Dauerbrenner F 17-Getriebe

 

 


Jubiläumsgetriebe.

Anfang Dezember 1995 begann die Geschichte des erfolgreichen Fünfgang-Getriebes – damals startete das Projektteam mit dem Umbau der Getriebe-Produktion. Das F 17-Getriebe mit 170 Nm fußte auf dem – seit April 1993 in Wien-Aspern gefertigten F 15-Getriebe – und nannte sich daher zunächst F 15+. Bis zum Produktionsbeginn am 9. Dezember 1997 wurde nicht nur die Produktionshalle erweitert, sondern auch ein Anbau bei der Härterei errichtet. Die damals eingeführte neue Härte-Technologie war bahnbrechend: denn erstmals erfolgte das Abschrecken in einer Hochdruck-Abschreckglocke mit Stickstoff unter bis zu 20 bar.

Getriebe-Knotenpunkt Wien-Aspern
Zunächst wurden die F 17-Getriebe in Corsa, Astra und Zafira eingebaut. Ab November 2002 folgte der Vectra als Abnehmer. Im Juni 2003 wurde das F 17-Getriebe um die MTA-Variante erweitert. Und ab September 2003 gab es Getriebegehäuse, die sich an den Fiat 1,3 SDI-Dieselmotor anflanschen ließen. F 17- und F 17 MTA-Getriebe wurden nun auch in Ignis/Suzuki und Wagon R/Suzuki eingebaut.

Ab 2007 fanden sich Interessenten in Übersee; zunächst in Sao José dos Campos in Brasilien. Und am 14. Dezember 2009 war Fertigungsbeginn für das erste Fünfgang-Getriebe mit 190 Nm. Am 5. Februar 2010 wurden erstmals Motoren, F 17- und M 20/32-Getriebe nach St. Petersburg geliefert. Schließlich – im Jahr 2014 – lieferte Wien-Aspern F 17-Getriebe – abgesehen von den europäischen GM/Opel-Werken – nach USA, Kolumbien, Brasilien, Südafrika, Indien, Südkorea, Thailand und Indonesien.


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Das F 17-Getriebe-Team freut sich über das 10-millionste F 17-Getriebe.


Instandhalter-Marathon
Ging es ab 1997 – nach Fertigungsbeginn – zunächst einmal darum die Uptime, also die verfügbare Fertigungskapazität, zu erhöhen, so wurde mit den Jahren die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der im Volleinsatz stehenden Anlagen zur Herausforderung. In den Werksferien 2004 zum Beispiel erledigten die Instandhalter in Eigenregie die komplizierte Generalüberholung der Getriebegehäuse-Transferlinie. Im Jahr 2006 wurde „Herbie“, dem Engpass, der Kampf angesagt, um 114 Stück pro Stunde zu erreichen.

Im Jahr 2007 wurde die F 17-Montage mit zahlreichen Detailüberarbeitungen zum „Schmuckkästchen“ gemacht und die Zahl der FEVES/Fehlervermeidungssysteme von 30 auf 113 erhöht. Eine „Performance-Gruppe“ brachte zahlreiche der altgedienten Fertigungsanlagen auf Vordermann. Der Lohn im Jahr 2009: 116 Stück pro Stunde. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren 112 Stück pro Stunde noch das Maß aller Dinge gewesen.



Alfred Hajek/Leiter Manufacturing Engineering bei der Festansprache.


Generaldirektor Tamas Solt bei der Festansprache.


F 17-Getriebe auf dem Montageband.

 

Und es geht noch weiter
Angesichts der ungebrochenen Nachfrage entschied sich der Konzern dazu, ab 2011 in Umbauten und Überholungen der F 17-Fertigung 33 Millionen Euro zu investieren. Am 13. August 2012 war Fertigungsbeginn der neuen Fünfgang-Getriebe-Generation F 1x. Die Montage war in den Werksferien im Jahr davor verlängert und umgebaut worden und zwei neue Fertigungslinien waren seit Start des Projekts im Herbst 2010 hinzugekommen.

Nicht genug damit: Seit 29. September 2014 wird in Wien-Aspern die Generation 3 der MTA-Fünfgang-Getriebe gefertigt; unter dem Namen Easytronic 3.0.

Planungschef Alfred Hajek, der vor zwanzig Jahren das F 17-Getriebe mit aufbaute, sagt: „Das F 17-Getriebe hat keineswegs ausgedient – 10 Millionen hin oder her. Wir haben sogar neue Nachfragen aus China und Indien, für die wir neue Umbauten machen müssen.“

 


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Blick auf die F 17-Getriebemontage.

 


 

 

Stand November 2015

Text: Kristin Engelhardt, Fotos: Helga Mayer