Nur die Besten für den Nachwuchs

„Ich war sehr nervös“, sagt Lukas Kemeter im Rückblick auf das Assessment Center, das er im Juni absolvieren musste. „Aber dann war’s eh recht locker. Zuerst das Bewerbungsgespräch. Dann das Werkstück, das man sich ausdenken und vorstellen musste. Präsentieren fällt mir sowieso leicht, weil ich vom Gymnasium komme.“ Zum dritten Punkt des Assessment Centers, der Gruppenarbeit, erinnert er sich: „Da war’s zuerst ziemlich still. Aber dann haben wir schnell eine gemeinsame Lösung gefunden.“

Mehrere Prüfungen

Das Assessment Center war die letzte wesentliche Hürde, bevor Lukas Kemeter als Lehrling aufgenommen wurde.

„Wenn sich die Bewerber – meist per Mail – melden, findet eine erste Selektion statt“, berichtet Melanie Mittermayer, in der Personalabteilung u.a. für die Lehrlingsaufnahmen zuständig. Kriterien wie Schulnoten (vor allem in Mathematik und technischen Fächern), Teamfähigkeit, Bereitschaft zu Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein sowie Interesse an Technik spielen da insbesondere eine Rolle. „Der nächste Schritt ist, dass ich die Bewerber zu einem Online-Test auffordere. Und danach folgt noch ein weiterer Test, der hier in der Lehrwerkstätte, vor Ort zu absolvieren ist.“

Das positive Abschneiden bei all diesen Filtern ist Voraussetzung dafür, dass die Bewerber zu einem Assessment Center eingeladen werden.

Auch Feilen ist im 1. Lehrjahr angesagt (Lukas Kemeter).


Lehrwerkstättenleiterin Ulrike Glas und Ausbildner Paul Schneemayer (ganz links) mit den Lehrlingen des 1. Lehrjahrs


Robert Sturm/Leiter Zentrale Instandhaltung (l. vom Flipchart) und Instandhaltungskoordinator Michael Janos (r. vom Flipchart) erklären die Aufgabenstellung für den technischen Teil des Assessment Centers.


Philip Sampl beim Gewinde-Drehen.

Gruppenarbeit beim Assessment Center (v.l.n.r.: Philip Sampl, Lukas Kemeter, Niklas Koch, Dominik Partyka-Braun, Alexander Pilliater).

 

Etwa sechs bis zwölf Bewerber werden dabei rund vier Stunden lang von den Assessoren durchleuchtet: von Lehrwerkstättenleiterin Ulrike Glas und Melanie Mittermayer, von Ausbildnern der Lehrwerkstätte und von den Instandhaltungskoordinatoren, die in fernerer Zukunft ihre Vorgesetzten sein sollen. Der  Abschluss jedes Assessment Centers: eine Lehrwerkstätten-Besichtigung.

„Alle waren nett“

Seit 1. September 2017 ist Lukas Kemeter Elektrotechniker-Lehrling bei Opel Wien. Er wohnt im 22. Wiener Gemeindebezirk, zehn Minuten vom Werk Aspern entfernt. Und sagt von sich: „Ich mag‘ Basteln und Handwerkliches, zum Beispiel wenn ich meinem Vater in der Werkstatt im Keller helfe. Deshalb wollte ich schon nach der 5. Klasse mit der Lehre beginnen. Aber dann habe ich doch zuerst die Matura gemacht.“

Lukas Kemeter weiß sichtlich, was er will. Auch in der ferneren Zukunft. „Zuerst will ich die Lehrabschlussprüfung schaffen, dann bei Opel bleiben und eventuell die Meisterausbildung machen.“

Auch Philip Sampl aus Stillfried ist seit 1. September 2017 Elektrotechniker-Lehrling bei Opel Wien. Die HTL Mistelbach hat er abgebrochen. Zu den Aufnahmekriterien erinnert er sich: „Ich hab‘ schon gewusst, wie’s geht. Ich hab‘ ja vorher schon bei anderen Firmen Tests gemacht.“ Und zum Assessment Center: „Wir waren uns alle fremd. Aber wir haben uns schnell kennengelernt. Alle waren sehr nett, auch die Ausbildner. Ich hab‘ mich so wohlgefühlt, als ob wir uns schon lange kennen würden. Bei anderen Firmen war das ganz anders.“ Lukas Kemeter unterstreicht diesen Eindruck: „Ich hab‘ mich auch bei den ÖBB beworben. Aber hier, bei Opel, hat’s mir besser gefallen. Hier ist es größer, die Mitarbeiter sind nett, die Ausbildner auch …“

Seine Zukunft will der Stillfrieder step by step angehen: „Zuerst will ich die Lehre absolvieren. Dann schau‘ ich weiter.“ Computern gilt seine Leidenschaft. Vor allem Bild- und Videobearbeitung haben es ihm angetan. Und daneben hilft er eifrig bei allen Reparaturen im Haus.

