- Herzlich willkommen Zum 50. Geburtstag der Irmscher Automobile zeigt Firmenchef Günther Irmscher junior die Meilensteine der Unternehmensgeschichte.
50 Jahre Irmscher
Er war ein erfolgreicher Rallyesportler, den verschiedene Automobilhersteller schon in seiner aktiven Zeit immer wieder um seine Expertise baten. Von daher lag es für Günther Irmscher nahe, seiner Leidenschaft auch nach seiner aktiven Zeit als Fahrer treu zu bleiben, und sich als Fahrzeugtuner selbstständig zu machen. 1968 gründete der damals 31-Jährige im Zentrum Winnendens „Irmscher Automobilbau“. Bereits nach zehn Jahren bot der ursprüngliche Firmensitz nicht mehr ausreichend Platz. Irmscher zog nach Remshalden um, aufs Gelände der ehemaligen Heinkel-Werke. Heute zählt das Unternehmen 150 Mitarbeiter, verfügt zudem in Portugal und Spanien über Umbauwerkstätten, produziert von seinen Um- und Eigenbauten Kleinserien zwischen 50 und 2.000 Stück. Und steht längst nicht mehr nur für expressive Sportlichkeit. „Unser eigentliches Markenzeichen ist Individualität“, erklärt Günther Irmscher junior. „Die kann sich sportlich ausdrücken, aber auch funktional oder cool und stylish.“ Wie zuletzt die Sonderedition zum 50. Geburtstag, der „Vivaro Liner 500“.
Remshalden, rund 20 Kilometer nordöstlich von Stuttgart. Ein milder, sonniger Wintermorgen im Schwabenländle. Günther Irmscher, 46 Jahre alt, und seit 19 Jahren Chef der „Irmscher Automobilbau GmbH & Co. KG“ sitzt an seinem Schreibtisch. An der Wand hängen Erinnerungen aus vergangenen Zeiten. Er wirkt entspannt, hinter ihm liegen ereignisreiche Monate. 50 Jahre alt ist das Unternehmen 2018 geworden. Zwölf Monate, die mehr als nur einen Anlass zum Feiern boten. Unter anderem präsentierte der Opel-Partner Nummer eins in Sachen Fahrzeug-Tuning eine große Jubiläumsausstellung auf der Retro Classics in Stuttgart. Ebenso würdigte Irmscher seinen Geburtstag auf Events wie der Essen Motor Show oder bei speziellen Händler-Veranstaltungen. Das alles will erst einmal organisiert werden, dazu muss auch der normale Geschäftsbetrieb weiterlaufen.

Gute Aussichten Von seinem Schreibtisch aus hat Irmscher Teile des eigenen Firmengeländes und Ausläufer der Schwäbischen Alb im Blick.
Das Jahr des 50. Geburtstags fiel auch mit der Fertigstellung des 500.000. Fahrzeugs zusammen, das im eigenen Haus modifiziert wurde. Es ist ein Fahrzeug, das den Tuning-Trend weg von „tiefer, breiter, schneller“ hin zu einem Mehr an Individualität verdeutlicht: Der „Vivaro Liner 68“ interpretiert die Vorzüge, die das Opel-Raumwunder in puncto Stil und Multifunktionalität bietet. 68 Einheiten wurden davon produziert – eine Anspielung aufs Gründungsjahr des Unternehmens. Doch im Grunde spielte die halbe Million in diesem Projekt nur eine untergeordnete Rolle, wie Irmscher berichtet. „Wir haben uns längst angewöhnt, uns und unseren Kunden zu jedem Geburtstag mit einer Null am Ende etwas ganz Besonderes zu gönnen.“ 2008, zum 40., etwa war’s der „i40“, ein GT mit Irmscher-Genen – und hammerstarken 480 PS in einem erstaunlich leichten V8-Aggregat. „Pure Lust an der Power“, schrieb die „Autobild“.

Der Grundstein Jochen Berger und Walter Röhrl bei der Rallye Monte Carlo 1973 im Commodore GS/E – der Einstieg von Irmscher in den Rallyesport.

Haube auf Aktiver Motorsportler ist Günther Irmscher nie geworden, aber die Leidenschaft für den Rennsport hat er natürlich in den Genen.

Nostalgie zum Anfassen Die Startnummer 22 auf dem Commodore, mit dem Walter Röhrl und Jochen Berger 1973 an der Rallye Monte Carlo teilnahmen.
