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In Sachsen-Anhalt steigt eine besondere Weltpremiere: das erste 24-Stunden-Rennen für Elektroautos.
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Er war auf vielen Rennstrecken der Welt unterwegs, gewann in den 80er Jahren die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Er hat mit einem Calibra und Astra Rundenrekorde auf dem Nürburgring aufgestellt und an gleicher Stelle mit einem DTM-Opel Astra V8 auch schon mal das prestigeträchtige 24-Stunden-Rennen gewonnen. Und heute? Ist Volker Strycek in der Motorsportarena Oschersleben am Start. Wieder bei einem 24-Stunden-Rennen. Eine Routine-Veranstaltung? Von wegen.
↑ Video: Das 24-Stunden-Rennen des Opel Ampera-e in Oschersleben
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Energiesparmodus: Stefan Fiedler, Volker und Maggy Strycek (v.l.) besprechen die effizienteste Fahrweise, um möglichst viele Runden abspulen zu können.
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Vorbereitungen: Der Ampera-e lädt mittels DC-Ladegerät an einer herkömmlichen 32A-Drehstromsteckdose.
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30 Elektrofahrzeuge stellen sich der Herausforderung, so viele Runden wie möglich zu fahren. Am Start waren beispielsweise das Tesla Model S, der Renault ZOE und ein BMW i3s.
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Denn auch mit 61 Jahren kann ein Motorsportlerleben noch neue Herausforderungen bereithalten. Denn in der Börde Sachsen-Anhalts steigt an diesem ersten Dezember-Wochenende eine besondere Weltpremiere: der erste Eco-Grand-Prix. Ohne jedes Motorengeheul, ohne jeden Benzingeruch. Denn es rollen ausnahmslos Elektrofahrzeuge über die Rennstrecke, 30 insgesamt, darunter das Tesla Model S, der Renault ZOE und ein BMW i3s mit der ersten und bis heute einzigen weiblichen ‚Rallye Dakar‘-Gewinnerin Jutta Kleinschmidt am Steuer.
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Das Team in der Garage: Dr. Peter Ramminger erläutert die Fahr- und Ladestrategie.
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Der Initiator: Dr. Matthias Alt am Ampera-e, während dieser seine Energiereserven auflädt.
Volker Strycek, Leiter des Opel Performance Centers, ist Teil des Opel-Teams, das bei dem 24-stündigen Ausdauerwettbewerb für Elektroautos – selbstverständlich – mit einem Opel Ampera-e angetreten ist. Die Mannschaft hat sich erst sehr kurzfristig zusammengefunden, während die meisten anderen Wettbewerber sich schon seit Monaten intensiv auf diesen Tag vorbereitet haben. Und alle übrigen Teammitglieder zusammen verfügen gerade einmal über einen Bruchteil der Rennerfahrung, die Volker Strycek vorweisen kann. Etwa für Kollege Dr. Matthias Alt, Chefingenieur Motorenentwicklung in Rüsselsheim, ist es das erste Mal überhaupt, dass er auf einer Rennpiste unterwegs ist. Doch diesen Makel gleicht er, wie alle seine Mitstreiter, locker aus: mit Begeisterung, einem einzigartigen Teamspirit – und viel technischem Know-how.
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Wie der Volker, so der Sohn: Robin Strycek macht sich bereit für seinen Renneinsatz.
Dieses bringt auch Dr. Peter Ramminger mit, Opel-Chefingenieur für Elektrische Antriebe. Als Teamstratege sitzt er aber nicht hinter dem Steuer, sondern in der Box und vor zwei Computerbildschirmen, auf denen er permanent die benötigten Verbrauchswerte für jede Runde errechnet und an die Fahrer weitergibt.
Diese Werte sind der wichtigste Schlüssel zum Erfolg. Schließlich geht es bei diesem Rennen nicht darum, die Runden des auf 2,3 Kilometer verkürzten Kurses in der schnellsten Zeit zu meistern, sondern mit dem niedrigsten Verbrauch.
