E-nthusiasten unter sich

Enge und langgezogene Kurven, schöne Bergauf- und Bergab-Passagen, dazu reizvolle Blicke in die Landschaft. Die sanften Hügel rund um die Wasserkuppe waren wie gemacht für diese besondere Ausfahrt: E-Enthusiasten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich rund um Fulda zum ersten Ampera-e-Treffen verabredet. Und so glitten 17 Opel-Stromer bei schönstem spätherbstlichen Wetter über die hügelige Landschaft der Rhön.

Auf 940 Metern angekommen, waren das Gipfelglück und die beeindruckende Aussicht nachrangig. Im Mittelpunkt der Gespräche standen vielmehr die rekuperativen Eigenschaften des Motors. „Die Berg- und Tal-Strecke ist wie dafür gemacht“, erklärte Thomas Wohlhüter, der aus Augsburg angereist war. Die Fachgespräche kreisten um den Drive-Modus, das Lupfen des Pedals, den nahezu lautlos agierenden Motor mit 150 kW/204 PS, der aus Unterflur-Akkus mit einer Kapazität von 60 kWh gespeist wird. „Es ist toll, sich konstruktiv mit Gleichgesinnten auszutauschen“, betonte Sebastian Strathmann aus dem schweizerischen Winterthur.

E-Pionier: Sven Möller ist Initiator des ersten Ampera-e-Treffens.


Eine „E“-Kolonne in der Rhön: So wie das „H“ historische Fahrzeuge klassifiziert, zeigt das „E“ auf dem Kennzeichen an, dass es sich um ein Elektroauto handelt. Die Kennzeichnung erlaubt es, an Ladestationen zu parken oder die Busspur benutzen zu dürfen.

Der Berufspendler: Der Ampera-e ist bereits das zweite E-Auto von Thomas Wohlhüter.

 

Thomas Wohlhüter,
IT–Experte, Augsburg

„Der Ampera-e ist das erste Auto in diesem Segment, das sich preislich dort bewegt, wo es für mich interessant ist. Ich bin Berufspendler, fahre jeden Tag 83 Kilometer von Augsburg nach München und kann das Fahrzeug bei meinem Arbeitgeber aufladen – das ist ideal. Ich bin mit dem Ampera-e aber auch schon in den Urlaub nach Südengland gefahren, auch das kein Problem.“


Ladesäule auf der Wasserkuppe.


»Ganz klar das beste Elektroauto,
das gegenwärtig zu haben ist.«

 

Dieses Ampera-e-Treffen war in der Tat eine besondere Premiere. Sie basiert auf der privaten Initiative eines E-Mobilitätsenthusiasten: des Hamburgers Sven Möller. Eigentlich ist der 52-Jährige absoluter PS-Fan und hat in der Vergangenheit Autos mit bis zu 500 Pferdestärken gefahren. Sein Job als Projektleiter eines großen Energieanbieters brachte ihn mit den Jahren jedoch dazu, sich intensiv mit Klimaschutz und alternativen Antrieben zu befassen – und zu der Überzeugung, dass man das, wofür man beruflich eintritt, auch selbst leben sollte.

Also begann er, privat nacheinander alle möglichen E-Autos auszutesten, die der Markt anbietet. Und erlebte einige Enttäuschungen. „Wenn ich mit einer Batterieladung nicht mal 300 Kilometer fahren kann, ist das nichts für mich“, lautet eine seiner grundsätzlichen Einschätzungen.


Der Wiederholungstäter: Matthias Peter (rechts) hat bereits den Vorgänger, einen Opel Ampera, besessen.

 

Matthias Peter,
Projektmanager, Frankfurt:

„Ich habe zuvor dreieinhalb Jahre lang den ersten Ampera gefahren, jetzt den Ampera-e. Mit Batterie und Motor bin ich sehr zufrieden. Das Treffen hier in Fulda ist sehr charmant. Ich hätte gerne noch etwas mehr über die Zukunft der Elektromobilität erfahren. Daher bin ich auch beim nächsten Treffen dabei, wenn es mein Terminkalender zulässt.“


