Pendler zwischen Ost und West


Herr Gajda, Sie sind ein Pendler zwischen Ost und West. Wie kam es dazu?
Der Klassiker: die Arbeit. Meine Heimat ist Sachsen-Anhalt. Seit ich 18 Jahre alt bin lebe ich aber im Rhein-Main-Gebiet. Ich kam für eine Opel-Ausbildung hierher, habe noch ein Maschinenbaustudium drangehängt und arbeite heute als Ingenieur im ITEZ-Strukturentwicklungslabor. Hier teste ich Karosserien auf ihre Dauerhaltbarkeit. Meine Eltern und Freunde zu Hause südlich von Magdeburg besuche ich regelmäßig. Normalerweise fahre ich über die Autobahn oder nehme den Zug.

 

Und wie sind Sie dann auf den Roadtrip über die Landstraße gekommen?
„Immer da, wo du bist, bin ich nie…“. Der Song der Band „Element of Crime“ beschreibt es ganz gut. Da ich zwei Heimathäfen habe, passiert es mir immer wieder, dass ich gerne an dem Ort sein möchte, an dem ich gerade nicht bin. Unter dem Himmel der endlosen Magdeburger Börde sehne ich mich nach der quirligen Lebensart des Mainzer Rheinufers. Und umgekehrt. In einem solchen Moment habe ich beschlossen, den Weg zwischen beiden Heimathäfen einmal bewusst zu „erfahren“.

 

« Spaltmaße? Man ist froh, wenn die Türen überhaupt schließen! »

 

– Christoph Gajda –
Fährt seit sechs Jahren diverse Wartburg-Modelle

Und das in einem Wartburg …
Meine Eltern haben mir die Leidenschaft für technische Produkte vererbt, die die sozialistische Planwirtschaft hervorgebracht hat. Der Wartburg war in der DDR ein Statussymbol. Was heute schwer vorstellbar ist, wenn man die Kiste betrachtet. Spaltmaße? Man ist froh, wenn die Türen überhaupt schließen!

 

Für den Hin- und Rückweg haben Sie ein automobiles Programm zusammengestellt.
Das hat sich so ergeben. Die Fahrt führte von Bernburg an der Saale über den Südharz, das Thüringer Becken, Rennsteig und Rhön bis nach Wiesbaden. Dort findet alljährlich das „Rollende Museum Wiesbaden“ statt. Oldtimer bilden einen Innenstadtkorso, Besucher können in die Wagen zusteigen. Eine tolle Veranstaltung! Auf dem Rückweg eine Woche später lag in Eisenach das „Startklar“-Treffen der Stiftung „Automobile Welt Eisenach“ (AWE) auf dem Weg. Generell gilt: Wenn man die Landstraße nimmt, ergeben sich automatisch schöne Begegnungen. Abgesehen davon: Niemand hällt 400 Kilometer in einem Wartburg auf der Autobahn aus.

 


Mit dem Auto durch Deutschland

Text (Auszüge) und Fotos: Christoph Gajda



Hier gibt es den ausführlichen Reisebericht mit vielen technischen Hintergrundinformationen zum Wartburg und  Insiderwissen zum einstigen automobilen Statussymbol des Arbeiter- und Bauernstaates.


Stand Oktober 2017