Alle Jahre wieder

 

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Hoffentlich bleibt noch eins übrig: Die Schlüsselbretter haben es Klara Brüning angetan.

Klara Brüning hat ihre Lieblingsstücke längst ausgeguckt. „Diese Schlüsselbretter mit den Zündkerzen als Aufhänger. Ich glaube, von denen nehme ich mir selbst eins mit. Wenn noch eins übrig bleibt am Ende.“ Doch das ist nicht gesagt…

Die Schlüsselbretter zählen nämlich zu den „High Runnern“ am Stand der Opel-Berufsausbildung auf dem Rüsselsheimer Weihnachtsmarkt. Neben den Feuerkörben und Laternen. „Bis heute Abend sind die alle weg“, prophezeit Wolfgang Mumme, Ausbildungsmeister Metall. Und der weiß, wovon er spricht. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass er im Nikolaus-Treiben auf dem Marktplatz einen Stand betreut.

Seit rund 30 Jahren bieten Opel-Lehrlinge Winterliches und Weihnachtliches aus eigener Fertigung an. „Und der Erlös wird jedes Mal gespendet – zu einhundert Prozent“, erklärt Ausbildungsmeister Andreas Clus. Diesmal dürfen sich das KiKu-Kinderland am Adam Opel Haus und die Jugendabteilung der Sektion Rüsselsheim des Deutschen Alpenvereins über zusätzliche finanzielle Unterstützung freuen.

 

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„Wir suchen uns jedes Jahr andere Einrichtungen aus“, so Clus. Auch die Rüsselsheimer Tafel oder das Deutsche Rote Kreuz haben sich schon über Opel-Spenden gefreut. Um die 5.000 Euro kommen während eines viertägigen Weihnachtsmarkteinsatzes zusammen.

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„Einiges davon ist handwerklich ziemlich anspruchsvoll, so dass wir bei der Arbeit daran auch Lerninhalte vermitteln können.“

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Gefertigt wird die Verkaufsware das ganze Jahr hindurch, von Azubis des ersten und zweiten Lehrjahres. „Einiges davon ist handwerklich ziemlich anspruchsvoll, so dass wir bei der Arbeit daran auch Lerninhalte vermitteln können“, erklären die Ausbilder. Klara Brüning und Markus Jenke etwa haben an den Schraubstöcken, Fugenkratzern und Nussknackern in der Auslage mitgearbeitet. Dass die Kundschaft diese nun rege nachfragt, macht stolz – „und einfach Spaß“, so Markus Jenke.

 

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Zufriedene Mienen danken es ihnen: Felix Huber wandelt sich vom Handwerker zum Verkäufer.

 

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Wer die Wahl hat: Dem helfen Markus Jenke und Klara Brüning. Laternen sind neben Schlüsselbrettern und Feuerkörben stark nachgefragt.

 

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„Deswegen haben wir auch kein Problem, unseren Stand übers Wochenende zu besetzen. Fast alle, die an den Produkten mitgefräst, gefeilt, geschliffen und geschraubt haben, wollen auch verkaufen helfen“, freuen sich die Meister. Betreut wird der Stand an den vier Tagen in jeweils zwei Schichten. Die erste haben angehende Werkzeugmechaniker übernommen. Neben Klara Brüning und Markus Jenke sind auch Felix Huber und Max Hauf in Verkaufsberatungen aktiv.

Sie bieten nicht nur „metallisches“ Industriehandwerk an. Die Technischen Modellbauer haben Futterkrippen und Vogelhäuschen aus Holz gefertigt, die Fahrzeuginnenausstatter kleine Beutel und Elefanten aus Leder beigesteuert. Liebhaber besonderer Stücke dürften die stählernen Modell-Traktoren ins Auge stechen, die Meister Mumme vor drei Jahren im Rahmen einer „Einstiegsqualifizierung“ in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt fertigen ließ. „Das Stück kostet bei uns nur 55 Euro. Anderswo legt man für eine solche Handarbeit locker über 100 hin.“ Echte Schnäppchen also. Und dann auch noch für einen guten Zweck. Kein Wunder, dass der Opel-Stand permanent gut frequentiert ist. Es wird wohl eng werden mit dem Schlüsselbrett für Klara.

 

Stand Dezember 2016

 

 

 

 

Text und Fotos: Eric Scherer