2017 entdeckte er den Ampera-e – und war begeistert: „Ganz klar das beste Elektroauto, das gegenwärtig zu haben ist.“ Bis zu 520 Kilometer rollt der Opel-Stromer mit voller Batterie – „damit lässt sich was anfangen“. Auch die übrige Technik, Komfort und Styling haben es dem Hamburger angetan. Und die Kosteneffekte sind natürlich ebenfalls nicht zu verachten. „Ich fahre rund 25.000 Kilometer im Jahr. Früher habe ich in zwölf Monaten 4.500 Euro für Sprit ausgegeben. Heute zahle ich an den gut vernetzten und zahlreicher werdenden Ladestationen oftmals gar nichts.“

 

Als E-Pionier beworben

Das Prozedere, um an das Elektroauto heranzukommen, hat er daher gerne in Kauf genommen. Da mit der ersten Welle nur 88 Ampera-e an insgesamt 44 ausgesuchte Händler ausgeliefert wurden, musste er sich auf eines der Exemplare regelrecht bewerben. Und wurde genommen: „Ausschlaggebend war, dass ich gut vernetzt bin – und bereit, meine Erfahrungen mit dem Auto zu teilen.“ Sven Möller bloggt nämlich regelmäßig und ist auch in diversen Internetforen unterwegs, die sich mit alternativer Antriebstechnik befassen.

Dank der Kontakte, die er dort geknüpft hat, war es ihm auch möglich, seine Idee eines Ampera-e-Treffens umzusetzen. Auf eine erste Anregung hin meldeten sich direkt 25 Interessenten, sodass er sich direkt an die Umsetzung machte.

Herbstlich: Die Stromer-Kolonne in Fulda.

 

Immer im Blick: Die Verbrauchsstatistik des Ampera-e.


Gruppenbild auf der Wasserkuppe: Das Treffen fand unter dem Motto „Mit Strom gegen den Strom“ statt.

Sebastian Strathmann,
IT-Spezialist, Winterthur

„Ich arbeite in der Schweiz, pendele oft in den Stuttgarter Raum. Daher habe ich gezielt nach einem Elektroauto gesucht, mit dem ich auch im Winter lange Strecken bewältigen kann. Und nachdem ich den Ampera-e nun kennengelernt habe, muss ich sagen: Ich werde wohl nie mehr auf einen Benziner umsteigen. Sven Möller, den Initiator des Treffens, habe ich an einer Ladesäule in Dänemark getroffen, wo wir unsere Autos aufluden. Da hat er mir von seiner Idee erzählt – und ich war natürlich dabei. Es war toll, sich ein Wochenende lang mit Gleichgesinnten auszutauschen. Nächstes Mal bin ich wieder dabei.“

Der Überzeugte: Sebastian Strathmann wird wohl nie wieder zu einem Auto mit konventionellem Antrieb zurückkehren.


Kontrast: Modernste Technik trifft auf barocke Fassaden – der Korso trifft auf der Pauluspromenade in Fulda ein.

Möllers Wahl fiel auf Fulda aufgrund der zentralen Lage in Deutschland und dem barocken Charme der Stadt in Osthessen. Der Hamburger bereiste die Stadt vorab, um Hotels und Restaurants auszukundschaften, sowie die Routen für die Rhön-Ausfahrten festzulegen, die die Ampera-e-Afficionados an diesem Wochenende bewältigen sollten. Dabei stellte er fest, dass auch die Stadt Fulda selbst einige Ambitionen in Sachen E-Mobilität hegt: Die Zahl der Zulassungen von E-Fahrzeugen im Landkreis Fulda steigt stetig, zuletzt wurden sieben öffentliche Ladesäulen im Stadtgebiet in Betrieb genommen, außerdem ist hier der hessenweit erste Elektro-Bus im Einsatz.

In der Klimaschutzbeauftragten der Stadt, Dorothea Hergott, fand Möller vor Ort auch eine begeisterte Unterstützerin des Treffens. Sie kam wie etwa hundert weitere Interessierte am Samstagnachmittag auf die Pauluspromenade in Fulda, wo sich die Ampera-e-Besitzer nach der Rhönrundfahrt versammelten. „Die können gerne wiederkommen“, nickte ein Passant anerkennend, als der Corso nahezu lautlos davonfuhr.  Nach  der perfekt geplanten Premiere ist ein Folgetermin für März 2019 bereits in Planung.


November 2018

Text: Eric Scherer, Fotos: Thorsten Weigl