Ein Exot am Pazifik

Die Philippinen – ein Staat mit 101 Millionen Einwohnern auf 7.107 Inseln im westlichen Pazifik. Das Straßenbild prägen SUVs und Pick-ups meist japanischer Herkunft, Tuk­Tuks, Fahrradtaxis und sogenannte Jeepneys, also Sammeltaxis in farbenfrohen Bemalungen mit bis zu 14 Sitzplätzen. Zuletzt wurden hier etwas mehr als 130.000 Pkw im Jahr verkauft. Marktführer ist Toyota mit mehr als 44 Prozent Marktanteil. Opel hat sich schon in der ver­gangenen Dekade aus dem asiatischen Insel­staat zurückgezogen. Aber eine Fangemeinde ist geblieben. Darunter auch Jose Carlo Y. Martinez aus Laguna auf Luzon Island, der eine ganze Sammlung von historischen Opel­-Fahrzeugen sein Eigen nennt. Sein ganzer Stolz: ein Opel GT 1.9 aus dem Jahr 1973.


Jose Carlo Y. Martinez

 

GEBURTSJAHR  1984
GEBURTSORT  Quezon City, Philippinen
WOHNSITZ  Calauan, Laguna, Philippinen
BERUF  Operations Manager im Familienbetrieb namens CNEX Modufurni Systems
LEIDENSCHAFT  Opel-Klassiker restaurieren und sammeln

Langjähriger Opel-Fan: Martinez restauriert seit 20 Jahren Modelle mit dem Blitz – los ging es 1969 mit dem Rekord C des Großvaters.


„Der GT war schon der Traum meines Vaters. 2009 haben wir den Traum dann wahr ge­macht, einen gekauft und zwei Jahre lang res­tauriert.“


Ein Exot in den Tropen: Der GT hat sein Zuhause auf den Philippinen gefunden, genauer gesagt in der Stadt Calauan, die am größten See des Landes liegt – dem 949 Quadratkilometer großen Laguna de Bay.


technische daten

MODELL  Opel GT 1.9 L
BAUJAHR  1973
CHASSIS-NUMMER  273100406
FARBE  Citrusgelb
MOTOR  „etwa“ 100 PS aus einem
aufgebohrten 2,0-Liter-Motor

BESONDERHEIT  Der GT ist einer von höchstens
15 auf den Philippinen.

 

Einzelstück: Der aufgebohrte 2,0-Liter-Motor des citrusgelben GT leistet „etwa“ 100 PS.

 


Begeistert auch die Kleinen: Martinez‘ GT ist einer von schätzungsweise 15 verbliebenen GT-Exemplaren auf den Philippinen.

Auf dem Hof wird Martinez‘ Leidenschaft sofort sichtbar: Zahlreiche historische Opel-Modelle warten hier auf ihre Aufbereitung – oder haben diese bereits hinter sich.

 

„Der GT war schon der Traum meines Vaters. 2009 haben wir den Traum dann wahr ge­macht, einen gekauft und zwei Jahre lang res­tauriert“, erinnert sich der Filipino. Den GT hegt und pflegt er. Pro Jahr fährt er damit keine 1.000 Kilometer: „Der GT ist mein Auto fürs Wochenende und für besondere Anlässe, etwa wenn meine Frau und ich auf eine Party in der Stadt fahren.“

 

„Die lange Haube gibt mir das Gefühl,
eine Corvette zu fahren.“

 

 

Martinez schätzt deutsche Qualität – und ins­besondere die Marke Opel: „Ich restauriere seit 1998 Opel. Begonnen habe ich mit dem 1969 Rekord C meines Großvaters.“ Auch ein Manta steht in seiner Garage. Was er am GT besonders mag? „Ich liebe diese Einzigartigkeit. Der GT ist hier sehr selten.“ Der Filipino kennt drei weitere Landsmänner mit einem GT und schätzt den Bestand auf den Philippi­nen auf höchstens 15. Offizielle Zahlen sind nicht mehr verfügbar. Insgesamt exportierte Opel im Zeitraum 1968 bis 1973 gerade mal 1.012 Fahrzeuge in die Region „Overseas Ope­rations“, wie interne Statistiken belegen. Der Geschäftsmann, der beruflich im Familienbe­trieb Möbel verkauft, mag es sportlich. Das Leistungsgewicht des GTs erfreut sein Herz. „Dadurch wird der GT zu einem wahren Vintage Sportscar. Die lange Haube gibt mir das Gefühl, eine Corvette zu fahren. Irgend­wann kaufe ich mir noch mal den großen Bru­der des GTs – die 1969er Corvette Stingray. Und ein Porsche 911 ist auch noch auf meiner Liste.“

 


GT LOVE

Das Porträt von GT-Fan Ashley Chaudiere stammt aus
„GT LOVE: 50 Jahre Opel GT“, erschienen im Delius Klasing Verlag. Der Bildband von Jens Cooper, Mitarbeiter der Classic Werkstatt, und Harald Hamprecht, Opel Kommunikationsdirektor, feiert die Designikone auf 300 Seiten – unter anderem mit weiteren Geschichten von GT-Liebhabern auf der ganzen Welt.

Text und Fotos: GT Love