Gewonnen hat nach 24 Stunden, wer die meisten Runden gefahren hat. Dazu muss der Sieger zwar auch zügig unterwegs gewesen sein, doch vor allem muss er so wenige Ladestopps wie möglich eingelegt haben. Denn wer schneller fährt, dessen Batterie entlädt sich natürlich schneller, und das Aufladen nimmt Zeit in Anspruch – insbesondere wegen der im Regularium auf 22kW begrenzten Ladeleistung. Da kommt es vor, dass man als Erstplatzierter an die Box fährt und als Zwanzigster ins Rennen zurückkehrt. Zur Verfügung stehen herkömmliche 32-Ampère-Drehstromsteckdosen. Ebenfalls einzukalkulieren: Das Laden der letzten 20 Prozent einer Batterie kostet etwa halb so viel Zeit wie das Laden der 80 Prozent zuvor – daher wird auf dieses letzte Fünftel verzichtet.
„Eco Grand Prix“
Fotogalerie: So lief das E-Rennen für den Opel Ampera-e in Oschersleben
- Zum Einsatz kam ein serienmäßiger Opel Ampera-e, Modelljahr ‘19.
- Matthias Alt, Robin Strycek und Stefan Fiedler wechselten sich als Piloten ab. Volker Strycek (Foto) übernahm in den schwierigsten Rennphasen das Steuer: mitten in der Nacht und zum Endspurt.
- Die erste Fahrphase war die längste, da der Opel-Stromer mit einem Ladezustand von 100 Prozent an den Start ging.
- Nach dem ersten Fahrerwechsel dauerten die Fahrphasen jeweils etwa 3 Stunden und 10 Minuten, gefolgt von etwa 2 Stunden und 10 Minuten Ladezeit.
- „Die Zielwerte zu der mittleren Fahrgeschwindigkeit haben wir aus den Erfahrungswerten mit der Nutzung des Ampera-e abgeleitet“, erläutert Chefstratege Peter Ramminger.
- Unklar war, wieviel zusätzliche Energie für die Verzögerungs- und Beschleunigungsvorgänge vor und nach Kurven auf dem Kurs in Oschersleben benötigt würden. Bei drei Proberunden vor dem Start konnte das Team Erkenntnisse dazu sammeln.
- Während eines Ladevorgangs überhitzten die Leitungsschutzschalter der Drehstromversorgung. Zum Glück aber hatte das Team eine starke Industrie-Verlängerung für Drehstromkabel dabei, sodass nur wenige Sekunden verloren gingen.
- Knapp 3 Stunden nachdem es zu regnen begonnen hatte, gab es eine Pace Car-Phase, da eines der dreirädrigen „Twikes“ in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen war. Ladevorgänge in der Box mussten während dieser Zeit unterbrochen werden.
- Der letzte Ladestopp des Ampera-e wurde in Anbetracht des definierten Renn-Endes verkürzt. Ramminger: „Wegen des starken Regens hatten wir einen weiteren Zuschlag für die Energiereserve einkalkuliert.“
- „Da in der Schlussphase alle teilnehmenden Fahrzeuge auf der Strecke waren, konnten wir diese Energie nicht mehr durchgehend in Geschwindigkeit übersetzen“, erläutert der Stratege.
- Das kurzfristig formierte Opel-Team beendete den Eco Grand Prix als Vierter. „Wir sind mehr als zufrieden – von einem vierten Platz hätte ich niemals zu träumen gewagt“, sagt Dr. Matthias Alt.
- „Und natürlich wissen wir schon, was wir im Wiederholungsfall verbessern könnten“, so Ramminger.
Doch auch an den Fahrstil der Piloten stellt das Rennen mit E-Autos neue Anforderungen und fordert permanente Konzentration. „Bremsen kostet Energie“, erklärt Dr. Alt, „daher konzentrieren wir uns darauf, die Kurven so anzufahren, dass wir vorher nicht abbremsen müssen.“ Die Möglichkeit zu rekuperieren, also Energie zurückzugewinnen, soll dem Fahrzeug gelegentlich aber schon gegeben werden. Glücklicherweise verfügt der Ampera-e über ein exzellentes Kurvenhalten.