–––––
Umgebaute und eigens kreierte Kleinserien
mit 50 bis 2.000 Einheiten
–––––
Es sind immer wieder Opel-Modelle, die Meilensteile in der Firmengeschichte setzen. Es begann mit einem Kadett: Günther Irmscher senior finanzierte mit Verkauf des letzten Rallyewagens, den er in seiner erfolgreichen Karriere als Motorsportler fuhr, 1968 die Doppelgarage, die zur Wiege seines Unternehmens wurde. Sie stand im Herzen Winnendens, einem 30.000 Einwohner-Städtchen nordöstlich von Stuttgart. Irmscher begann mit zwei Mitarbeitern – wie einst Adam Opel. Mittlerweile zählt die „Irmscher Automobilbau GmbH & Co. KG“ 150 Mitarbeiter, verfügt zudem in Portugal und Spanien über Umbauwerkstätten, produziert von seinen umgebauten und eigens kreierten Kleinserien zwischen 50 und 2.000 Stück.
Für den Umzug ins benachbarte Remshalden im Jahr 1977 war ebenfalls ein Opel Kadett verantwortlich. Günther Irmscher wollte seine Interpretation erstmals in einer Kleinserie von 500 Einheiten produzieren. Den geeigneten Raum dafür fand er auf dem Gelände des ehemaligen Flugzeugherstellers Heinkel. Heute ziert den Flur des Verwaltungstraktes ein Foto des Firmengründers, in dem er in Macher-Pose zwischen zwei mächtigen Tiefladern steht, die mit dem ausdrucksstark lackierten Kadett C City bestückt sind.
Irmscher-Meilensteine
Kadett C City, GT i40 und Co.: Günther Irmscher verrät uns, welche Modelle
ihm besonders am Herzen liegen. Klicken Sie sich durch die Galerie:
- Commodore GS/E Coupé, 1973 „Walter Röhrl und Jochen Berger sind nach der Jungfernfahrt zwar schon bald auf einen Ascona A umgestiegen, aber seinen Platz in meinem Herzen – und in unserer Unternehmensgeschichte – kann diesem Commodore niemand mehr nehmen. Einmal, weil er fast mein Jahrgang ist. Und einmal, weil er unseren Einstieg in den Rallyesport markiert. Röhrl und Berger traten damit 1973 bei der Rallye Monte Carlo an. Mit einem so großen Auto in diesen engen Gassen zu starten, war eine Sensation.“
- Kadett C City, 1977 „Es war dieser Kadett, der unseren Umzug aus der Innenstadt von Winnenden nach Remshalden notwendig machte. Wir wollten 500 Exemplare davon produzieren. Und es war das erste Mal, dass wir eine solche Stückzahl in Angriff nahmen. Dazu brauchten wir Platz. Zum Teil wurden die Autos damals auch nachts angeliefert und mein Vater, der auf diesem Bild zu sehen ist, fuhr sie vom Lkw herunter – mit mir als Beifahrer. Ich war damals gerade fünf Jahre alt, doch mir kommt es vor, als wäre es gerade gestern gewesen. Dieser Kadett C City machte ganz schön was her, allein schon dank seiner expressiven Lackierung.“
- Irmscher i2800, 1978 „Ein Sechszylinder-Motor mit 2,8 Liter Hubraum, der passte gut unter die Motorhaube eines Commodore – aber unter die eines Manta B? Mein Vater hat es mit seinem Team irgendwie fertiggebracht, ihn dort einzusetzen. Dementsprechend ging in diesem Sportcoupé anschließend die Post ab. Auch insgesamt machte das Modell eine eigenständige Entwicklung notwendig, sodass wir uns entschlossen, es weder als Opel noch als Manta zu bezeichnen, sondern zum 13. Automobilhersteller Deutschlands zu werden. Der „i2800“, den wir ebenfalls in Kleinserie produzierten, war unser erstes Auto mit einem eigenen „Irmscher“-Logo auf dem Kühlergrill. Ein Geschenk, das wir uns selbst zum zehnjährigen Bestehen unseres Unternehmens machten.“
- Omega Evo 500, 1991 „Mit diesem sogenannten ‚Evolutionsmodell‘ starteten Volker Strycek, heute Leiter des Opel Performance Centers, und Franz Engstler 1991 in der DTM. Ich weiß noch, wie ich eines der ersten Rennen nach dem Mauerfall auf der Berliner AVUS besuchte. Ich hatte gerade den Führerschein gemacht, mir als erstes Auto einen Kadett C zugelegt. Zu diesem Rennen aber kam ich selbst in einem Omega. Dieses Modell haben wir jetzt im Jubiläumsjahr noch mal neu aufbauen lassen – ganz bewusst von den gleichen Mitarbeitern, die auch damals schon dafür verantwortlich zeichneten.“
- Irmscher Senator B 4.0i, 1993 „Dieser Senator war der letzte Dienstwagen meines Vaters. Von 1993 bis zu seinem Tod 1996 ist er damit rund 300.000 Kilometer gefahren. Als wir das Modell 1992 auf den Markt brachten, galt sein 272 PS-Motor als der drehmomenstärkste der Welt. Abgesehen davon, dass es heute nicht mehr viele davon gibt – dieses Exemplar würde ich niemals hergeben.“
