegs – durch Österreich, Kroatien, Bosnien, Serbien-Montenegro, Albanien, Griechenland und Italien. Die außergewöhnliche Reise hat das Ehepaar in dem lesenswerten Blog „Olympia on Tour“ inklusive vieler schöner Fotos dokumentiert.

Reiseantritt 5.200 Kilometer liegen vor Claudia und Ralf Krämer. Ebenso wie viele spannende Eindrücke und Begegnungen.

 

»Heute rollen davon laut Zulassungsstatistik nur
noch sieben Stück über Deutschlands Straßen.«

 

–  Ralf Krämer  –
Besitzer eines Olympia A Coupés von 1970


Stand Oktober 2017

Text: Eric Scherer, Fotos: privat