Die richtige Chemie

„Es ist total schwierig gute, passende Lehrlinge zu finden“, sagt Lehrwerkstättenleiterin Ulrike Glas. „Sie sollen ja in unser Team passen. Deshalb strengen wir uns bei der Suche so an.“


Michael Janos, Melanie Mittermayer, Ulrike Glas und Robert Sturm (v.l.n.r.) diskutieren die Ergebnisse des Assessment Centers.

Die Lehrwerkstätte nimmt an zahlreichen Informationsveranstaltungen teil (im Bild Branchentreff der Wirtschaftskammer Wien in der Siemens City am 22. November 2016).


Auf praktisch allen Lehrlingsbewerbungs-Plattformen ist Opel Wien vertreten. Darüber hinaus werden im Herbst alle Schulen mit Polytechnischen Lehrgängen und alle Neuen Mittelschulen im näheren Umkreis des Werks Aspern (bis Wolkersdorf, Zistersdorf, Gänserndorf ) angeschrieben und zu Besuchen eingeladen. Diesen Einladungen leisten viele Lehrer mit ihren Schülern Folge.

Über die Opel Wien-Website können sich Interessenten bewerben; unter „Job & Karriere“.

Viele Events

Opel Wien nimmt regelmäßig an den Veranstaltungen des WAFF/Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds teil; zum Beispiel am 29. November 2017 im Donauzentrum in Wien mit einem eigenen Informationsstand.

Auch die Industrie lädt zu Branchenpräsentationen; in diesem Jahr am 12. Dezember in der Siemens-City im 21. Wiener Gemeindebezirk. Die Opel Wien-Lehrwerkstätte wird sich dort natürlich präsentieren. Ausgewählte Lehrlinge werden mit dabei sein und geben interessierten Schülern Auskunft über das Berufsbild und die Lehrlingsausbildung.

Zusätzlich werden regelmäßig Schulen besucht; wie zum Beispiel das Polytechnikum in Zistersdorf, das am 23. November 2017 eine Firmenmesse veranstaltet.

Die Ausbeute in diesem Jahr: elf neue Opel Wien-Lehrlinge wurden aus rund 400 Bewerbungen ausgewählt. Ihr Willkommen noch vor dem ersten Arbeitstag: Die neuen Lehrlinge und ihre Eltern werden – wenn sie zur Unterzeichnung des Lehrvertrags ins Werk Aspern kommen – mit Kaffee bewirtet, erhalten einen einführenden Vortrag zu Opel Wien und besichtigen gemeinsam die Lehrwerkstätte.

Auch Markus Katsulis ist Lehrling im 1. Lehrjahr (im Bild beim Anfertigen eines Ansteck-Buttons für die 35-Jahr-Feier des Werks Aspern).


Keine leichte Entscheidung: Wer soll als Lehrling aufgenommen werden? (Ulrike Glas (l.) und Melanie Mittermayer).


Zahlen & Fakten


11 neue Opel Wien-Lehrlinge haben am 1. September 2017 ihre Elektrotechniker-Lehre in der Lehrwerkstätte des Werks Aspern begonnen. Außerdem haben vier Lehrlinge der Hoerbiger Ventilwerke GmbH & Co KG ihre Grundausbildung in der Opel Wien-Lehrwerkstätte begonnen.

386 Bewerbungen für eine Lehre bei Opel Wien gab es im Jahr 2017.

13 Testtermine in der Lehrwerkstätte fanden 2017 statt, und 5 Assessment Center – um die besten Bewerber herauszusieben.

Lehrlingsbewerbungs-Plattformen, auf denen Opel Wien vertreten ist:

www.lehrberuf.info

http://erfolgslehre.at/

http://www.ams.at/lehrstellen/

http://www.lehrstellen4you.at

http://www.playmit.com/

Seit 1983 besteht die Lehrwerkstätte des Werks Aspern.

Rund 950 Lehrlinge wurden seit 1983 bis Sommer 2017 in der Lehrwerkstätte des Werks Aspern ausgebildet.

Insgesamt 63 Lehrlinge (1. bis 4. Lehrjahr; inkl. Fremdfirmen-Lehrlinge) werden zurzeit in der Lehrwerkstätte des Werks Aspern ausgebildet.


Stand Oktober 2017

Text: Kristin Engelhardt
Fotos: Helga Mayer