- Omega B mit V8-Motor, 1999 „Diesen Omega fuhr ab 2001 der ehemalige Formel 1-Pilot und Motorrad-Weltmeister Johnny Cecotto in der damals neu gegründeten V8 Star-Serie. Wie man sieht, hatte sich die Farbgebung für unsere Rallyemodelle mittlerweile geändert. Gelbe Lackierung und grüne Motoren waren jahrelang unser Markenzeichen, nun präsentierten wir uns in stylischem Grau-Rot. Der Zeitgeist ändert eben auch die Geschmäcker, heute ließe sich unser damaliges Grün und Gelb wieder als ‚Retro‘-Design vermarkten … Ich persönlich verbinde mit diesem Omega meinen endgültigen Einstieg ins Unternehmen. Nach meinem Studium konnte ich ab 1999 das Lebenswerk meines Vaters auch ‚Vollzeit‘ fortsetzen.“
- Irmscher GT i40, 2008 „Zu jedem zehnten Geburtstag gönnt Irmscher sich und seinen Kunden etwas ganz Besonders. Dieses Modell präsentierten wir zu unserem 40. Geburtstag: einen GT mit Irmscher-Genen, ebenfalls eine eigenständige Neuinterpretation, daher trägt er das Irmscher-Logo. Ein offener Zweisitzer mit einem 480 PS starken, dennoch erstaunlich leichten V8-Aggregat. Die ‚Autobild‘ sprach von ‚purer Lust an der Power‘.“
–––––
Jedes Modell wird persönlich Probe gefahren
–––––
Den Weg des Juniors ins Unternehmen seines Vaters markierte ebenfalls ein Opel. Sein erstes eigenes Auto war ein Kadett C. 1989 war das, in dem Jahr, in dem auch die Berliner Mauer fiel. Aktiver Motorsportler wie sein Vater ist Günther Irmscher zwar nie geworden, das rennsportliche Engagement der Firma hat er jedoch stets ebenso intensiv begleitet: „Dazu gehört selbstverständlich auch, dass ich jedes unserer Modelle auch selbst Probe fahre.“
1991 etwa starteten Volker Strycek, heute Leiter des Opel Performance Centers, und Franz Engstler in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) auf der Berliner AVUS – in einer Rennversion des Opel Omega Evo 500. Zu diesem Anlass fuhr auch der damals 20-jährige Günther Irmscher junior in einem solchen Modell vor. Ein weiteres steht heute in einer Garage im Werkstattbereich. „Wir haben die Rallyeversion 2018 noch einmal neu aufbauen lassen – übrigens von den gleichen Mitarbeitern, die schon damals für das Original verantwortlich zeichneten.“ Auch eine Art, ein Jubiläum zu begehen.
↑ Zwischen Legenden Irmscher mit den Versionen des Omega Evo 500 (rechts) und des Omega B mit V8-Motor.
→ Felge mit Durchblick Irmscher steht für Automobilbau in Handarbeit. Modelle wie dieses werden aus Papier und Holz gefertigt. Die Felge ist ein Irmscher „Heli-Star“, die dem Rotor eines Hubschraubers nachempfunden ist. Besonders gut steht sie den X-Modellen von Opel.
–––––
Erinnerung an Günther Irmscher senior lebt
–––––
Offiziell übernommen hat Günther Irmscher das Lebenswerk seines Vaters 1999, nach Abschluss seines Studiums. Der Senior, der das Unternehmen als 31-Jähriger gegründet hatte, verstarb 1996 – mit gerade mal 59 Jahren. Die Erinnerung lebt heute überall im Unternehmen. Im Show Room etwa ist nicht nur der Rallye-Helm aus seinen Motorsportzeiten ausgestellt, sondern auch sein letzter Dienstwagen: ein Irmscher Senator B 4.0i, 1993.
„Damit ist mein Vater von 1993 bis 1996 rund 300.000 Kilometer gefahren“, erzählt Irmscher. „Als wir das Modell 1992 auf den Markt brachten, galt sein 272 PS-Motor als der drehmomentstärkste der Welt.“ Heute gibt es davon kaum noch welche, sodass man dafür einen fetten Liebhaberpreis aufrufen könnte. Könnte, wohlgemerkt, „denn diesen Wagen werden wir natürlich niemals hergeben“.
Gewinnspiel
Zum 50. Geburtstag der Irmscher Automobilbau ist ein exklusiver Jubiläumskalender in limitierter Auflage erschienen. Einen davon verlosen wir unter den richtigen Einsendungen zu folgender Preisfrage:
Auf welchem Opel basiert der „i2800“ von 1978?
Schreiben Sie uns die Antwort per Mail bis zum 1. Februar an opel.post@opel.com. Der Gewinner wird ausgelost. Wer keinen Kalender ergattern kann: Im Frühjahr erscheint ein prächtiger Bildband zur Unternehmensgeschichte des Irmscher Automobilbaus.
Januar 2019