Ebenso souverän agiert das Opel-Team, obwohl kaum eingespielt. Neben Strycek und Dr. Alt wechseln sich auch Stryceks Sohn Robin und Opel-Ingenieur Stefan Fiedler als Piloten ab. In der Box unterstützen Stryceks Ehefrau Maggy und Dr. Alts Tochter Leonie das Mastermind Dr. Ramminger. So ein bisschen ist diese Weltpremiere eben auch eine Familiensache. Derlei hat bei Opel ja eine lange Tradition.
Der „Eco Grand Prix“
Der weltweit erste 24-stündige Ausdauerwettbewerb für Elektroautos feierte am 1. und 2. Dezember Premiere in Deutschland. Nationale und internationale Teams stellten sich der Herausforderung, in der Motorsport Arena Oschersleben innerhalb der vorgegebenen Zeit so viele Runden wie möglich zu fahren. Rafael de Mestre, zweifacher Weltumrunder mit einem Elektroauto und 2013 Initiator der internationalen Eco Grand Prix-Serie, hatte zu dem Wettbewerb für rein elektronisch angetriebene Fahrzeuge eingeladen. „Es geht um Teamgeist, die richtige Ladestopp- und Fahrstrategie und vor allem um den Spaß am Elektroauto. Wir möchten, dass der Funke überspringt“, erklärt de Mestre.
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Bloß nicht bremsen: In jeder noch so scharfen Kurve liegt der Schlüssel des Erfolgs vor allem darin, möglichst wenig Schwung zu verlieren.
Auch Rennveteran Strycek muss in diesem E-Auto-Contest viel Neues lernen, dennoch bleibt er der technisch versierteste Fahrer im Team. Darum muss der 61-Jährige auch in den schwierigsten Rennphasen ans Steuer: mitten in der Nacht – und zum Endspurt.
Als er nach dem letzten Ladestopp auf die Piste zurückkehrt, hat der Ampera-e dreizehn Runden Rückstand auf den Drittplatzierten. Der Altmeister holt auf den letzten Metern immerhin noch neun Runden auf, für einen Platz auf dem Siegertreppchen reicht es aber nicht mehr. Insgesamt 466 Runden hat das Opel-Team in diesen 24 Stunden absolviert– eine Riesenleistung für die neu formierte Mannschaft.
„Wir wollten unter die ersten Zehn kommen – dass wir Vierter werden, hätte ich niemals zu träumen gewagt“, sagt Dr. Alt. Für das Siegertreppchen hat es bei der ersten Auflage des Rennens zwar nicht gereicht, doch das motiviert Team um den Opel-Ingenieur umso mehr, es beim nächsten Mal wieder zu versuchen. „Ob’s klappt, werden wir sehen. Ob wir wollen? Auf jeden Fall.“
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Insgesamt 466 Runden hat das Opel-Team in 24 Stunden absolviert.
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Freude über Platz 4: Dr. Matthias Alt filmt den Ampera-e, als er nach 24 Stunden und stolzen 466 Runden – das entspricht 1.071Kilometern – in die Box zurückkehrt.
Platzierung
1. Tesla Roadster 2.5 495 Runden
2. Hyundai Kona 486 Runden
3. Renault ZOE 470 Runden
4. Opel Ampera-e 466 Runden
5. Hyundai Ioniq 453 Runden
6. Renault ZOE 450 Runden
7. Renault ZOE 447 Runden
8. Twike III 443 Runden
9. BWM i3s 439 Runden
10. Tesla Model S S85 439 Runden
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Das Team: Dr. Peter Ramminger, Robin Strycek, Maggy Strycek, Stefan Fiedler, Dr. Matthias Alt, Leonie Alt und Volker Strycek (von links).
Dezember 2018